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Kiel siegt im Nordderby – Meistertraum lebt
Alfred Gislason wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff ging der scheidende Trainer des THW Kiel zu seinem Torhüter Niklas Landin und nahm ihn unter dem Jubel der 10.285 Fans in der tobenden Halle ganz fest in den Arm.
Mit geradezu unglaublichen Paraden hatte Dänemarks Handball-Weltmeister seinen Kielern den 20:18 (11:11)-Sieg gegen Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt gerettet und die Chancen des THW auf den 21. deutschen Meistertitel am Leben gehalten.
Auch Trainer-Ikone Gislason, der im Sommer nach elf Jahren beim THW aufhört, darf weiter auf einen perfekten Abschied hoffen. Nach Punkten zogen die Kieler in der Tabelle mit Flensburg gleich, den DHB-Pokal haben sie bereits gewonnen, der EHF-Cup könnte am kommenden Wochenende folgen.
Landin mit Gala
Sieger und Besiegte waren sich in den Lobeshymnen über Landin absolut einig. „Wir haben heute gegen Niklas Landin verloren, überragend, wie er gehalten hat“, sagte Flensburgs Trainer Maik Machulla bei Sky, und sein genialer Spielmacher Rasmus Lauge bestätigte das: „Mit so einem unglaublichen Torhüter ist eben alles möglich.“ Bester THW-Torschütze war Spielmacher Domagoj Duvnjak mit fünf Treffern, bei der SG traf Lasse Svan ebenfalls fünfmal. „Ich bin fix und fertig“, sagte Duvnjak bei Sky: „Ich habe lange nicht so ein Spiel mit so wenig Toren gespielt.“
„Das war eine unglaubliche Stimmung, ein richtiges Handballfest“, sagte Gislason bei Sky: „Unsere Abwehr stand sehr gut, Landin war überragend, das hat es ausgeglichen, dass wir viel freie Chancen haben liegenlassen.“ Der so Gelobte wollte sich selbst gar nicht so sehr in den Mittelpunkt stellen. „Unsere Abwehr hat von Anfang an super gestanden, das hat den Ausschlag gegeben“, sagte Landin.
Während der THW mit seinen Fans den 16. Pflichtspielsieg nacheinander feierte, musste Flensburg im 30. Saisonspiel die zweite Niederlage einstecken. Die Mannschaft von Machulla führt die Tabelle mit 56:4 Punkten zwar weiter vor den Kielern (56:6) an, darf sich in den verbleibenden vier Spielen aber keine weitere Niederlage mehr erlauben. Zudem verloren die Nordlichter ihren Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson, der schon in der ersten Halbzeit wegen Rückenproblemen die Halle verlassen musste.
Flensburg kassiert zweite Pleite
Es dauerte tatsächlich eine Weile, bis sich die Flensburger an die Wucht der Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena und des Gegners gewöhnt hatten. Doch nach dem Kieler 5:2 (10.) durch Nationalspieler Steffen Weinhold stabilisierten sich die Gäste und übernahmen nach vier Treffern in Serie und exakt 16 Minuten durch ein Tor von Ex-Weltmeister Holger Glandorf erstmals die Führung.
Für die Glanzpunkte sorgten vor allem die Keeper beider Teams. Landin hatte mit zahlreichen spektakulären Paraden entscheidenden Anteil daran, dass die Hausherren im zweiten Durchgang schnell das Kommando übernahmen und die Führung bis in die Schlussphase nicht mehr abgaben.
Das Duell THW Kiel vs. SG Flensburg-Handewitt zum Nachlesen im LIVETICKER.
+++ Kiel : Flensburg 20:18 +++
Jetzt zieht Gislason noch einmal die grüne Karte, aber die Sparkassen-Arena ist schon längst am Feiern. Bei 13 Sekunden auf der Uhr wird Flensburg nicht mehr ausgleichen können. Und das war’s. Der Sieg geht an den THW Kiel und der Titelkampf ist wieder spannend.
+++ Kiel : Flensburg 20:18 +++
Flensburg braucht jetzt ein schnelles Tor! Es sind nicht einmal mehr 50 Sekunde auf der Uhr. Die Gäste versuchen es mit einem Kempa aber der Pass ist zu hoch. Das müsste die Entscheidung sein.
+++ Kiel : Flensburg 20:18 +++
Auch Duvnjak packt seine Fackel aus und sorgt für die 3-Tore-Führung. Flensburg antwortet in Person von Golla nach einer schnellen Mitte. Es wird wild: Weinhold ringt seinen Gegenspieler zu Boden und kassiert zwei Minuten. Machulla nimmt das Time-Out.
+++ Kiel : Flensburg 19:17 +++
Miha Zarabec haut einen überraschenden Schlagwurf raus und lässt Buric alt aussehen. Auf der Gegenseite pariert schon wieder Niklas Landin. Die Sparkassen-Arena kocht!
+++ Kiel : Flensburg 18:17 +++
Auf Kieler Seiten zeigt Ole Rahmel Nerven und steuert den Ball weit über das Tor. Flensburg schwächelt allerdings auch und wirft den Ball ins Aus. Die letzten vier Minuten sind angebrochen.
+++ Kiel : Flensburg 18:17 +++
Die Kieler Abwehr steht wie ein Fels und Landin hält quasi alles, was auf seinen Kasten kommt. Vorne leistet sich der THW das nächste Stürmerfoul. Die Einladung zum Anschluss nimmt Lasse Svan danken an und versenkt mit einem starken Treffer von Außen.
+++ Kiel : Flensburg 18:16 +++
Sensationell von Niklas Landin: Einmal mehr verhindert der Däne einen Treffer von Flensburg. Auf der Gegenseite zieht Duvnjak beim Zeitspiel mit voller Wucht ab und wirft Simon Hald genau ins Gesicht. Absicht ist dem Rückraumspieler nicht zu unterstellen und der Kroate entschuldigt sich sofort.
+++ Kiel : Flensburg 18:16 +++
Ekberg erwischt Buric bei einem Versuch von Außen am Kopf. Der Keeper steht aber schnell wieder auf und lacht sogar schon wieder. Die Kieler gewinnen dank starker Abwehrarbeit den Ball und Duvnjak nutzt die Chance: Er jagt Buric die Kugel um die Ohren und erhöht auf 18:16.
+++ Kiel : Flensburg 17:16 +++
Tolles Rückhand-Anspiel von Lauge an den Kreis. Johannes Golla sorgt für den Anschluss. Patrick Wiencek erhöht per Gegenstoß allerdings wieder auf zwei Tore. Auf der Gegenseite kann Jøndal verwandeln.
+++ Kiel : Flensburg 16:14 +++
Magnus Landin erhöht auf 16:14 und es zeigt sich ein bekanntes Bild: Nilas Landin krönt den Erfolg seines Bruders mit seiner nächsten Parade. Flensburg lässt sich trotzdem nicht aus der Ruhe bringen und es ist an Kiel-Coach Gislason, die nächste Auszeit zu nehmen.
+++ Kiel : Flensburg 15:14 +++
Toller Abschluss von Lasse Svan aus einem schwierigen Winkel. Zudem kassiert Rune Dahmke eine Zeitstrafe, weil er seinem Gegner in den Wurfarm greift. Aber auch auf der anderen Seite gibt es nach einem verlorenen Zweikampf gegen Zarabec 2-Minuten. Es bleibt eine körperbetonte Partie.
+++ Kiel : Flensburg 15:13 +++
Niklas Landin zeigt eine starke Vorstellung und pariert erneut. Aber auch Buric hält auf der Gegenseite und wächst über sich hinaus. Auch der nachfolgende 7-Meter landet nicht im Tor. Maik Machulla greift zur grünen Karte und nimmt ein Time-Out. Der Coach fordert mehr Tempospiel.
+++ Kiel : Flensburg 15:13 +++
Zarabec präsentiert seine Wendigkeit und tanzt die Flensburger Abwehr mit einem starken 1:1 aus. Hinten ist es einmal mehr Niklas Landin, der die Kieler mit einer tollen Parade unterstützt. Einem Stürmerfoul von Duvnjak folgt ein Fehlwurf von Jøndal. Ein spektakulärer Pass von Weinhold findet den Weg zu Kreisläufer Pekeler – der Ball landet im Tor.
+++ Kiel : Flensburg 13:13 +++
2-Minuten für Wiencek und Strafwurf für die Gäste. Jetzt sind beide Teams zu fünft, da auch Flensburg eine Zeitstrafe kassiert hat. Andi Wolff kommt zum 7-Meter aufs Feld und zeigt direkt seine erste Parade. Stark! Der Abpraller landet allerdings bei Flensburg – Svan netzt von Außen ein.
+++ Kiel : Flensburg 13:12 +++
Was für ein Pass von Zarabec auf Pekeler! Der Treffer zählt allerdings nicht, da der Nationalspieler im Kreis steht. Dafür entscheiden die Schiedsrichter auf 7-Meter, den Ekberg versenkt. Im Flensburger Angriff missglückt Glandorf ein Versuch aus der Distanz.
+++ Kiel : Flensburg 12:12 +++
Schwacher Abschluss! Patrick Wiencek bringt einen Konter nicht im Tor der Gäste unter. Auch Pekeler macht es nicht besser und lässt die nächste große Möglichkeit der Kieler im Gegenstoß liegen. Auf der anderen Seite leistet sich Flensburg technische Fehler und schenkt dem THW den Ball. Weinhold übernimmt Verantwortung und netzt zum 12:11 ein. Im Gegenzug erarbeitet sich Flensburg einen 7-Meter und Magnus Jøndal verwandelt.
+++ Karlsson nicht mehr einsatzfähig +++
Info aus der Kabine: Tobias Karlsson, der in der ersten Hälfte aufgrund von Rückenbeschwerden ausgewechselt werden musste, kann die Flensburger im zweiten Durchgang nicht mehr unterstützen.
+++ Kiel : Flensburg 11:11 +++
Die Abwehrreihen dominieren das Spiel, die Torhüter liefern eine starke Vorstellung. Nach einem Fehlwurf von Kiels Landin auf Außen ist es erneut sein Bruder, der eine schnelle Antwort von Flensburg verhindert. Die Teams gehen mit einem Unentschieden in die Pause.
+++ Kiel : Flensburg 11:11 +++
Flensburg fehlt ein wenig die Durchsetzungskraft aus dem Rückraum. Nur Glandorf konnte bislang Akzente setzen. Starkes Anspiel von Zarabec auf Pekeler, der souverän verwandelt. Kurz darauf wird es brisant. Duvnjak bekommt ein Stürmerfoul gepfiffen und ist mit dieser Entscheidung offensichtlich nicht einverstanden. Für seine Reklamation gibt es allerdings eine Zeitstrafe.
+++ Kiel : Flensburg 10:10 +++
Super Reflex von Niklas Landin! Der Kieler Keeper hält erneut. Im Spiel beider Mannschaften schleichen sich jetzt kleine Fehler ein. Aber auch die Schiedsrichter leisten sich einige fragwürdige Entscheidungen. Alfred Gislason reagiert auf die Unachtsamkeiten und nimmt eine Auszeit.
+++ Kiel : Flensburg 10:10 +++
Weinhold springt ohne Rücksicht auf Verluste durch die kleinste Lücke der Flensburger Abwehr und zieht den 7-Meter. Magnus Landin tritt an den Punkt und überwindet Buric. Anschluss für den THW! Sein Bruder – Niklas Landin – pariert auf der anderen Seite. Jetzt hat Kiel die Chance zum Ausgleich. Es ist wieder Weinhold, der einen Strafwurf erzwingt und Landin behält erneut die Nerven.
+++ Kiel : Flensburg 8:10 +++
Kiel kann die Überzahl nicht nutzen: Steffen Weinhold steuert die Kugel weit übers Tor. Flensburg nutzt das aus und zieht auf der Gegenseite einen 7-Meter. Wanne verwandelt mit einem Aufsetzer durch Landins Beine. Eines wird deutlich: Die Brisanz in dieser Partie nimmt immer weiter zu.
+++ Kiel : Flensburg 8:8 +++
Erneut ist es Glandorf, der aus der Distanz einnetzt. Der Ball rutscht Landin unglücklich durch die Finger. Miha Zarabec leitet nun das Kieler Spiel von der Mitte. Duvnjak zieht die Abwehr auf sich und sieht Hendrik Pekeler am Kreis. Im nächsten Angriff der Hausherren kassiert Lauge eine Zeitstrafe, nachdem er Wiencek am Kreis beackert. Den 7-Meter für dieses Foul verwandelt Ekberg zum 8:8.
+++ Kiel : Flensburg 6:6 +++
Flensburg findet nun besser ins Spiel und erarbeitet sich immer wieder gute Chancen im Konter. Auch die Abwehr steht besser als zu Beginn. Glandorf setzt den Ball aus dem Stand in den Winkel. Aber Duvnjak kommt direkt mit Tempo wieder auf die Flensburger Abwehr und sorgt für den Ausgleich.
+++ Kiel : Flensburg 5:4 +++
Es geht mit hohem Tempo hin und her. Wieder 7-Meter für die Gastgeber. Diesmal geht Buric allerdings als Sieger hervor und pariert den Versuch von Ekberg. Es bahnt sich das erwartete Torhüterduell an. Auf Seiten der Kieler zeigt Landin erneut, dass er voll da ist und hält den nächsten Wurf von Außen. Mit einem schnellen Ballgewinn sorgt Hampus Wanne für den Anschluss.
+++ Kiel : Flensburg 4:2 +++
Patrick Wiencek setzt sich am Kreis durch. Der Ball findet zwar nicht den Weg ins Tor, die Unparteiischen entscheiden aber auf 7-Meter. Ekberg verwandelt klar. Im Gegenzug zeigt Holger Glandorf, was er drauf hat.
+++ Kiel : Flensburg 3:1 +++
Und wieder ist es Duvnjak, der seine Stärke von Beginn an unter Beweis stellt und den nächsten Hammer aus dem Stand auspackt. Keine Chance für Benjamin Buric! Auch die Kieler Abwehr steht stabil und lässt wenig zu. Landin macht seinen Job zwischen den Pfosten bisher gut.
+++ Kiel : Flensburg 2:1 +++
Niclas Ekberg zeigt keine Nerven und verwandelt von Rechtsaußen souverän zur Führung. Flensburg tut sich in Unterzahl schwer, Rasmus Lauge muss sich einen schwierigen Wurf nehmen. Dieser landet allerdings rechts daneben.
+++ Kiel : Flensburg 1:1 +++
Was für ein Einstand! Niklas Landin hält einen Gegenstoß der Flensburger. Auf der anderen Seite kassiert der Tabellenführer die erste Zeitstrafe.
+++ Kiel : Flensburg 1:1 +++
Es geht von Beginn an hart zur Sache. Domagoj Duvnjak netzt direkt für den THW ein. Lasse Svan hat allerdings die Antwort parat und gleicht zum 1:1 aus.
+++ Los geht’s +++
Die beiden Teams machen sich bereit. Kiel ist zu Beginn der Partie in der Sparkassen-Arena im Ballbesitz, Flensburg bereitet sich auf die Defensive vor.
+++ Kampf um den Titel +++
Flensburg reist am 30. Spieltag der Handball-Bundesliga als Tabellenführer nach Kiel und will mit einem Sieg für die Vorentscheidung im Meisterschaftsrennen sorgen.
Vier Spieltage vor Schluss liegt der THW zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter, der allerdings noch ein Spiel mehr in der Hinterhand hat. Sollten die Kieler vor eigenem Publikum verlieren, wäre der Meisterschaftszug wohl endgültig abgefahren.
+++ Torhüter-Duell kann entscheiden+++
Voraussichtlich wird Niklas Landin beim THW Kiel zwischen den Pfosten beginnen, Benjamin Buric bei Flensburg. Die Torhüter-Position könnte zum Schlüsselduell werden – das verrät auch der ehemalige Flensburger Trainer Ljubomir Vranjes im SPORT1-Interview.
Wer erwischt den besseren Tag? „Niklas Landin zeigt in wichtigen Spielen meist noch einmal eine bessere Leistung“, meint Vranjes.
+++ Gislason wünscht sich Meisterschaft +++
Kiels Coach Alfred Gislason gibt am Ende der Saison das Team an seinen Nachfolger Filip Jicha ab. Mit der Meisterschaft in der Handball-Bundesliga würde sich für den Isländer noch einmal ein Traum erfüllen. „Noch eine zum Abschluss – das wäre schön.“ Der 59-Jährige stellt klar: „Ein Sieg im Derby würde den Druck auf Flensburg erhöhen.“
Wie Ferraris Angriff auf Mercedes im Desaster endete
Es sollte der Beginn einer großen Aufholjagd werden.
Mit einem runderneuerten Fahrzeug war Ferrari nach Barcelona gekommen. Dort wo die Scuderia der Konkurrenz noch das Fürchten gelehrt hatte. Damals im Februar – wenige Wochen vor Beginn der Saison.
Doch statt die Trendwende einleiten zu können, kassierte Ferrari die wohl schmerzhafteste Niederlage dieser Saison. Nach dem fünften Mercedes-Doppelsieg in Folge vergrößerte sich der Rückstand von Sebastian Vettel in der WM-Wertung auf den neuen Spitzenreiter Lewis Hamilton auf 48 Punkte. (Das Ergebnis aus Barcelona)
Vettel: „Ein großer Schritt zurück“
„Das war ein enttäuschendes Wochenende für uns, ein großer Schritt zurück“, musste Vettel resigniert feststellen.
Es waren klare Worte der Enttäuschung, nachdem er auch auf dem Circuit de Catalunya den Mercedes-Piloten weit hinterher fuhr und nicht einmal das Podest erreichte. Und doch geben sie den Frust des viermaligen Weltmeisters nur unzureichend wieder.
Denn schon in der Qualifikation war absehbar, dass die großen Anstrengungen seines Teams bei weitem nicht ausreichen würden, um Lewis Hamilton und Valtteri Bottas das Wasser reichen zu können.
Auch deshalb sah sich der von Position drei aus gestartete Vettel schon am Start gezwungen, alles zu riskieren, um im WM-Rennen nicht schon zu dieser frühen Saisonphase aussichtslos hinter die Silberpfeile zurückzufallen.
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Vettel zieht sich Bremsplatten zu
Die Attacke ging jedoch nach hinten los. Beim Versuch, in der ersten Kurve links an Bottas vorbeizuziehen, verbremste sich der Heppenheimer und wurde auch noch von Max Verstappen im Red Bull überholt.
Was anschließend passierte, dürfte ihm die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben. Statt ihn wegen eines offensichtlichen Bremsplattens in die Box zu holen, um frische Reifen aufzuziehen, ließ ihn der Kommandostand noch rundenlang chancenlos auf der Strecke geradezu verhungern.
Damit zog sich Teamchef Mattia Binotto aber nicht nur Vettels Ärger zu, sondern auch den seines jungen Teamkollegen. „Im ersten Stint war ich schneller“, sagte Charles Leclerc, den die Rennstrategen der Scuderia unerklärlich lange hinter Vettel her fahren ließen.
Es folgte das nächste Kapitel italienischer Unzulänglichkeiten. Beide Stopps bei Ferrari – sowohl der von Vettel als auch der von Leclerc – dauerten mit 4,4 Sekunden länger als üblich. Grund war in beiden Fällen ein verkantet angesetzter Schlagschrauber.
Ferrari-Taktik wirft Fragen auf
Aber auch auf der Strecke warf die Strategie der Scuderia weiterhin Fragen auf. Warum musste Vettel, der zur Halbzeit des Rennens auf den Medium-Reifen viel schneller unterwegs war, seinen Teamkollegen erst nach drei Runden überholen?
„Im zweiten Stint war mir lange nicht klar, ob wir auf der gleichen Strategie waren“, sagte Vettel nach dem Rennen verblüfft.
Dass sie es nicht waren, erkannte der 31-Jährige erst, als ihn sein Team dann doch irgendwann mal an Leclerc vorbei ließ. In der Zwischenzeit hatte er allerdings so viele Sekunden verloren, dass er auch im Kampf um Platz drei gegen Verstappen chancenlos war.
„Wir waren nicht schnell genug, um Max anzugreifen“, sagte Vettel, der den Niederländer auch nach dem Re-Start in Folge einer unverhofften Safety-Car-Phase nicht mehr wirklich gefährden konnte.
Der Rückstand hielt sich mit knapp 1,5 Sekunden zwar noch in Grenzen. Doch vorerst ist Verstappen auch in der WM-Wertung an Vettel vorbeigezogen, der nur noch auf Platz vier liegt.
Den Titel hat der Ferrari-Star fürs Erste jedenfalls abgehakt: „Zu diesem Zeitpunkt hat es keinen Sinn, auf die WM zu schauen.“
Komödie: «Das Familienfoto»: Eine wunderbar kaputte Sippe
Woran liegt es, dass französische Komödien von «Ziemlich beste Freunde» über «Willkommen bei den Sch’tis» bis zu «Monsieur Claude und seine Töchter» in den vergangenen Jahren immer wieder Rekorde brechen?
Vielleicht eine Erklärung: In einem Land, das nicht erst seit den Gelbwesten-Protesten tief gespalten ist, erscheint die versöhnliche Botschaft dieser Filme wie eine schöne Wunschprojektion: Wenn wir uns zusammenraufen, können wir es schaffen. Die Gesellschaft zerbricht an Einzelinteressen, aber im Kino darf noch von Solidarität und Nächstenliebe geträumt werden.
Auch Cécilia Rouauds stark besetzte, gar nicht so harmlose Komödie «Das Familienfoto» bedient ebenso amüsant wie vorhersehbar dieses Bedürfnis. Wir lernen drei Geschwister kennen, die sich eigentlich nichts mehr zu sagen haben: Die rebellische, alleinerziehende Gabrielle (Vanessa Paradis) arbeitet mehr schlecht als recht als «lebende Statue» am Seine-Ufer, die extrovertierte Elsa (Camille Cottin) verzweifelt an ihrem Kinderwunsch und ihrem Noch-Ehemann, und der stille Mao (Pierre Deladonchamps), ein depressiver, trinkfreudiger Spieleentwickler, torkelt immer knapp am Suizid vorbei.
Ihre längst getrennt lebenden Eltern beobachten das gesammelte Elend aus der Entfernung: Vater Pierre (Jean-Pierre Bacri) hat sich nie viel für seine Kinder interessiert, Mutter Claudine (Chantal Lauby), eine Psychotherapeutin, nervt mit gut gemeinten Ratschlägen. Bei der Beerdigung des Großvaters trifft diese dysfunktionale Sippe aufeinander. Es stellt sich heraus, dass ihre Großmutter an Demenz leidet. Und diese Krankheit der ansonsten sehr liebevollen alten Dame bringt die kaputte Mischpoke langsam wieder zusammen. Von der gequälten Frage «Wer nimmt Oma» entwickelt sich diese Komödie mit ernsten Untertönen zum Selbstfindungstrip einiger Großstädter am Rande des Nervenzusammenbruchs. Und neurotisch sind hier wirklich alle.
Wir erleben ein beeindruckendes Ensemble: Sängerin und Model Vanessa Paradis, die langjährige Freundin von Johnny Depp, gibt als kämpferische Mutter mit Idealen eine sehr gute Figur ab, nicht nur als Touristenattraktion. Ebenso stark ihre kinderlose Schwester, die von Camille Cottin mit hysterischer Verve ausgestattet wird. Den kleinen depressiven Bruder spielt Pierre Deladonchamps bestürzend echt. Dazu gesellen sich dann der bissig-lakonische Jean-Pierre Bacri als Rabenvater und Chantal Lauby («Monsieur Claude und seine Töchter») als nervig-liebevolle Mutter.
Aber die Regisseurin und Drehbuchautorin Cécilia Rouaud hat zu viel Stoff in ihren zweiten abendfüllenden Spielfilm hineingepackt: Als hätte sie Angst, ihr buntgeschecktes Familiengemälde wäre doch zu alltäglich oder banal geraten, schaltet sie ständig zwischen den bestens aufgelegten Protagonisten hin und her. So ergibt sich allerdings nur ein hübsch anzusehender, aber etwas belangloser Flickenteppich, und dies haben ihre starken Darsteller eigentlich nicht verdient.
– Das Familienfoto, Frankreich 2018, 99 Min., FSK ab 0, von Cécilia Rouaud, mit Vanessa Paradis, Jean-Pierre Bacri, Camille Cottin, Pierre Deladonchamps.
Gentner ledert gegen VfB: „Geht mir auf den Sack“
Kapitän Christian Gentner sieht die Situation beim abstiegsgefährdeten Bundesligisten VfB Stuttgart äußerst kritisch. „Es gibt ein paar Dinge, die mir nicht passen, die mir auch ein bisschen auf den Sack gehen, die ich mir anders vorgestellt hätte“, sagte der 33-Jährige laut kicker und Bild.
Gentners Vertrag läuft aus
Auf was seine Kritik genau abzielt, wollte Gentner „nicht öffentlich thematisieren“. Offensichtlich nervt den Routinier die ständige Unruhe bei den Schwaben, aber auch seine ungeklärte Zukunft beim VfB. Der Vertrag von Gentner in Stuttgart läuft aus. Die Gespräche liegen aktuell auf Eis.
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Der VfB hat vor dem letzten Spieltag den Relegationsplatz sicher. Am 23. und 27. Mai kämpft Stuttgart in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten (Paderborn oder Union Berlin) um den Klassenerhalt.
Sture Verkäuferin bei „Bares für Rares”: Verkauf scheitert an 10 Euro
Einen Karton voller Erbstücke möchten Diana und Sven Böllinghaus bei Bares für Rares verkaufen und hoffen auf einen guten Preis. Experte Sven Deutschmanek schätzt den Wert der etwa sechzig Jahre alten Legosteine auf 120 bis 130 Euro und klärt auf, worum es sich bei dem Konvolut genau handelt. Meist sind es sogenannte Kleinpackungen, die es früher unter anderem an Tankstellen zu erwerben gab. Der damalige Preis lag bei einer D-Mark pro Karton. Um die 100 Euro haben sich Diana und Sven Böllinghaus für ihre Raritäten als Wunschpreis vorgestellt, sodass eigentlich alles klar sein dürfte. Im Händlerraum läuft es allerdings anders ab, als geplant.

Waldi bietet 100 Euro und bekommt den Zuschlag überraschend nicht
Die Händler sind von den kleinen Spielzeugen durchaus angetan und es dauert nicht lange, bis die ersten Gebote abgegeben werden. Schließlich bietet Waldi seine obligarorischen 80 Euro, doch die Verkäufer sind damit noch nicht zufrieden und nennen die Schmerzgrenze von 120 Euro. Waldi schlägt vor, sich in der Mitte bei einem glatten Hunderter zu treffen und erfüllt somit die ursprüngliche Preisvorstellung von Diana und Sven Böllinghaus. Doch statt einzuschlagen will die Verkäuferin plötzlich 110 Euro haben und lässt sich von diesem Vorhaben nicht mehr abbringen. Der sichtlich verdutze Händler weist darauf hin, dass er bereits 20 Euro über seinen Vorstellungen liegen würde, doch Diana Böllinghaus lässt sich nicht umstimmen und nimmt die Legosteine wieder mit nach Hause. So kann es auch laufen, dennoch ist es schon etwas verwunderlich, dass ein Verkauf an 10 Euro scheitert. Das Video hierzu findet ihr in der Mediathek des ZDF.
Noch mehr kuriose Geschichten aus dem Händlerraum der beliebten Show findet ihr hier:
Bares für Rares läuft werktags um 15:05 Uhr im ZDF, ältere Folgen werden bei ZDF Neo um 08:50 Uhr und um 18:30 Uhr wiederholt. Das Konzept der Show ist so einfach wie genial. Menschen wie du und ich lassen Ware, die sie verkaufen möchten, von Experten schätzen und feilschen dann mit Profi-Händlern um den finalen Preis. Gern zum Verkauf angeboten werden Erbstücke wie Schmuck, Bronzen oder Antiquitäten. Oft kommt es im Händlerraum zu einem guten Deal für alle Beteiligten, manchmal wie in diesem Fall allerdings nicht.
Frankfurt verlängert mit Kapitän
Die Frankfurt Skyliners aus der Basketball Bundesliga (BBL) haben den Vertrag mit Mannschaftskapitän Quantez Robertson um zwei Jahre bis 2021 verlängert. Der 34-jährige US-Amerikaner spielt bereits seit 2009 für die Hessen, die es in diesem Jahr nicht in die Playoffs geschafft haben.
„Tez ist das Gesicht des Klubs. Quantez macht auf dem Feld so viele Dinge, die uns zum Sieg helfen. Er ist sicher einer der vielseitigsten Spieler, die ich je coachen durfte. Dazu ist sein Basketball-IQ auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Trainer Gordon Herbert.
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