Ein Gläschen Wein hat noch keinem geschadet, lautet ein landläufiger Spruch. Eine neue Studie aber zeigt, dass Alkoholgenuss auch bei geringen Mengen mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.
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Neue Studie: Schon geringe Mengen Alkohol können der Gesundheit schaden
Glandorf wie Nowitzki? „Mir tun die Knochen zu sehr weh“
Den ersten möglichen Titel der Saison hat Holger Glandorf mit der SG Flensburg-Handewitt verpasst. Der Rekordschütze der Handball-Bundesliga verlor mit dem Meister das Supercup-Finale gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 26:33 (16:18).
Am Samstag geht es für Flensburg in der Bundesliga mit einem Auswärtsspiel bei GWD Minden los (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).
Im SPORT1-Interview erklärt der 35 Jahre alte Glandorf, dass man die Supercup-Pleite bereits verdaut habe, und spricht über die Erwartungen für die Saison und ein mögliches Karriereende (Alle Infos zur Saison 18/19).
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SPORT1: Herr Glandorf, nach 15 Minuten lag Ihr Team gegen die Löwen noch in Führung. Was waren die Gründe für die Niederlage?
Holger Glandorf: Wir hatten in der zweiten Halbzeit im Angriff nicht mehr genug Durchschlagskraft. Besonders in den letzten Minuten haben wir viele Fehler gemacht, die von den Löwen bestraft wurden. Ich denke nicht, dass wir sieben Tore schlechter waren, aber leider mussten wir zum Schluss noch einige Gegenstöße hinnehmen. Ich denke, insgesamt war unsere Niederlage verdient. Dennoch haben wir als neu formierte Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht, solche Spiele sind sehr wichtig für unsere Weiterentwicklung. Insofern hat uns die Niederlage dennoch etwas gebracht.
SPORT1: Was erwarten Sie für die kommende Saison?
Glandorf: Ich bin mir sicher, dass die Liga insgesamt sehr spannend und sehr eng wird – sowohl vorne als auch hinten. Es wird eine harte Saison. Für uns wird es nicht so einfach. Wir müssen sechs neue Spieler integrieren, das braucht seine Zeit. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, wo die Reise hingeht
SPORT1: Flensburg geht als Meister in die neue Saison – sind Sie auch der Favorit?
Glandorf: Nein. Wir haben sechs erfahrene Spieler verloren und haben sechs neue Spieler, von denen vier noch keine Bundesliga-Erfahrung haben, dazubekommen. Insofern können wir nicht in der Favoritenrolle sein. Wir sind in einem zukunftsorientierten Umbruch.
SPORT1: Verändert sich mit den vielen Neuzugängen auch Ihre Rolle, fungieren Sie noch mehr als Mentor?
Glandorf: Ich versuche immer, meine Erfahrung weiterzugeben. Wenn ein Thema angesprochen werden muss, dann werde ich sicherlich etwas dazu sagen. Bis jetzt war aber noch nicht viel Handlungsbedarf.
SPORT1: Wie weit ist Ihr Team?
Glandorf: Vor einer Saison ist es immer schwer zu sagen, wo man steht. Wir haben schon einen guten Schritt nach vorne gemacht, aber dieser Entwicklungsprozess ist noch nicht abgeschlossen und das wird auch noch eine ganze Weile dauern. Wir müssen einen neuen Innenblock formieren und auch die Abstimmung mit den neuen Torhütern geht nicht so schnell. Es gibt einfach große Unterschiede: bei einigen Spielern geht es schneller, bei anderen langsamer.
SPORT1: Lassen sich die Abgänge überhaupt kompensieren?
Glandorf: Ich denke schon. Irgendwann musste ein Schnitt erfolgen, dieser war natürlich sehr radikal. Der Verein handelt sehr zukunftsorientiert. Ich glaube an die Spieler. Sie müssen einfach noch genügend Erfahrung sammeln. Um die Zukunft der SG muss aber niemandem bange werden.
SPORT1: Letzte Saison sind sie zum ersten Mal Meister geworden – ein ganz besonderer Titel für Sie?
Glandorf: Jeder erste Titel ist immer etwas Besonderes. Für uns war es natürlich ganz speziell, weil dieser Titel doch ziemlich überraschend kam. Es war einfach für alle ein riesen Ding. Wir werden noch eine lange Zeit stolz darauf sein.
SPORT1: Kann man den Schwung aus der Meistersaison mitnehmen?
Glandorf: Natürlich beginnt etwas Neues, aber dennoch kann man aus dem Titelgewinn unheimlich viel Selbstvertrauen schöpfen. Man hat gesehen, dass man, wenn man seine Hausaufgaben macht, wenn man an sich glaubt, eine Titelchance erhält. Diese Erfahrung werden wir an die neuen Spieler weitergeben.
SPORT1: Wie stehen die Chancen, den Titel zu verteidigen?
Glandorf: Wenn wir die Chance bekommen sollten, dann werden wir sie nutzen. Wenn wir an uns glauben und jedes Spiel gewinnen wollen, dann werden wir ganz vorne stehen. Aber wir haben momentan eine ganz andere Zielsetzung. Wir müssen zuerst die neuen Spieler weiter integrieren – so schnell wie möglich.
SPORT1: Möchten Sie selbst den Umbruch mitgestalten und noch mehrere Jahre bleiben?
Glandorf: Das weiß ich nicht. Mein Vertrag läuft noch bis 2019. Bis jetzt hat sich daran auch nichts geändert. Ich gehe in die Saison, als wäre es meine letzte. Ob ich noch weiterspiele, und wenn ja, ob das in Flensburg sein wird, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Es kommt auch immer darauf an, was der Spielermarkt hergibt und was der Verein möchte. Es gibt so viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Ich gehe aber davon aus, dass ich meine Karriere in Flensburg beenden werde. Ich werde mir im Laufe der Saison Gedanken über meine Zukunft machen.
SPORT1: Dirk Nowitzki ist 40 und spielt seine 20. Saison bei den Mavs. Sie sind 35. Könnten Sie sich vorstellen, bis 40 weiterzumachen?
Glandorf: Das kann ich definitiv ausschließen, bis 40 werde ich nicht weiterspielen. Ich gehe in meine 18. Bundesligasaison und bin clever genug, meine Situation realistisch einzuschätzen. Entweder ist nach dieser Saison Schluss oder ein Jahr später. Ich glaube nicht, dass ich das körperlich oder mental länger durchhalte. Nowitzki ist ein überragender Sportler und es ist klasse, dass er so lange spielen kann. Aber ich kann mir das nicht vorstellen. Da tun mir die Knochen schon zu sehr weh.
SPORT1: Was planen Sie nach der Karriere?
Glandorf: Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Flensburg, wir würden gerne hier bleiben. Ich habe mich in Richtung Sportmanagement weitergebildet und würde gerne in der Richtung bleiben – vielleicht auch bei der SG. Das muss man abwarten. Momentan bin ich in alle Richtungen offen. Wenn jemand eine gute Idee hat, dann habe ich offene Ohren.
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Vettel bläst beim Klassiker in Spa zur Attacke
Die Formel 1 gibt wieder Vollgas!
Nach vierwöchiger Sommerpause starten Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Co. mit dem Großen Preis von Belgien in Spa in die heiße Saisonphase.
Für Ferrari-Pilot Vettel steht bereits zum Auftakt beim Klassiker in den Ardennen, dem 13. von 21 Saisonrennen, einiges auf dem Spiel. Nach dem Traumstart des Deutschen mit zwei Siegen zu Saisonbeginn drehte sich wie schon im Vorjahr der Wind vor der Pause zugunsten von Titelverteidiger Hamilton.
Der Mercedes-Pilot liegt nach Siegen bei Vettels Heimspiel in Hockenheim und in Ungarn zuletzt in der Gesamtwertung 24 Punkte vor Vettel (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1).
Bekommen Vettel und Ferrari Dominanz auf die Straße?
Vettel setzt auf der mit rund sieben Kilometern längsten Strecke (Qualifying ab 15 Uhr im LIVETICKER) im Kalender auf die erneuten Modifikationen an seinem Ferrari.
Mit der dritten Motor-Ausbaustufe wollen die Italiener, die bereits zuvor das schnellste Auto auf den Geraden besaßen, ihre Dominanz endlich auch in Ergebnisse umwandeln.
Da es auf der Berg-und-Talfahrt zahlreiche Hochgeschwindigkeits-Passagen gibt, spricht einiges dafür, dass Ferrari die Favoritenrolle zukommt – wenn es denn trocken bleibt.
Formel 1: Wetter in Spa stets unberechenbar
Sollte das unberechenbare Wetter in den Ardennen allerdings umschlagen, laut ersten Prognosen sind Schauer am Samstag und Sonntag zumindest nicht unwahrscheinlich, wäre der vermeintlich klare Vorsprung der Scuderia vermutlich dahin.
Schließlich präsentierten sich Silber und speziell Vorjahressieger Hamilton auf feuchtem Asphalt als die Fahrer-Team-Kombination, die es zu schlagen gilt.
Neben dem Titelkampf werden in Spa die Augen besonders auf Fernando Alonso und Daniel Ricciardo gerichtet sein. Während der Spanier in der Sommerpause seinen Formel-1-Ausstieg zum Saisonende erklärte und direkt einen Rundumschlag über die Königsklasse folgen ließ, sorgte Ricciardo mit seiner Wechselankündigung von Red Bull zu Renault für Aufsehen.
Die Formel 1 2018 LIVE im TV, Stream, Ticker
In dieser Saison laufen die Rennen nur beim Free-TV-Sender RTL. Der Pay-TV-Sender Sky hat sich nach den gescheiterten Verhandlungen über eine Exklusivübertragung aus der Formel 1 zurückgezogen.
SPORT1 berichtet LIVE im Formel 1-Ticker von allen Rennen.
Der Zeitplan des F1-Grand-Prix von Belgien im Überblick:
Samstag:
12 Uhr: 3. Freies Training im TV auf RTL & im LIVETICKER auf SPORT1.de
15 Uhr: Qualifying im TV bei RTL und im LIVETICKER auf SPORT1.de
Sonntag:
15.10 Uhr: Rennen im TV bei RTL und im LIVETICKER auf SPORT1.de
Nachruf: Dieter Thomas Heck – so prägte „Mister Hitparade“ eine ganze Generation
Niemand hat sich je schneller durch das deutsche Fernsehen gerattert als: Der Dieter. Der Thomas. Der Heck. Jüngere Zuschauer, die von Kindesbeinen an mit RTL und SAT.1 aufwuchsen, wissen allerdings gar nicht mehr, worauf sich Hecks legendärer Ruf gründet. Sie haben den gebürtigen Flensburger nur noch als gesetzten älteren Mitarbeiter eines ähnlich gesetzten älteren Senders erlebt – und meist nur für Sekunden. Spätestens dann schalteten Kiddies, Teenager und alle anderen Zapper unter fünfzig bei ZDF-Sendungen wie „Melodien für Millionen“ um.
Doch er war halt auch schon im Geschäft, als das Zweite Deutsche Fernsehen nicht nur Gruft, sondern auch noch Kult produzierte. Fünfzehn Jahre lang war Heck-Watching Pflicht für sämtliche Besitzer eines Fernsehgeräts. Knapp eineinhalb Jahre nach der Einführung des Farbfernsehens in Deutschland flimmerte Anfang 1969 die erste ZDF-Hitparade über die Bildschirme.
Die Zutaten des von Heck und einem TV-Regisseur erdachten Formats: Man nehme einen eloquenten Radiomoderator und stecke ihn ins Fernsehen. Dort tue er das, was er bisher schon tat: Deutsche Musikhits einem größtmöglichsten Publikum vorstellen. Auf der Europawelle Saar des Saarländischen Rundfunks hatte Heck zuvor überaus erfolgreich die Sendung „Die Deutsche Schlagerparade“ moderiert.
Von Anfang an hatte Heck es eilig. Kein Wunder: Das erste Bild, das am 18. Januar 1969 aus Berlin zu sehen war, war die Aufnahme einer Stopuhr, die auf 0:00:00 stand – und dann zu zählen begann. Ein weiteres Stilmittel, das über die Jahre zum Erkennungsmerkmal wurde, war der sofort folgende Schwenk durchs Hitparaden-Studio. Bei so vielen schnell vorbei brausenden Studiogästen konnte es dem statikgewöhnten deutschen Zuschauer durchaus schwindlig werden.
„Am Mikrofon ist Ihr Dieter Thomas Heck“
Auftritt Moderator. Mit einem schnittigen „Und hier ist Berlin. Das Zweite Deutsche Fernsehen präsentiert ihnen die Ausgabe Nummer eins der Hitparade“ meldete sich der frühere Autoverkäufer bei den Zuschauern. Um, noch etwas ans Radio gewöhnt, fortzufahren: „Am Mikrofon ist Ihr Dieter Thomas Heck“.
Der nichtsahnenden Welt erklärte Heck zunächst die hohe Kunst des Halb-Playbacks: „Wir fahren live. Das heißt, nur das Orchester und der Chor kommen vom Band, alles andere kommt vom Original.“ Sprich: Die auftretenden Künstler, sie singen wirklich. Aus diesen Interpreten, einer Vorauswahl des Schallplattenfachhandels und anderer Hit-Gremien, galt es, die „Lieblinge auszuwählen. Denn die Hitparade machen nicht wir, die machen sie.“ Heck sagte diese Worte nicht einfach, er schrie sie zu Beginn noch. Als wolle er nicht nur ein kleines Saalpublikum unterhalten – sondern ein gefülltes Fußballstadion, in dem ein Open-Air-Konzert stattfindet.
FS Dieter Thomas Heck 80. Geburtstag 16.50Schlagermärchen mit Roy Black
In einer starken Dreiviertelstunde brachte der in graues Tuch gekleidete Schnellsprecher stramme 14 Sangeskünstler unter. Dass das funktionierte, lag an Interpreten wie der gleich zu Beginn auftretenden Anna Lena. Nicht einmal eineinhalb Minuten trällerte die Schwedin ihr Liedchen. Auf einer Bank im Publikum sitzend, gab sie folgendes zum Besten: „Rot ist die Liebe, und Deine Augen blau – und mir ist, als ob ich in den Himmel schau.“ Ein Nebensitzer mit Friedbert-Pflüger-Look linste die braunhaarige Dame mißtrauisch von der Seite an – trotz ihrer holden Worte.
Es folgte ein ganz Großer des Deutschen-Liedgut-Geschäfts. Dessen Karriere gleiche einem „Schlagermärchen“, so Heck: Gerhard Höllerich. Höllerich, besser bekannt unter dem Namen Roy Black und noch in voller Blüte stehend – tiefschwarzes Haar, noch dunklere Augen – , schmachtete: „Ich denk an Dich, wohin ich geh, Dein Abschied tut mir weh.“ Und Heck moderierte ihn so ab, wie er das immer gerne machte. Er baute einen Verweis auf das Lied in seine Abmod ein: „Wenn Sie an ihn denken möchten, vergessen sie nicht die Zwo.“ Die Zwo war Roy Blacks Startnummer.
Von schwungvoll über ausladend bis elegant
Die Songs blieben weiter im Vergnüglich-Leichten-Seichten. Die Startnummer 3: Graham Booney. Der Brite forderte seine Zuhörerinnen auch singend dazu auf, die „Drei-Drei-Drei“ zu wählen: „Wähle 3-3-3 auf dem Telefon, wähle 3-3-3, und du hast mich schon, wähle 3-3-3 und glaube mir, ich bin 1-2-3 schon bei dir.“ An diesem Abend und in dieser Show hatte Booneys Look fast schon etwas Anarchisches. Anders als seine Anzug-tragenden Kollegen hatte sich der kotellettierte Niederländer ein hippie-eskes weißes Hemdchen übergestülpt – und wippte kess mit den Beinen hin und her.
Ähnlich kess sagte Heck seine weiteren Sanges-Schäfchen an. Immer wieder hatte er das linke Bein auf einen Stuhl gestellt. Darauf stützte er seinen einen Arm, in der Hand hielt er das Kabel-Mikrofon – mit Mikroschleife, damit der Ton nicht kratzt. Mit dem anderen Arm machte Heck seine berühmten Gesten: Von schwungvoll über ausladend bis elegant. Und vor dem Moderator rauchte es munter. Kein Bodennebel, sondern Zigarettendunst. Auf dem Pult seines Tontechnikers hatte Heck ein Päckchen Zigaretten stationiert – und gönnte sich während der Sendung ein oder zwei Kippen. Gegen seine Nervosität? Von der war bei der ersten Hitparade rein gar nichts bei Heck zu spüren.
Ach ja. Neben dem Qualmen on Air waren es auch ansonsten herrlich unbeschwerte Zeiten. Zumindest teilweise: Mit einem Titel namens „Zigeunerhochzeit“ würde Siw Malmkvist heute auf der Index-Liste der politisch Korrekten landen. Damals konnte die Schwedin freilich noch intonieren: „Ein Zigeunerwagen bleibt niemals stehen. Niemand weiß, woher sie kommen und wohin sie gehen.“ Das Saalpublikum klatschte fröhlich mit, auf eins und drei.
Besonders dominierten an diesem Abend im Jänner ’69 das -o. Jaqueline Boyer’s Herz sagte zwar Oui-oui-oui, aber dachte no-no-no. Rex Gildo sang Dondolo. Und Karel Gott gab den Doktor Schiwago: „Weißt Du wohin die Tränen fliehen“. Zumindest damals sah Gott noch ein bißchen wie der arme Cousin aus dem Ostblock aus. Und auch sonst wirkten die meisten Stars noch nicht so geklont wie in modernen Zeiten. Ana Lena fehlte ein Stückchen Vorderzahn. Und Erik Silvester – „O la la, sie hat rotes Haar“ – grinste dermaßen breit, dass eine fette Lücke sichtbar wurde – der Schneidezahn fehlte. Bata Illic – „Mit verbundenen Augen“ – dagegen hätte zumindest eine Zahnspange brauchen können. Heute schaut es deutlich besser aus im Mund des serbischen Schlagersängers.
Zwischendrin immer wieder Moderator: Das Playback war kaum zu Ende, der Künstler noch nicht von der Bühne und der Applaus hatte noch gar nicht eingesetzt, da war Dieter Thomas Heck schon wieder präsent. Fliegender Wechsel, Ansage nächster Titel. Durchschnittlich alle drei Minuten ging das so. Zwischendurch fand Herr Stakkato-Sprech dennoch die Zeit, das eine oder andere über seine Stars zu erzählen. Als ein junger Mann namens Peter Orloff ein kurzes Ruhepäuschen in seinem Lied“ Sie schaut mich immer wieder an“ einlegte, rief Herr Heck sofort: „Peter Orloff stammt aus einer alten russischen Familie, war beim Schwarzmeer-Kosaken-Chor, ist nun Jura-Student und 21 Jahre alt.“ Auf den Punkt genau war er fertig, um Orloff weitersingen zu lassen. Beeindruckend.
Klimper, was die Wimper hält!
Schon im zarten Alter von 32 Jahren verhielt sich der Moderator so galant wie in seinen späteren Jahren. Fast rührend kümmerte er sich der Gentleman um eine an einer Stütze ins Studio humpelnde Dame namens Renate Poggensee. Poggensee – Künstlername Renate Kern -, so klärte Heck das Publikum auf, „hat Pech gehabt: Sie wurde von einem Auto angefahren.“ Weshalb die schöne Renate ihr Lied – Heck: „Der Text stammt von ihr“ – eben am Krückstock sang. Kerns Song war eine Aufforderung zu gelebter Emanzipation, auch bei der Anmache: „Du musst mit den Wimpern klimpern, wenn ein Boy dir gut gefällt. Zwinker nur mit deinen Augen. Klimper, was die Wimper hält! Schöne Mädchen gibt es viele, sei nicht schüchtern, werd‘ nicht rot! Du musst mit den Wimpern klimpern, bei dem Überangebot.“
Als musische Schlaftabletten gingen höchstens zwei Songs durch. Teenager-Idol Manuela glänzte bei „Guantanamera“ zwar mit etwas Sing-Speak – lange vor der Erfindung des Raps. Ansonsten wirkte die Sängerin aber recht benebelt. Einige Jahre später behauptete sie, dass ein ZDF-Hitparaden-Mitarbeiter 20.000 DM Bestechungsgeld für einen Auftritt von ihr verlangt habe und wurde vom Zweiten vorübergehend boykottiert.
Abstimmung per Postkarte
Auch Gerhard Wendlands „Liebst Du mich“ glich einer kleinen Schlager-Nachtmusik. Kein Wunder: Der Mann war schon damals, also Ende Sechziger, zwanzig lange Jahre im Schlagergeschäft. Es passte, dass Wendlands Gähnnummer der letzte Titel der Show war: „Wie es bleibt, so war es immerzu“ oder so ähnlich hieß es da. Zu guter Letzt ließ Heck die Titel – fast in allen ging es um die Liebe – noch einmal per Schnelldurchlauf Revue passieren. Er forderte seine Zuschauer auf, per Postkarte für ihren Favoriten zu stimmen – mit Fortsetzung am 22. Februar. Unglaublich, aber wahr: Nur ein einziges Mal und erst ganz zum Schluss versprach sich der als Kind stotternde Heck. Und zwar minimal. Lampenfieber schien der Mann schon bei seinem Debut nicht zu kennen.
Die ZDF-Hitparade war für den früheren Autoverkäufer jedenfalls das ideale Berufsfeld. Hier verkaufte er weiter – statt PKWs eben Songs. Nach anfänglich zögernden Reaktionen von Teilen der Zuschauern und der Fernsehkritik gelang es Heck, seine Show zum Markenzeichen des ZDF zu machen – und sich selbst gleich mit. Mit schneidigen Ansagen à la: „Der Tony.“ – Kunstpause – „Der Marshall.“ Und einem später fast zum stehenden Begriff werdenden Satz: „Hier ist die Hitparade im Zet-De-Ef – aus dem Studio Eins der Berliner Union“.
Mehr Ansager als Entertainer
In einer Zeit, in der viele Bürger bei deutschem Lalala und Tralala zunehmend die Nase rümpften, traf Heck mit seiner Sendung voll ins Schwarze. Denn neben dem frischen Wind der späten Sechziger gab es dieses eben auch noch: Den anderen deutschen Zeitgeist. Der wünschte sich ein bißchen Frieden, ein bißchen heile Welt. Zumindest für fünfundvierzig Minuten. Und mit Dieter Thomas Heck als dem Fels in der unruhigen Brandung.
Hecks TV-Personality war, dass er keine zu haben schien. Höchstens durch seine Art des Moderierens stellte er sich in den Vordergrund. Ansonsten hielt er sich allzeit zurück. Nie hörte man seine Meinung zu dem, was er präsentierte. Ein Dienstleister am Fernsehzuschauer also: Mehr Ansager als Entertainer. Aber was für ein Ansager! Stets behandelte Heck die bei ihm auftretenden Künstler mit derselben Noblesse. Auch wenn ihm das später, in den frühen Achtziger Jahren, bei Raubauzen wie der Neuen-Deutschen-Welle-Gruppe „Trio“ nicht immer leicht gefallen sein dürfte. Vielleicht wurde ihm die „NDW“ irgendwann zu viel des Guten, 1984 übergab er seine Hitparade jedenfalls in andere Hände. So erfolgreich wie zu Hecks Zeiten wurde die Sendung freilich nie mehr.
Ein bisschen mehr Personality erlaubte sich dieser so professionelle Fernsehmann übrigens erst in seiner letzten ZDF-Sendung – der oft kitschigen Show „Melodien vor Millionen“. Als seine Frau Ragnhild vor sechs Millionen Zuschauern erzählte, dass sie nach langer Erkrankung krebsfrei sei, begann Dieter-Thomas Heck zu weinen. Es war keine kitschige Inszenierung. Es war ein rührender, ein schöner Moment.
Nagelsmann spricht über sein Beauty-Makeover
Julian Nagelsmann dürfte geahnt haben, dass er Irritationen auslösen würde.
Ein Fußball-Trainer, der zu offensichtlich auf sein Äußeres achtet: Das ist für viele Zuschauer noch immer ein ungewohntes Bild.
Der Trainer der TSG Hoffenheim vertrat es allerdings mit Überzeugung: „Frauen dürfen sich auch immer schick machen. Ich hab’s probiert und ich hoffe, dass mir das geglückt ist“, sagte er nach der 1:3-Niederlage im Eröffnungsspiel der Bundesliga gegen den FC Bayern München.
Zwei modische Details waren den TV-Zuschauern zuvor ins Auge gesprungen beim künftigen Coach von RB Leipzig: eine Kragennadel – und eine auffällig veränderte Augenbrauenpartie.
Nagelsmann: „Ich habe Schlupflider“
Nagelsmann sprach in der Pressekonferenz offen darüber, dass er da kosmetisch nachhelfen ließ.
„Ich habe Schlupflider“, hielt der 31-Jährige fest und fügte noch an: „Permanent Make-up nennt man das, glaube ich.“
Bei Premanent Make-up (PMU) – auch Pigmentierung genannt – handelt es sich um spezielle kosmetische Tätowierungen, die das optische Erscheinungsbild für mehrere Jahre aufbessern sollen, indem Farben mit einer feinen Nadel in die Haut gespritzt werden. Eine Möglichkeit, zu der Nagelsmann offensichtlich gegriffen hat: eine Kontur-Behandlung an den Augenbrauen.
„Die Nadel hält meinen Kragen zusammen“
Auch über die Nadel sprach er – und schlug dabei die Brücke zu seinem Frust über den Videobeweis, der den Bayern zum Sieg verhalf.
„Die Nadel hält meinen Kragen zusammen, denn der ist mir ein paar Mal geplatzt“, sagte er: „Dank der Nadel hat das gehalten, aber ein paar Mal wurde es ganz eng.“
Harsche Kritik an Ball-Clan: „Wollten uns zerstören“
Neuer Wirbel um LaVar Ball und seine Söhne LiAngelo und LaMelo. Nachdem ihr kurzes Gastspiel beim litauischen Verein BC Vytautas Prienai nicht von Erfolg gekrönt war, schießt nun dessen Cheftrainer Virjginijus Seskus gegen den amerikanischen Familien-Clan.
In einer Pressemitteilung des LKL-Klubs heißt es: „Der erste und wichtigste Fehler war es ihnen zu erlauben, zu glauben, dass sie für den Verein verantwortlich sind – für dessen Entscheidungen, die Pläne und sogar das Spiel.“
Neben Vater LaVar kritisierte der Trainer dabei auch LiAngelo und LaMelo Ball heftig und sprach ihnen jegliche Klasse ab.
Coach spricht Ball-Brüdern die Klasse ab
„Seine Jungs waren bei weitem nicht auf dem Niveau der LKL, geschweige denn der NBA. Und die enttäuschendste Tatsache war, dass sie keinen inneren Antrieb hatten, besser zu werden. Als sie sahen, dass es nirgendwohin ging, begannen sie den Klub zu zerstören und zahlten kein Preisgeld an die Big Baller Brand Turniersieger etc.“
Nach einer enttäuschenden Saison stieg Vytautas als Tabellenletzter in die zweite Liga ab. Die Ball-Brüder erlebten das Saison-Ende allerdings nicht mehr mit und flüchteten bereits vorher aus Litauen – ohne jegliche Ankündigung. Auch finanziell hätte man das Team damit in Nöte gebracht.
„Die skandalöse Handlung und das Verhalten der Balls auf und abseits des Feldes hat dafür gesorgt, dass das Team abgeschlagen Letzter wurde und kein Budget für die kommende Saison hat“, so der Klub.
LiAngelo meldete sich in der Folge für den NBA-Draft 2018 an, wurde dabei aber von keinem Team ausgewählt. Anschließend lief er gemeinsam mit LaMelo in der JBA League des Vaters auf. Bruder Lonzo spielt bereits seit 2017 für die Los Angeles Lakers.
Zverevs Erstrundengegner schreibt Geschichte
Hoffnungsträger Alexander Zverev und Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber haben bei den US Open 2018 in New York machbare Auftakthürden erwischt.
Der an Nummer vier gesetzte Zverev trifft in der ersten Runde auf Peter Polansky (Kanada), der sich als Lucky Loser für das Grans-Slam-Turnier qualifizierte.
Kurios: Schon in Melbourne, Paris und Wimbledon war Polansky in der Qualifikation gescheitert, nach den Absagen einiger Konkurrenten aber dennoch ins Hauptfeld gerutscht.
Maden trifft in New York auf Franzosen
Yannick Maden (28) erspielte sich derweil als einziger Deutscher über die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld der US Open. Maden bekommt es bei seinem zweiten Grand-Slam-Turnier in der ersten Runde am Dienstag mit dem von Ex-Profi Tommy Haas trainierten Franzosen Lucas Pouille zu tun.
Kerber, ebenfalls an vier gesetzt, trifft auf die Weltranglisten-410. Margarita Gasparjan (Russland). In der zweiten Runde könnte dann allerdings bereits die Französin Alize Cornet warten, gegen die Kerber zuletzt Anfang August in Montreal deutlich verloren hatte.
Auch Julia Görges hatte eine Qualifikantin zugelost bekommen, sie trifft am Montag auf die 19-jährige Russin Anna Kalinskaja. Andrea Petkovic ist im Duell mit der ehemaligen French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko klare Außenseiterin.
US Open 2018: Federer gegen Djokovic?
Titelverteidiger Rafael Nadal (Spanien) trifft auf seinen Landsmann David Ferrer. Derweil fiebern die Fans schon jetzt einem möglichen Viertelfinale zwischen Roger Federer (Schweiz) und Novak Djokovic (Serbien) entgegen.
Sowohl Federer, der gegen den Japaner Yoshihito Nishioka startet, als auch Djokovic, der zunächst gegen den Ungarn Marton Fucsovics spielt, haben eine ordentliche Auslosung erwischt und könnten sich schon in der Runde der letzten Acht treffen.
Bei den Frauen müssen die beiden Spitzenspielerinnen Simona Halep (Rumänien) und Caroline Wozniacki (Dänemark) gleich zu Beginn auf der Hut sein. Haleps Gegnerin Kaia Kanepi (Estland) war bereits mehrfach für eine Überraschung gut, Wozniacki muss gegen die ehemalige US-Open-Siegerin Samantha Stosur (Australien) spielen.
Schon in der dritten Runde könnten zudem die Williams-Schwestern Serena und Venus aufeinandertreffen.
Die Erstrundenspiele mit deutscher Beteiligung:
Männer:
Alexander Zverev (Hamburg) – Peter Polansky (Kanada)
Yannick Maden (Stuttgart) – Lucas Pouille (Frankreich)
Florian Mayer (Bayreuth) – Borna Coric (Kroatien)
Maximilian Marterer (Nürnberg) – Kei Nishikori (Japan)
Philipp Kohlschreiber (Augsburg) – Yannick Hanfmann (Karlsruhe)
Peter Gojowczyk (München) – Nicolas Jarry (Chile)
Mischa Zverev (Hamburg) – Taylor Fritz (USA)
Jan-Lennard Struff (Warstein) – Tim Smyczek (USA)
Frauen:
Angelique Kerber (Kiel) – Margarita Gasparjan (Russland)
Julia Görges (Bad Oldesloe) – Qualifikantin
Andrea Petkovic (Darmstadt) – Jelena Ostapenko (Lettland)
Laura Siegemund (Metzingen) – Naomi Osaka (Japan)
Carina Witthöft (Hamburg) – Caroline Dolehide (USA)
Tatjana Maria (Bad Saulgau) – Agnieszka Radwanska (Polen)
Social Media: Was machst du gerade, Facebook?
Derzeit vergeht kein Tag ohne Facebook-Schlagzeilen. Hinter mancher steckt bloß Aktionismus: Die Plattform will beweisen, dass sie Fake-News endlich ernsthaft bekämpft.
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Kampf gegen Falschmeldungen: Facebook bewertet die Glaubwürdigkeit von Nutzern
Viele Menschen melden Medienberichte als „falsch“, wenn ihnen der Inhalt nicht passt. Deshalb sortiert Facebook jetzt Nutzer, die das System missbrauchen, nach einer Skala und straft sie ab. Ein zentrales Punktesystem wie in China droht aber nicht.
