In unserer Bildergalerie finden Sie spannende Eindrücke von den Acts im Stadttheater Gütersloh und dem Bunker Ulmenwall in Bielefeld.
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Bilder & Fotos vom WDR 3 Jazzfest 2019
Gummersbach holt Kreisläufer aus Kroatien
Handball-Bundesligist VfL Gummersbach hat seine erste Neuverpflichtung für die kommende Saison perfekt gemacht.
Der Kreisläufer Tin Kontrec (29) kommt im Sommer aus seiner Heimat vom kroatischen Rekordmeister RK Zagreb zu den Oberbergischen und erhält einen Zweijahresvertrag. Kontrecs Stärken liegen vor allem in der Defensive.
„Genau das ist ein Bereich, den wir zur kommenden Saison auf jeden Fall verstärken wollen“, sagte VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler.
Kontrec möchte „ein Zeichen setzen“
Kontrec sammelte bereits Erfahrungen in der Champions League und in der kroatischen Nationalmannschaft, mit der er 2017 bei der Weltmeisterschaft in Frankreich ins Halbfinale einzog.
Gummersbach steht derzeit nur auf dem 16. Tabellenplatz und schwebt damit in akuter Abstiegsgefahr. „Sicherlich ist die sportliche Situation beim VfL angespannt“, sagte Kontrec: „Dennoch möchte ich mit meiner frühzeitigen Vertragsunterzeichnung auch ein Zeichen setzen.“
Diskussionen entbrannt: Zu wenig Monte Carlo bei der Rallye Monte Carlo?
Die Rallye Monte Carlo ist eine der berühmtesten und geschichtsträchtigsten Motorsportveranstaltungen der Welt. Zum ersten Mal wurde sie im Jahr 1911 ausgetragen. Das Flair des Fürstentums sowie die Prüfungen im bergigen Umland sorgten für einen besonderen Charme. Nach der 87. Ausgabe am vergangenen Wochenende regte sich Kritik, denn die Rallye fand kaum in Monte Carlo selbst statt.
2019 gab es keinen zeremoniellen Start vor dem berühmten Casino. Stattdessen fand er im Zentrum von Gap statt. Wobei anzumerken ist, dass das die Heimat von Sebastien Ogier ist und der Weltmeister von seinen Fans gefeiert wurde. Der Großteil der Wertungsprüfungen wurden auch im bergigen Umland von Gap gefahren. Erst spät am Samstagabend erreichten die Autos das Fürstentum und absolvierten am Sonntag nördlich der Stadt die letzten Prüfungen.
Es gab auch keinen Service-Park im Fürstentum. Dass die Rallye kaum Berührungspunkte mit Monte Carlo selbst hatte, stieß auf Kritik. Vor allem der zeremonielle Start, der seit 2015 auf dem Platz vor dem Casino stattgefunden hatte, wurde vermisst. „Wir haben das extrem ausgeschlachtet, aber dann lies das Interesse nach“, begründet WRC-Promoter Oliver Ciesla diese Entscheidung. „In diesem Jahr haben wir es nicht gemacht und jetzt fragen die Leute danach.“
Für die Teams waren vor allem die Fotos und TV-Aufnahmen vor dem Casino sehr wichtig, denn die Bilder vom glamourösen Ambiente gingen um die Welt. „Wir werden das mit dem Automobilclub von Monaco besprechen, ob wir es für nächstes Jahr wieder machen“, hält Ciesla die Optionen offen. „Es ist für die Teams und Sponsoren auch gut, um Gäste für die erste Rallye des Jahres einzuladen. Monte Carlo ist eine Topadresse.“
Einer der Kritiker ist Toyota-Teamchef Tommy Mäkinen, der die Monte selbst viermal gewonnen hat (1999 – 2002): „Als ich noch gefahren bin, war die Basis immer in Monte Carlo. Es herrschte immer eine fantastische Atmosphäre. Man wusste, dass man in Monte Carlo ist. Das war jetzt nicht mehr der Fall. Wir starten die Rallye mitten in Frankreich. Die Monte muss wieder nach Monte Carlo. Diese Rallye muss eine größere Herausforderung sein. Warum starten wir nicht in Monte Carlo und fahren dann eine lange Schleife mit einem provisorischen Service-Park in der Hälfte?“
© Motorsport-Total.com
Ballett, Oper, Elektro: «Die sieben Todsünden» in Stuttgart gefeiert
Fünf Brüste und viel Haar kleiden das Wesen, das da zur Bühne hinabschwebt. Die Show von Peaches geht los, die Sängerin verbirgt sich hinter dem Zottelbart.
Am Stuttgarter Schauspielhaus stimmt sie eigene Songs an, zu den Elektro-Punk-Klängen räkeln sich Schauspielerin Josephine Köhler und Ballett-Tänzer Louis Stiens. Die Hüllen fallen, die Bühne erstrahlt in Rotlicht.
Die Württembergischen Staatstheater wagen mit der ersten Inszenierung aller drei Sparten seit 23 Jahren ein Experiment: Einen Grenzgang zwischen Oper, Ballett und Elektro-Punk. Die Reaktionen des Publikums – eine Mischung aus Peaches-Fans, Schauspielbesuchern, Opern- und Ballettpublikum – mochte vor der Premiere am Samstagabend keiner so recht voraussagen. «Mal sehen, ob ihr damit klar kommt», so Peaches. Sie kamen klar. Der Abend endet in langanhaltendem Applaus.
Den Anfang nahm die Inszenierung von Regisseurin Anna-Sophie Mahler bei Bertolt Brechts und Kurt Weills 1933 uraufgeführtem Werk «Die sieben Todsünden». Das sogenannte Ballett mit Gesang erzählt die Geschichte von Anna, die von ihrer Familie unter anderem zur Prostitution gezwungen wird, um Geld für das langersehnte Eigenheim zu beschaffen. «Mit dem Peaches-Teil wollten wir Brecht und Weill einen zeitgenössischen Standpunkt entgegensetzen», so Dramaturgin Katinka Deecke – den beiden weißen heterosexuellen Männern.
In diesem Teil mimt Peaches die gereifte Anna: Emanzipiert, stark, kein Opfer mehr. Der Zwischentitel lautet «Seven Heavenly Sins», sieben himmlische Sünden. «Die sieben Todsünden sind ein merkwürdiges Konzept», erklärt Peaches. «Ich glaube nicht, dass es sich um Sünden handelt. Es gibt einen Platz für Zorn, einen Platz für Stolz.»
Seit Jahrzehnten singt und performt die Künstlerin gegen Geschlechterrollen und eine Welt, in der Heterosexualität als Norm gilt. Opern-Intendant Viktor Schoner ist die Kombination aus Peaches und Brecht eine logische: Ihre Musik reflektiere «diese Gender-Frage, die so essenziell von Brecht in diesem Stück thematisiert wird. Dafür ist Peaches eine Idealbesetzung.»
Auf der Bühne finden sich das Staatsorchester Stuttgart unter der Leitung von Stefan Schreiber, vier Opernsänger, zwei Ballett-Tänzer und eine Schauspielerin. Josephine Köhler boxt, tanzt, singt und monologisiert sich ebenfalls als Anna durch die Inszenierung – zwischenzeitlich verwandelt sie sich in eine tanzende Vulva.
«Das muss ich jetzt erstmal verdauen», sagt eine Zuschauerin nach der Premiere. Entrüstung verursachte die explizite, bisweilen plakative, Sprache von Peaches in Wort und Bild eher nicht. Ein bisschen Befremden aber durchaus. Im zweiten Teil performte Peaches eigene Songs mit Titeln wie «Fuck the Pain Away» oder «Dick in the Air».
«Wenn du an Brecht denkst, ist das, was wir tun, angemessen», hatte Peaches vor der Premiere gesagt. «Er wollte, dass du aufwachst. Er wollte dich aus deiner kleinbürgerlichen Haltung rütteln.» Über die breite Zustimmung beim Schlussapplaus freut sich die Provokateurin sichtlich.
Köln will zurück in die Erfolgsspur
Der 1. FC Köln möchte im Aufstiegsrennen der zweiten Bundesliga wieder zurück in die Erfolgsspur.
Nach zwei Niederlagen in Serie soll bei Erzgebirge Aue (2. Bundesliga: Erzgebirge Aue – 1. FC Köln ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) wieder ein Sieg her.
Die Domstädter liegen aktuell vier Punkte hinter Tabellenführer Hamburger SV und haben nur zwei Zähler Vorsprung auf den viertplatzierten FC St. Pauli.
In der zweiten Partie des Tages bekommt es Holstein Kiel mit Jahn Regensburg (2. Bundesliga: Holstein Kiel – Jahn Regensburg ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) zu tun. Mit einem Sieg können die Störche weiter am Spitzenquartett dran bleiben. Auch die Regensburger wollen noch ein Wörtchen an der Spitze mitreden.
Im dritten Duell messen sich der VfL Bochum und der SV Sandhausen (2. Bundesliga: SV Sandhausen – VfL Bochum ab 13.30 Uhr im LIVETICKER). Die Hausherren wollen weiter Luft zwischen sich und die Abstiegszone legen.
So können Sie die 2. Bundesliga LIVE verfolgen:
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Liveticker: SPORT1
Bayern zerlegt Jena – auch ALBA siegt
Meister Bayern München ist in der Bundesliga weiter nicht aufzuhalten.
Am 19. Spieltag gewann das Team von Trainer Dejan Radonjic gegen Science City Jena trotz einer verschlafenen Anfangsphase und einem frühen 0:9-Rückstand mit 103:71 (45:38) und feierte den 18. Sieg im 18. Saisonspiel. Jena rutschte durch die Niederlage auf den 16. Tabellenplatz ab.
Vizemeister Alba Berlin hat unterdessen in die Erfolgsspur zurückgefunden. Eine Woche nach der 85:91-Niederlage bei der BG Göttingen gewann das Team von Trainer Aito Garcia Reneses sein Heimspiel gegen medi Bayreuth mit 86:68 (38:39) und bleibt als Tabellenvierter zwei Zähler hinter den EWE Baskets Oldenburg, die ihr Heimspiel gegen die Basketball Löwen Braunschweig 103:89 (48:50) gewannen.
Bonn feiert Big Point
Im Kampf um die Playoff-Plätze gelang den Telekom Baskets Bonn ein wichtiger Auswärtssieg. Die Rheinländer gewannen bei den MHP Riesen Ludwigsburg 83:78 (46:36) und rückten bis auf zwei Punkte an Bayreuth heran, die auf Platz acht und damit dem letzten Play-off-Platz liegen.
Ebenfalls einen wichtigen, aber hart umkämpften Heimsieg im Kampf um die Finalrunde feierte ratiopharm Ulm durch das 78:69 (39:30) gegen Abstiegskandidat Eisbären Bremerhaven. Ulm verbesserte sich auf Platz sechs, Bremerhaven rutschte nach der zwölften Ligapleite in Folge auf den letzten Tabellenplatz ab. Zuletzt gelang den Eisbären Anfang November bei Science City Jena ein Sieg.
Doppel macht Deutschlands Finaleinzug perfekt
Die Pflicht erfüllt, die Premiere kann kommen: Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft um Topspieler Alexander Zverev hat sich problemlos für das neue Finalturnier des traditionsreichen Nationenwettbewerbs qualifiziert.
Jan-Lennard Struff und Tim Pütz holten beim Erstrundenduell gegen Ungarn in Frankfurt durch ein 6:2, 6:3 im Doppel gegen Peter Nagy und Gabor Borsos den entscheidenden dritten Punkt – und machten damit die Teilnahme an dem umstrittenen Event Ende November in Madrid schon vor dem letzten Match am Samstagnachmittag perfekt.
Deutschland gewinnt alle Spiele
Im vierten Spiel hat sich Alexander Zverev 6:3, 6:4 gegen Gabor Borsos durchgesetzt. Abschließend bezwang Philipp Kohlschreiber David Szintai nach einem sogenannten Matchtiebreak im dritten Satz 6:7 (5:7), 6:3, 10:5 – und erhöhte damit auf den Gesamt-Endstand von 5:0.
Am Vortag hatten Kohlschreiber und Zverev mit Siegen in ihren Einzeln für eine komfortable Führung gesorgt. Erst setzte sich Kohlschreiber in einem Krimi gegen den 19-jährigen Zsombor Piros mit 6:7 (6:8), 7:5, 6:4 durch, dann machte der Weltranglistendritte Zverev durch ein 6:2, 6:2 kurzen Prozess mit dem krassen Außenseiter Nagy, der zurzeit noch nicht einmal im ATP-Ranking geführt wird.
Doppel wird Favoritenrolle gerecht
Auch Pütz und Struff, die in nunmehr vier gemeinsamen Davis-Cup-Matches ohne Niederlage sind, wurden gegen das ungarische Duo von Beginn an ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach etwa einer halben Stunde entschied das deutsche Spitzendoppel den ersten Satz für sich. Im zweiten Durchgang glückte Struff und Pütz beim Stand von 3:3 das vorentscheidende Break. Nach insgesamt nur 70 Minuten war der mühelose Erfolg perfekt.
„Großartig, alle haben gepunktet“, sagte Deutschlands Teamkapitän Michael Kohlmann unmittelbar nach dem Match: „Mehr kann man sich nicht wünschen.“
Der Davis Cup wird in diesem Jahr nach einer radikalen Reform lediglich in der Qualifikation nach dem alten Modus ausgetragen – jedoch nur über zwei Tage und jeweils zwei Gewinnsätze. Beim Finalturnier Ende November nehmen insgesamt 18 Mannschaften teil. Viele Topspieler, darunter auch Zverev, haben eine Teilnahme an dem umstrittenen Event allerdings bereits ausgeschlossen.
Gefordert sind in Spanien stattdessen andere. Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt) beispielsweise, die in Frankfurt vor Zverevs zweitem Auftritt durch ein 6:2, 6:3 im Doppel gegen Peter Nagy und Gabor Borsos den vorentscheidenden dritten Punkt geholt hatten. Auf Wunsch beider Mannschaften wurde am Samstag sogar noch ein fünftes Match angesetzt, das laut Regularien auch hätte entfallen dürfen.
Zverev bekräftigt Absage für Madrid
„Nach Madrid, so leid es mir tut, müssen die Jungs alleine reisen“, hatte Zverev am Vortag noch einmal bekräftigt. Der Jungstar aus Hamburg gehört zu den prominentesten Kritikern der vom Weltverband ITF im August beschlossenen Reform, die in Spielerkreisen auf wenig Begeisterung trifft.
Vor allem der Termin am Ende der ohnehin langen Tennis-Saison und der Wegfall der Heim- und Auswärtspartien stößt vielen Akteuren sauer auf.
Wer Teamkapitän Kohlmann bei dem Final-Event zur Verfügung steht, ist noch unklar. Zumindest Kohlschreiber, als Weltranglisten-32. die deutsche Nummer zwei, hatte zuletzt allerdings eine Teilnahme in Aussicht gestellt. Auch Deutschlands Tennis-Ikone Boris Becker, eigentlich selbst Kritiker der Reform, warb zuletzt dafür, „dem Format eine Chance“ zu geben.
Technologie-Hype: Warum Virtual Reality für alle bisher Fantasy geblieben ist
Die Technik gilt seit Jahrzehnten als das nächste große Ding – gut möglich, dass die Wirklichkeit dieses Versprechen nie einlösen wird.
Smartwatches: „Das ist ja Mamas und mein Geheimnis“
Manche Eltern geben ihren Kindern eine Smartwatches, um die Kleinen jederzeit orten zu können. Das kann man überängstlich finden. Aber manche Mütter und Väter gewinnen so an Freiheit – für sich und für ihr Kind.
Krankhafte Fettverteilung: Millionen Frauen leiden unter dem Lipödem – doch die Kassen zahlen eine Operation nur selten
„Ich finde, ich sehe wie aus zwei verschiedenen Körpern zusammengebaut aus“, sagt eine der betroffenen Frauen zu stern TV. Und damit beschreibt sie, was in den meisten Fällen sichtbar ist: Typisch für ein Lipödem ist das unproportionierte Verhältnis des Oberkörpers zu Hüfte, Beinen und Gesäß. Bei einer an sich normal gebauten oder schlanken Frau können sich dort starke Fettpolster bilden. Was lange unbekannt war: Es handelt sich dabei um eine Krankheit, die vermutlich in Phasen starker hormoneller Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre ausgelöst wird und trifft vor allem Frauen. Für die Betroffenen ist das aber nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie leiden unter starken Schmerzen, weil Fettpolster und verhärtetes Gewebe den Lymphfluss behindern. Medikamente, Sport und Diäten zeigen kaum Wirkung. In fortgeschrittenen Stadien müssen die Frauen ständig starke Kompressionskleidung tragen, selbst im Hochsommer bedecken sie sich mit langer Kleidung. Die Krankheit hat nicht selten auch psychische Auswirkungen. Linderung verschafft in der Regel nur eine drastische Reduktion des Fettgewebes durch eine teure Operation, die die Krankenkassen aber bisher nur in Ausnahmefällen bezahlen. Lipödem 11.01stern TV berichtete bereits vor zwei Jahren über das Lipödem – und wie belastend die Erkrankung für betroffene Frauen ist. Damals sprachen wir auch mit Patricia Halan. Wie viele andere auch, wusste sie lange nicht, was die Fettablagerungen bei ihr verursachte. Mit großer Disziplin trieb sie Sport, hielt strikt Diät, entwickelte zwischenzeitlich sogar eine Essstörung. Als sie die Diagnose „Lipödem“ erhielt, wusste Patricia Halan zwar endlich, was ihr Problem war. Eine bis dato tausende Euro teure Liposuktion konnte sie sich damals aber nicht leisten. „Ich wurde an den Beinen dann immer dicker, hatte viele Hämatome. Wenn man mich an den Beinen berührt hat, tat das teilweise sehr weh. Und der psychische Druck war natürlich auch enorm, weil man gefangen war im eigenen Körper – man konnte nichts ändern.“ Mittlerweile hat Patricia Halan an der Universitätsklinik Bonn zwei Eingriffe vornehmen lassen können – teilweise mit geliehenem Geld. Insgesamt zahlte sie rund 8000 Euro, doch das sei es ihr wert gewesen: „Ich kann kaum beschreiben, wie viel mehr Lebensqualität ich dadurch jetzt habe“, so die 25-Jährige.Saskia Atzerod_stv
Lipödem: „Warum soll man sich für eine Krankheit schämen?“
Auch Model und Reality TV-Teilnehmerin Saskia Atzerodt weiß, wie schwierig allein der Weg zur Diagnose sein kann und mit welchen Schwierigkeiten und Vorurteilen Betroffene im Alltag kämpfen. Saskia Atzerodt erfuhr eher durch Zufall, dass ihre Beschwerden an den Beinen vom Lipödem herrühren. „Das ist ständig schmerzhaft. Wenn man die Beine nach oben gelegt hat, hat es trotzdem weiter geschmerzt. Wenn man auf einem harten Untergrund gelegen hat, hatte man einen Druckschmerz, wenn man lange steht, dann werden die Beine immer schwerer. Das ist schon sehr unangenehm“, so die 26-Jährige. Die Influencerin ist mit ihrem Lipödem ganz bewusst an die Öffentlichkeit gegangen, um mehr Aufmerksamkeit und Verständnis für die Krankheit zu schaffen, sagt sie: „Wofür soll ich mich denn schämen? Dass ich eine Krankheit habe? Mir geht es genauso wie anderen Betroffenen. Und ich kämpfe auch für alle anderen, damit diese Krankheit mehr publik wird.“
Obwohl Saskia Atzerodt noch im Frühstadium der Krankheit war, bildeten sich bei ihr an den Oberschenkeln bereits Dellen und Gewebeverhärtungen. Für ein Model, das damit auch ihren Lebensunterhalt verdient, verheerend. Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainagen können die Beschwerden lindern, das Krankheitsbild jedoch nicht beseitigen. Langfristig hilft nur die Entfernung der kranken Fettzellen. Saskia Atzerodt investierte selbst in diese OP und ging für die Liposuktion in die Klinik von Dr. Mehmet Atila. „Das ist definitiv ein medizinischer Eingriff und hat überhaupt nichts mit Kosmetik zu tun oder mit einem schönheitschirurgischem Eingriff“, so der Arzt und Spezialist auf dem Gebiet Lipödeme.
Anlaufstellen Lipödem
2020 könnte Liposuktion zur Kassenleistung werden
Deutschlandweit leiden bis zu drei Millionen Frauen unter einer mehr oder minder schweren Form eines Lipödems. Sie schämen sich, verstecken sich und ertragen die Schmerzen im Stillen. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto ausgeprägter und belastender wird sie. Im Stadium 3 prägen sich die Fettwülste auch über Knien und Fesseln aus und behindern die Betroffenen sogar beim Gehen. Dennoch wird eine Liposuktion von den gesetzlichen Krankenkassen nur selten als notwendig erachtet, der therapeutische Nutzen sei bislang wissenschaftlich nicht ausreichend erwiesen, sagen Kritiker.
Für Saskia Atzerodt ist das vollkommen unverständlich: „Es wird ja diese Lymphdrainage bezahlt und die Kompressionsstrümpfe werden bezahlt, aber wenn ich das mal auf dreißig, vierzig Jahre summiere, dann komm ich da auch auf einen Riesenbetrag. Ich hoffe wirklich, dass da endlich was passiert.“ Tatsächlich könnte das bald der Fall sein, denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, die Liposuktion zur Kassenleistung machen zu wollen – zumindest aber die Entscheidung darüber zu ändern. Auch Spahn glaubt, dass die betroffenen Frauen nicht die Behandlung bekommen, die sie brauchen, sagte er. 2020 könnten sich Betroffene demnach erstmals auf vorgesehene Krankenkassenkosten operieren lassen. Ein Lichtblick für etliche Frauen, die täglich unter dem Lipödem leiden.
stern TV Talk Lipödem
FAQ Lipödem 19.00
