Eine Woche ohne Sorgen: Baselworld schwelgt in besseren Zeiten

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BASEL – Die Schweizer Uhrenhersteller haben im Februar zum 20. Mal in Folge weniger exportiert. An der Baselworld, die heute startet, haben sie trotzdem eine Woche lang Grund zum Feiern.

Basel ist zurzeit wieder das Zentrum der Luxus-Welt. Heute eröffnet Bundesrat Alain Berset (44) die Baselworld, die weltweit grösste Messe der Schmuck- und Uhrenhersteller. Während einer Woche präsentiert sich die Uhrenindustrie vor rund 150'000 potenziellen Käufern im besten Licht.

Man prostet sich mit Cüpli-Gläsern zu, feiert die schönsten Technik-Meisterwerke fürs Handgelenk und schwelgt zum 100-Jahr-Jubiläum in besseren Zeiten. Die Uhren-Messe fand erstmals 1917 im Rahmen der Basler Mustermesse statt. Damals waren 29 Schweizer Marken vertreten, heute sind es 220. Die Zahl der Aussteller ist aber in diesem Jahr um 200 auf 1300 gesunken.

Über der Jubiläums-Party liegt ein Schatten: Die Schweizer Uhrenbranche steckt in der Krise. 2016 exportierte sie mit 19,4 Milliarden Franken fast 13 Prozent weniger ins Ausland als zwei Jahre zuvor. Der Februar 2017 war der 20. Monat in Folge, in dem die Branche weniger exportierte.

Da kommt der Baselworld-Party enorme Bedeutung zu – vor allem im Hochpreis-Segment steigen nämlich die Exporte (siehe Grafik unten). «Diese Produzenten machen während der Baselworld mehr als die Hälfte ihres Jahresumsatzes», sagt Tissot-Boss François Thiébaud (69).

Diese Woche ist ein kurzer, intensiver Rausch! Aber wie schlimm wird der Kater? Oder anders: Geht es mit der Uhrenbranche auch dieses Jahr weiter nur bachab? Wen immer man gestern fragte, keine Antwort glich der anderen.

Baselworld-Direktorin Sylvie Ritter (45) bleibt gelassen: «2016 exportierten die Uhrmacher gleich viel wie 2011. Und 2011 war ein fantastisches Jahr für die Branche.»

Nachdenklicher stimmt die Entwicklung der Uhrenbranche im laufenden Jahr Tissot-Präsident François Thiébaud: «Wir leiden, weil der Tourismus in Europa wegen der Terroranschläge so eingebrochen ist. Dazu kommt der anhaltend starke Franken.» In mehreren wichtigen Absatzmärkten gebe es aber Hoffnung: «Die chinesische Wirtschaft wächst seit einem halben Jahr wieder stärker», so Thiébaud.

Hublot-CEO Ricardo Guadalupe (52) ergänzt: «Ich hoffe, dass sich die Branche stabilisiert. Wir haben den Talboden erreicht», sagt der Uhrenmanager zu BLICK. Aber jetzt werde erst einmal gefeiert.

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