Oper: «Carmen» begeistert Publikum bei Domstufen-Festspielen

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Autoschrottplatz statt Zigeunerlager, Catcherring statt Stierkampfarena: Mit einer Neuinszenierung von Georges Bizets Oper «Carmen» sind die 25. Erfurter Domstufen-Festspiele eröffnet worden.

Die Aufführung, die vor allem wegen ihres provokanten Bühnenbilds in Erfurt im Vorfeld zu Diskussionen geführt hatte, sorgte bei der Premiere am späten Freitagabend für Begeisterung bei den rund 2000 Zuschauern. Die Geschichte um die verführerische Zigeunerin «Carmen», die am Ende von ihrem eifersüchtigen Ex-Liebhaber getötet wird, wird bis zum 26. August noch an 20 Abenden vor der nächtlichen Silhouette des Erfurter Dombergs aufgeführt.

Guy Montavon, Generalintendant des Theaters Erfurt, verzichtete bei seiner Inszenierung auf klischeehafte «Zigeunerromantik». Die 70 Treppenstufen zwischen Mariendom und Severikirche hatte Ausstatter Hank Irwin Kittel mit rund zwei Dutzend Autowracks in einen Autoschrottplatz verwandelt – ein Hinweis darauf, dass Sinti und Roma auch heute noch in einigen Ländern an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind. Davor war statt einer Stierkampfarena ein Ring aus Metallgittern aufgebaut, in der statt Toreros Catcher kämpften. «Was da oben liegt, ist übrigens Kunst und kann nicht weg», sagte Montavon zu Beginn augenzwinkernd mit Blick auf die Diskussionen im Vorfeld.

Die Rolle der Carmen hatte zum Auftakt Katja Bildt übernommen, die zum Ensemble des Erfurter Theaters gehört. Als Don José stand Won Whi Choi, zuletzt an der New Yorker Metropolitan Opera, und als dessen Nebenbuhler Escamillo der Südafrikaner Mandla Mndebele auf der Bühne.

Streckenweise klatschte das Publikum die gängigen Melodien rhythmisch mit. Bei bis in den späten Abend hinein schweißtreibenden Temperaturen waren rund 150 Sänger – Solisten, Chöre und Statisten – im Einsatz. Am Dirigentenpult gab der neue Generalmusikdirektor des Theaters Erfurt, Myron Michailidis, seinen Einstand.

Die Erfurter Domstufen-Festspiele, die wie in den Vorjahren auch ein Programm für Kinder bieten, werden in ihrem Jubiläumsjahr erstmals auf drei Wochen verlängert.

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