Komplizierte Operationen sollten nur Kliniken machen, die darauf gut vorbereitet sind. Das ist laut AOK Qualitätsmonitor 2018 aber bei Weitem nicht immer der Fall. Mit teils fatalen Folgen für die Patienten.
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AOK Qualitätsmonitor 2018 – Warum viele Todesfälle in Kliniken vermeidbar wären
Influencer: #werbung #lifestyle
Der Aufstieg der Influencer verändert die Regeln des Marketing: Welche Gesetze gelten für die Selbstdarsteller? Und wer überwacht das Werbetreiben im Internet?
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Kitchen Multi Tool: Die ganze Küche im Taschenmesser-Format
Wer kennt das nicht, man möchte gerne etwas bestimmtes Kochen aber (wenn es einmal ausnahmsweise nicht an den Zutaten mangelt) verfügt über kein geeignetes Küchenwerkzeug. Gerade denjenigen, die noch nicht so lange aus Hotel Mama ausgecheckt haben, dürfte dieses Szenario recht vertraut erscheinen. Natürlich ist es erstrebenswert, sich Stück für Stück eine hochwertig und vielseitig ausgestattete Küche zusammen zu stellen, aber manchmal muss es eben etwas schneller und günstiger gehen. Für solche Fälle wäre das Kitchen Multi Tool durchaus eine Überlegung wert.

Das Prinzip ist sehr einfach erklärt; das Kitchen Multi Tool bedient sich dem Grundaufbau des Schweizer Taschenmessers und legt dabei den Fokus auf Kochutensilien. Wir haben uns das Gadget mal etwas genauer für euch angesehen und sagen euch, ob es zumindest im ersten Eindruck überzeugen kann.
Nützlicher Helfer oder nur eine schöne Spielerei?
Wer sich zunächst einmal nur die Bilder ansieht, wird sich bestimmt denken „Das ist ja schön und gut, aber was genau bringt mir ein winziger Hobel?“. Das war zumindest mein erster Gedanke bevor ich mich mit den Produktinformationen beschäftigt hatte. Der Schein trügt, zwar sieht das Kitchen Multi Tool aus wie ein Schweizer Armee Messer, ist aber ein ganzes Stück größer. Im eingeklappten Zustand misst es 23 x 11 x 7 cm (L x B x H). Die einzelnen Werkzeuge haben also durchaus eine authentische Größe.
Aber immer der Reihe nach, was steckt denn nun eigentlich drin? Nun, neben dem bereits erwähnten Käsehobel verfügt das Tool über einen Löffel, eine Knoblauchpresse, einem Sägemesser, Schälmesser, einer Tranchiergabel, einem Zestenreißer, einem Kartoffelschäler sowie Selbstverständlichkeiten wie einen Korkenzieher oder einen Flaschenöffner. All die Werkzeuge lassen sich wie bei einem Klappmesser herausziehen bzw -schieben.

Nachdem wir nun geklärt haben, was so drinsteckt, stellt sich mir die Frage, ob man damit sinnvoll arbeiten kann. Bei der Suche nach einer Antwort darauf muss man allerdings fair bleiben; es steht außer Frage, dass es praktischer wäre, jedes dieser Werkzeuge einzeln zu besitzen. Leute, die das tun, sind hier aber auch ganz klar nicht die Zielgruppe. Das Kitchen Multi Tool ist vor allem für diejenigen, die gerne eine kostengünstige Alternative für all diese Gerätschaften haben möchten.
Praxistauglichkeit konkurriert mit den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten
Berechtigte Zweifel darf man natürlich dennoch haben. Ob für jemanden nun die Handlichkeit weniger einzelner Werkzeuge oder die schiere Vielfalt des Alleskönners überwiegen, ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Wie viel man gedenkt damit zu kochen, spielt sicher auch in diese Überlegungen mit rein. Die Reinigung dürfte allerdings kein Spaß werden, denn dank der Holzgriffschalen würde ich die Spülmaschine nicht unbedingt empfehlen.
Alle armen Studenten, die sich gerne mal eine Knoblauchzehe in ihre Portion Nudeln mit Tomatensoße geben und das Ganze mit einer Prise frischgeriebenen Parmesan abrunden möchten, haben auf jeden Fall die Möglichkeit, sich das Kitchen Multi Tool für 33,29 Euro auf der Website von Firebox zuzulegen, die wir im Folgenden verlinkt haben.
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Alarmstufe Rot bei Ferrari
Toto Wolff sagte nach dem Saisonfinale der Formel 1 einen Satz, der bei den Ferrari-Fans große Sorgenfalten hervorgerufen haben sollte.
„Heute war das erste Rennen der Saison 2018“, erwähnte der Motorsportchef des Konstrukteurs-Weltmeisters Mercedes bei Sky so nebenbei. Doch die Bedeutung der Worte ist weitaus stärker, als man vermuten könnte.
Das letzte Rennen eines Formel-1-Jahres ist – insbesondere wenn die WM wie dieses Mal schon vorher entschieden ist – ein Fingerzeig für die kommende Saison. Wolff erklärte: „Es sind sicher alle mit Entwicklungsteilen für das nächste Jahr gefahren.“
Rosberg sorgt sich um Ferrari
Heißt: Die Leistungsfähigkeit der Autos in Abu Dhabi ist ein erstes Anzeichen dafür, wie es 2018 laufen könnte. Und die silberne Dominanz dürfte die Konkurrenz nicht gerade optimistisch stimmen.
Vor allem der große Rückstand von Sebastian Vettel auf Sieger Valtteri Bottas und den Zweitplatzierten Lewis Hamilton war bemerkenswert. Fast 20 Sekunden nach dem Mercedes-Duo überquerte der Deutsche die Ziellinie.
Ex-Weltmeister Nico Rosberg ist sogar der Meinung, dass Vettels Abstand noch größer gewesen wäre, hätte Hamilton Bottas überholt. „Bei Ferrari mache ich mir Sorgen für das nächste Jahr. Der Rückstand war schon sehr groß“ konstatierte Rosberg bei RTL.
Droht Ferrari schon wieder den Anschluss zu verlieren, nachdem sich der Rennstall in diesem Jahr zum einzigen nahezu ebenbürtigen Herausforderer der Silberpfeile gemausert hatte?
Räikkönen weit hinter Bottas zurück
Einiges deutet darauf hin. Mercedes war seit der Sommerpause das klar beste Team, gewann sechs der letzten neun Saisonrennen. Ferrari gewann im gleichen Zeitraum lediglich einen Grand Prix.
Das Sterne-Team hat mit Hamilton und Bottas zudem das bessere Fahrerduo als Ferrari, wo Kimi Räikkönen kaum internen Druck auf Vettel ausübt. Im finnischen Fernduell zog er um 100 Punkte den Kürzeren.
Die Silberpfeile haben darüber hinaus in den letzten Jahren stets bewiesen, dass sie sich gegen die stärker werdenden Rivalen behaupten können. (Fahrerwertung der Formel 1)
Die Mercedes-Verantwortlichen rechnen für 2018 dennoch mit mehr Herausforderern. „Es sieht so aus, dass es Ferrari und Red Bull werden. Ich bin aber auch neugierig, wo McLaren und Renault stehen werden, denn auch diese Teams haben die nötigen Ressourcen“, prophezeite Wolff.
Vettel will WM-Titel in Angriff nehmen
Angesichts der klaren Niederlage gegen Mercedes beim Saisonfinale muss sich Ferrari im Winter noch akribischer vorbereiten. Diese Aufgabe geht Vettel jedoch optimistisch an.
„Wir werden über den Winter wieder hart arbeiten und noch stärker zurückkommen“, kündigte der viermalige Weltmeister an. Er hält sogar den Titel für möglich. „Hoffentlich können wir uns gut erholen und ausholen für den großen Wurf im nächsten Jahr“, fügte Vettel hinzu.
Damit das gelingt, hat Ferrari jedoch erst einmal einiges aufzuholen.
„Anne Will“: Nur nicht unglaubwürdig werden – wie die SPD um die Frage nach der GroKo herumeiert
Natürlich erscheint uns eine neue Große Koalition unter Angela Merkel mittlerweile so gut wie alternativlos, aber natürlich wollen weder SPD noch CDU das gerade so sagen. Lieber betonen sie, auch bei Anne Will, einmal mehr, in welch außergewöhnlicher, ja: nie gekannten Lage sich das Land gerade befände und wie sehr es gerade jetzt in dieser Regierungsbildungskrise auf den Bundespräsidenten ankäme. Anders kommen die Sozialdemokraten ja aber auch nicht von ihrer bisher so strikten Ablehnung genau dieser Großen Koalition herunter. Und von dem Diktum ihres Parteichefs Martin Schulz, der noch nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen ein neues Bündnis mit der Union ausdrücklich ausschloss. Lieber wollte er Neuwahlen, de facto also: die Große Koalition erst nach Neuwahlen, und nicht jetzt schon.
Nun ist also an dem niedersächsischen SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil, seiner eigenen Partei bei Anne Will schrittweise den Weg in eine neue Bundesregierung zu eröffnen – schließlich ist er selbstgerade Chef einer ebensolchen Großen Koalition geworden, gegen seinen anfänglichen Willen. Zugleich soll die SPD nicht noch unglaubwürdiger werden als sie es ohnehin schon ist und der angeschlagene Martin Schulz weiter die Chance haben, SPD-Chef zu bleiben. Schwierige Aufgabe! Also betont Weil, dass die SPD selbstverständlich nicht selbstverständlich weiter regieren würde, und dass die Partei natürlich auch an andere Formen der Regierens erwägt, die Duldung einer CDU-geführten Minderheitsregierung etwa.
„Anne Will“: Weil führt sich selbst ad absurdum
So richtig erwogen werden sie dann aber doch wieder nicht, denn Herr Weil ist kein Freund eines „völlig frei fließendes Parlaments“, wie er freimütig erklärt, schließlich ist er Ministerpräsident, also Regierungschef, da hat man sowas nicht so gerne. Das eint ihn übrigens mit dem CDU-Kollegen Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen, für den eine Minderheitsregierung eine „schlechte Lösung“ ist, eher eine Art Ultima Ratio.
Weil geht sogar soweit, eine Minderheitsregierung aus CDU/CSU und Grünen auszuschließen, weil sie keine parlamentarischen Mehrheiten fände, so sein Argument. Also: Weil die SPD das gar nicht unterstützen will, um es klarer zu sagen. Obwohl die SPD doch angeblich allerlei ernsthaft erwägen wollte, jenseits der Großen Koalition. So führt Weil sich immer wieder selbst ad absurdum, weil er die Große Koalition eben doch will, ganz pragmatisch, so wie zu Hause in Hannover – das aber so klar nicht sagen will, aus taktischen Gründen. Dass die Jusos in der SPD sich als „Bollwerk“ gegen eine solche Regierung sehen? Kommentiert er nicht weiter, wer sind schon die Jusos?
Minderheitsregierung – nicht der Rede wert
Das Plädoyer für eine Minderheitsregierung von Ulrich Battis, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, verhallt also weitgehend ungehört: Sie wäre „die große Stunde des Parlaments“, betont er, und das sollten doch alle Parlamentarier begrüßen. Die beiden Regierungschefs in der Runde aber können das leider gar nicht, und Katrin Göring-Eckart, die grüne Fraktionschefin im Bundestag auch nicht, weil das zu viele Fragen in den eigenen Reihen aufwirft. Lieber verspricht Göring-Eckart der Großen Koalition scheinbar mutig „die härteste Opposition“, die Grüne je gemacht haben, und das ist für Grüne eh einfacher.
Der diskrete Hinweis auf all die stabilen Minderheitsregierungen in Skandinavien wird mit dem Hinweis auf die bedeutende Rolle Deutschlands in der EU in der Runde rasch verworfen. Und der Verweis auf den Bundesrat gleich ganz übergangen: Denn de facto haben wir hierzulande ja schon jetzt in vielen wichtigen Fragen eine Minderheitsregierung – nämlich dann, wenn der Bundesrat einem Gesetz zustimmen muss. Und der hat ja in aller Regel eine ganz andere Mehrheit als der Bundestag.
Steinmeiers „große Leistung“
Niemand sei daran gehindert, täglich klüger zu werden, räsoniert Herr Weil dann noch. Die Kanzlerin, die am letzten Montag noch von Neuwahlen sprach, hat das binnen weniger Tage schon geschafft, freut sich Battis, der selbiges auch der SPD zutraut. Auf diese Weise sitzt Merkel nun so fest im Sattel wie zuvor, obwohl sie bei der Wahl klare Verluste hinnehmen musste und hernach als Verhandlungsführerin bei den Jamaika-Sondierungen scheiterte. Doch niemand macht ihr ihre Führungsrolle streitig. Soweit muss Martin Schulz noch kommen. Vorher aber muss er nochmal zu seinem Parteifreund, dem Bundespräsidenten, der ihm die Neuwahlen streitig macht. „Er hat sich die ungezogenen Kinder mal zur Brust genommen“, sagt Battis – und das sei eine „große Leistung“ von Frank-Walter Steinmeier gewesen.
Wildgänse am Niederrhein dokumentiert Hans Glader
Großes Geschnatter am Niederrhein: Zehntausende Wildgänse sind zum Überwintern in den Auenlandschaften gelandet. Naturfotograf Hans Glader dokumentiert das Schauspiel seit Jahren.
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LIVE auf SPORT1: Bayreuth mit Aufwind gegen Bonn
Am Sonntag treffen am 10. Spieltag der Basketball-Bundesliga die Telekom Baskets Bonn auf medi Bayreuth. SPORT1 zeigt die Partie ab 15 Uhr LIVE im Free-TV.
Auswärts haben die Gäste aus Bayreuth momentan einen Lauf. Zuletzt gewannen sie in Ulm und Oldenburg und wollen diese Serie in Bonn nun weiter ausbauen. Im letzten Spiel vor dem zweiwöchigen FIBA-Break können die Oberfranken ihre Topplatzierung festigen.
Momentan rangieren sie hinter dem FC Bayern und den MHP Riesen Ludwigsburg auf dem dritten Tabellenplatz. Erst zwei Niederlagen musste das Team von Trainer Raoul Korner hinnehmen, diese Statistik wollen sie selbstverständlich wahren.
Für die Hausherren geht es hingegen um die Festigung ihres Playoff-Rangs. Im Rennen um einen Platz in den diesjährigen Finals spüren die Bonner bereits die Konkurrenz in ihrem Nacken. Momentan belegen sie den achten Tabellenplatz, der für eine Playoff-Teilnahme ausreichen würde.
Bayern empfängt Bamberg zum Topspiel
Außerdem trifft am Sonntag der Tabellenführer FC Bayern auf den amtierenden Meister Brose Bamberg (ab 17.30 Uhr im LIVETICKER). In dem Topspiel ist viel Spannung vorprogrammiert. Nachdem die Saison der Bamberger holprig begann, sind sie inzwischen wieder in ruhigerem Fahrwasser.
Doch auf das Team von Andrea Trinchieri wartet niemand geringeres als das beste Defensivteam der Liga. Nicht umsonst stehen die Bayern momentan mit nur einer Niederlage ganz oben an der Tabelle.
Fußball der Spitzenklasse bei SPORT1
Ob packender Amateur-Fußball oder die Highlights aus den besten Ligen Europas: Bei SPORT1 bekommen sie das Rundumpaket und verpassen am Montag nichts.
Schon um 18.30 Uhr geht es los mit Bundesliga Aktuell (LIVE im TV auf SPORT1), wo es alles Wichtige zum Derby-Wahnsinn von Dortmund und sowie der Stimmung beim BVB gibt. Außerdem Berichte zur 2. Bundesliga und dem Geschehen im internationalen Fußball. Es folgt Goooal – das internationale Fußball Magazin (ab 19.15 Uhr im TV auf SPORT1). Dort sehen Sie die größten Highlights aus den Eliteligen Spaniens, Englands, Frankreichs und Italiens.
Darauf folgt der Höhepunkt des Tages: Am 21. Spieltag in der Regionalliga Südwest messen sich der TSV Steinbach und die Kickers Offenbach (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Für die neuntplatzierten Steinbacher gilt es gegen die Kickers, den Abstand zum Tabellenende komfortabel zu halten. Offenbach könnte mit einem Sieg sogar Waldhof Mannheim von Platzzwei verdrängen.
Es ist bereits das dritte Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Saison. Im Hinspiel konnte der OFC am Bieberer Berg mit 2:0 siegen. Im Viertelfinale des Hessenpokals gelang Steinbach aber die Revanche, der TSV schmiss Offenbach mit 2:1 aus dem Wettbewerb.
Und wem das alles noch nicht genug Fußball ist, der hat die Möglichkeit sich im LIVETICKER auf SPORT1.de und in der SPORT1 App über die Begegnung zwischen Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga auf dem Laufenden zu halten. Die Fortuna kann mit einem Sieg wieder zum Spitzenreiter werden, für Dresden zählt dagegen jeder Punkt im Kampf gegen den Abstieg.
Den Fußball-Abend abschließen können Sie mit den Premier League Highlights (ab 22.15 Uhr im TV auf SPORT1). Unter anderem wird der Auftritt von Jürgen Klopps FC Liverpool am 13. Spieltag der höchsten englischen Spielklasse gegen Meister Chelsea genauer beleuchtet.
24. Dortmunder Jazztage: Alexandra Lehmler „Sans Mots“ live
Alexandra Lehmler präsentierte bei den Dortmunder Jazztagen ihr deutsch-französisches Quartett. Dass Lehmler einer „Idealvorstellung einer polystilistischen Offenheit“ folgt, zeigt sich auch in dieser von ihr zusammengestellten Wunschformation. Auf der Bühne des domicil in Dortmund stellten die vier Künstlerinnen und Künstler ihre stilistische Wandlungsfähigkeit unter Beweis.
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Lohndumping in der Friseurausbildung: Warum Salonbesitzer ihre Lehrlinge so unterschiedlich bezahlen
Lisa ist Auszubildende im Friseurhandwerk und bekommt unterm Strich 1,33 Euro pro Stunde ausbezahlt – in einem Vollzeitjob. Damit kommt die 18-Jährige nicht einmal auf ein Sechstel des gesetzlichen Mindestlohns. „Dafür, was ich schon alles mache, ist der Lohn nicht fair“, sagt sie. Denn in ihrem dritten Lehrjahr dürfe sie vom Färben bis zur Hochsteckfrisur eigentlich schon alles machen, verdiene jedoch nur knapp über dem Tarif ihres Bundeslandes. Ihr Monatsgehalt: 230 Euro.
Bundesweite Unterschiede eine Frage der Wirtschaftlichkeit?
In Deutschland unterscheidet sich die tarifliche Vergütung für Friseurazubis zum Teil enorm: Das höchste Gehalt im ersten Lehrjahr von 450 Euro pro Monat bekommen Auszubildende in Hessen. In Ostdeutschland wird weitaus weniger gezahlt: In Sachsen 200 Euro, in Sachsen-Anhalt laut Tarif sogar nur 153 Euro. Doch wie erklären sich die bundesweiten Unterschiede? Und: Warum zahlen so viele Salonbesitzer keine höheren Gehälter – können oder wollen sie nicht? „Wir können nicht dasselbe Gehalt zahlen, das jemand zum Beispiel bei der Bank bekommt“, sagt Thomas Rümpler aus Dresden. Der Inhaber von zwölf Salons in Sachsen entlohnt seine elf Lehrlinge weiterhin nach dem aufgekündigten Tarifvertrag aus dem Jahre 1997. Grund für die geringe Bezahlung sei, dass er als Unternehmer und für die gesamte Firma denken müsse – auch wenn es ihm menschlich leidtue. „Die Lohnkosten sind mit Abstand die höchsten Kosten, dort sind momentan keine großen Sprünge möglich“, so Rümpler.
Friseur-Azubis_10.50Ein Auszubildender kostet in drei Lehrjahren rund 17.000 Euro, sagt Thomas Rümpler. Das Geld könne er kaum wieder einnehmen. Ein Damenhaarschnitt kostet in seinem Salon 52 Euro, bei einem Azubi im ersten Lehrjahr nur 7,50 Euro – um Kunden anzulocken. Damit machen sie allerdings kaum Umsatz für ihren Chef.Hinzu komme die nötige Übung an einem künstlichen Übungskopf, bevor die Lehrlinge einen Kunden bedienen könnten. „Daran verdienen wir keinen einzigen Cent.“
Lehrlinge als unternehmerische Investition in die Zukunft
130 Kilometer weiter in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) führt Jens Kögel einen Friseursalon in einem ähnlichen Preissegment. Er zahlt seinen Azubis jedoch freiwillig fast das Doppelte des alten Tarifs: 300 Euro im ersten Lehrjahr. Das veraltete Tarifgehalt sei für ihn „unwürdig“, so Kögel. Die Auszubildenden seien eine unternehmerische Investition in die Zukunft. „Und mit 150 oder 160 Euro bekommt man glaube ich keinen Jugendlichen mehr in den Beruf.“
Im Salon von Jens Kögel darf die 19-jährige Jasmin schon an ihrem zweiten Tag beim Färben assistieren. Shampoonieren, Kopfmassage, Handservice, Ansatzfarbe – sobald sie gezeigt habe, dass sie das könne, werde sie auch das wohl machen dürfen, ist sich Jasmin sicher. Das Ziel von Jens Kögler: Seine Lehrlinge sollen möglichst schnell eigenen Umsatz machen, dafür investiert der Chef pro Azubi zusätzliche 250 Euro monatlich in eine private Berufsschule, wo sie auf die Arbeit vorbereitet werden. „Wenn sich fremde Lehrlinge bei uns beworben haben, fiel auf, dass sie zu wenig können“, so Kögel. „Da sind unsere Lehrlinge schon zwei Schritte weiter und können vieles selber erwirtschaften.“ Kögels 19-jähriger Lehrling Marius etwa kann im zweiten Lehrjahr bereits Kunden eigenständig bedienen. Er sagt: „Für Damenhaarschnitte kann ich schon Geld nehmen, nur nicht den vollen Preis und es dauert eben etwas länger als normal.“ Ende des Monats komme er inklusive Trinkgeld damit auf 600 bis 700 Euro netto.
Müssen Salonbetreiber die Ausbildungswege überdenken?
Sind es also die unterschiedlichen Ausbildungsansätze, die es Salonbetreibern erlauben, mehr – oder eben nur wenig – zu bezahlen? Live in der Sendung diskutierte Steffen Hallaschka darüber mit Thomas Rümpler, dem Salonbesitzer aus Sachsen, und mit Marvin Reschinsky von der Gewerkschaft Verdi. Rümpler räumte ein, dass Jens Kögel, der einen höheren Lohn zahle, ihm wirtschaftlich voraus sei. „Auch seine Azubis sind unseren von der Wirtschaftlichkeit einen Tick voraus“, so der Salonbesitzer. Gewerkschafter Reschinsky kritisierte, dass in Sachsen keinen Tarifvertrag gebe, dieser sei arbeitgeberseitig gekündigt worden. Er sagte: „Aus unserer Sicht sind Auszubildende im Friseurhandwerk schnell wirtschaftlich.“ Selbst Azubis für nur 153 Euro würden doch ausgelernte Kräfte entlasten, die dann mehr Kunden bedienen könnten – selbst wenn sie nur Haare waschen, Farbe auftragen oder sogar nur Putzen. „Dieses Argument lassen wir im Moment nicht gelten“, so Marvin Reschinsky.
Möglicherweise brauchen auch Salonbetreiber eine gute Beratung, wie sie ihre Auszubildenden schnell gut ausbilden – oder richtig einsetzen. Ein Punkt spielt jedoch eine wesentliche Rolle: „Bei einem Damenhaarschnitt halte ich 45 Euro für Waschen, Schneiden, Föhnen für einen fairen Preis“, sagte Friseurmeister Thomas Rümpler. Wie viel sind die Kunden aber bereit zu zahlen? Nach einer stern TV-Umfrage unter mehr als 9000 Zuschauern sind Frauen derzeit bereit, für einen einfachen Haarschnitt durchschnittlich 32,20 Euro zu bezahlen, Männer würden dafür durchschnittlich 22,40 Euro ausgeben. Mehr als 30 Euro für einen Haarschnitt waren 36 Prozent der Frauen und nur 11 Prozent der Männer bereit zu bezahlen. Die Gewerkschaft Verdi möchte durch einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag den Druck auf die Kunden erhöhen. „Dann müssen sich die Kunden an neue Preise gewöhnen und der Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten hört damit auf“, glaubt Marvin Reschinsky.
Letztlich geht es wohl in jeder Branche um einen fairen Lohn für echte Arbeit. In diesem Punkt dürften sich alle Arbeitnehmer – egal in welchem Beruf – einig sein. Und wir alle gehen auch zum Friseur.
