Basler sollen Brustkrebs-Marktmacht missbrauchen: Indien ermittelt gegen Roche

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BASEL – Roche steht in Indien unter Druck: Die Wettbewerbsbehörde ermittelt, weil der Basler Pharma-Riese seine dominierende Marktposition missbraucht haben soll. Es geht um das Brustkrebs-Medikament Trastuzumab.

Roche soll in Indien Ärzte, Spitäler und Regulierer getäuscht haben, um sein Brustkrebs-Medikament Trastuzumab besser zu verkaufen. Der Basler Pharma-Riese soll Schreiben verschickt haben, die die Sicherheit und Effizienz von Biosimilars in Frage stellen.

Biosimiliars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Zwei Biosimilar-Hersteller hatten sich bei der Wettbewerbs-Behörde darüber beschwert. Das schreibt die «Times of India» heute.

Konkurrenten beschwerten sich

Die Roche-Konkurrenten, die indische Biocon und die US-Firma Mylan, vertreiben Biosimilars, die ein Viertel billiger sein sollen als Trastuzumab.

Die indische Wettbewerbsbehörde äusserte sich, sie erachte die Beschwerde der Biosimilar-Firmen als stichhaltig und habe sie darum gebeten, innert 60 Tagen alle Details zu schildern.

«Werden zusammenarbeiten»

Auf Anfrage von BLICK schreibt Roche, alle Mitarbeitenden seien zur Einhaltung eines Verhaltenskodex der Roche-Gruppe verpflichtet. «In Indien werden wir mit den Behörden zusammenarbeiten.» 

Trastuzumab ist für Roche eine Goldgrube: Die Firma hat dank des Medikaments letztes Jahr 6,7 Milliarden US-Dollar eingenommen. Indien ist das Land, in dem weltweit am meisten Brustkrebs diagnostiziert wird – und damit ein sehr wichtiger Markt für Roche. 

Die indische Wettbewerbsbehörde schreibt in diesem Kontext, vor diesem Hintergrund seien die Roche-Aktionen nur ein Teil einer grossen Strategie. Mit dieser wolle der Konzern Wettbewerber in den wichtigsten Märkten loswerden.

Gute Quartalszahlen

Die Nachricht kommt an einem Tag, der für Roche eigentlich gut begonnen hatte: Heute Morgen hatte der Konzern gute Zahlen zum ersten Quartal bekannt gegeben. Er konnte die Umsätze um 4 Prozent auf 12,94 Milliarden Franken erhöhen.

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