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THW Kiel nimmt Tabellenspitze ins Visier

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Am Mittwochabend empfängt der THW Kiel die Handballer der MT Melsungen (20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, ab 20.10 Uhr im LIVESTREAM und auf SPORT1+ sowie im LIVETICKER). Nach zuletzt zwei Niederlagen fand der THW gegen die HSG Wetzlar (34:25) zurück in die Erfolgsspur. Gegen die Hessen soll nun der nächste Heimsieg eingefahren werden. Die Kieler liegen drei Punkte hinter Spitzenreiter Flensburg und wollen den Rückstand auf die Spitze verkürzen.

Die MT Melsungen gewann sowohl die letzte Partie in der DKB HBL gegen Balingen, als auch das Spiel im Europacup gegen Riihimäki Cocks. Allerdings läuft die Truppe von Coach Michael Roth den Erwartungen seit Saisonbeginn hinterher. Der derzeitige Platz zehn täuscht über das wahre Leistungsvermögen der Hessen allerdings hinweg.

Wiencek warnt Mitspieler

Kiels Youngster Nikola Bilyk gibt die Marschroute gegen Melsungen vor. „Wir müssen mit dem Druck umgehen können“, fordert der Österreicher im SPORT1-Interview und fügt an: „Wir wollen noch immer im Meisterrennen mitspielen. Wir müssen darauf hoffen, dass Flensburg oder die Löwen einen Ausrutscher haben. Viele Meisterschaften wurden noch gedreht.“

Derweil warnt Patrick Wiencek seine Mitspieler: „Das wird ein echter Prüfstein. Partien gegen die Melsunger mit ihrer zupackenden Abwehr sind immer ein hartes Stück Arbeit. Wir werden auch unsere Fans brauchen, um die zwei wichtigen Punkte einzufahren“, erklärte der Nationalspieler auf der Homepage der „Zebras“.

Die Hessen hatten in dieser Saison vermehrt mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Erst musste sich Ex-THW-Torhüter Johan Sjöstrand einer Knie-Operation unterziehen, dann fehlte Kreisläufer Marino Maric, der aktuell gerade nach einer Fußoperation bis zu drei Monate auszufallen droht. Außerdem musste Linksaußen Jeffrey Boomhouwer aufgrund einer Sprunggelenksblessur mehrere Wochen ersetzt werden.

Jaanimaa kehrt zurück

Für Melsungens Dener Jaanimaa wird es ein Trip in die Vergangenheit. Der Linkshänder wechselte erst im September 2016 vom THW nach Melsungen. „Gegen Kiel ist man immer besonders motiviert und will sich gegen die Besten beweisen. Es wird natürlich schwer für uns, aber alles kann passieren. Und wenn wir einen guten Tag haben, kann es vielleicht sogar eng werden.“

Trotz der zwei Siege von Melsungen ist der THW Kiel aber der klare Favorit. SPORT1 zeigt die Partie ab 20.15 Uhr im LIVESTREAM, ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER.

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Ernsthafte Bedrohung – Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika nimmt in der EU weiter zu

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Die wachsende Widerstandsfähigkeit von Krankheitserregern stellt eine „ernsthafte Bedrohung für Mensch und Tier“ dar – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat vor zunehmender Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika gewarnt. 
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Diese Antivirenprogramme empfiehlt Stiftung Warentest

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Auch kostenlose Software schützt nach Ansicht der Tester gut. Manche IT-Experten raten aber, gar keine zusätzlichen Sicherheitsprogramme zu nutzen.

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Noch eine Fitnesskette? Migros lässt die Muskeln spielen

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Die Detailhändlerin Migros ist schon seit längerem im Fitnessmarkt tätig. Nun steigt auch Konkurrentin Coop ein (Archiv).

Schon heute ist der Grossverteiler die Nummer eins unter den Schweizer Fitnessanbietern. Jetzt will die Migros noch höher hinaus.

Der Detailhandelsmulti ist längst auch ein Fitnessimperium. Mit sieben Marken betreibt die Migros beinahe 100 Trainingsstätten in der Schweiz und Deutschland – im Heimatmarkt ist sie damit Nummer eins. Nun sucht die Regionalgenossenschaft Migros Aare per Inserat einen «Leiter Franchisemodell Fitness». Entsteht da bereits die nächste Kette von Muckibuden? Die Migros Aare gibt sich auf Anfrage zugeknöpft: «Wir prüfen im Fitnessbereich die Einführung eines neuen Geschäftsmodells, welches im Detail aber noch nicht spruchreif ist», teilt eine Sprecherin mit.

Ehrgeizige Pläne

Schaut man sich das Inserat genauer an, wird klar: «Prüfen» ist untertrieben. Die Pläne sind offenbar konkret – und vor allem ehrgeizig. Das neue Geschäftsmodell sei für die «schweizweite Expansion» gedacht. Interessant auch: Die Migros strebt ein Franchisemodell an. Das bedeutet, dass regionale Unternehmer unter einem von der Migros betriebenen Markendach selbständig ein Center, ein Studio oder etwas Ähnliches betreiben. 

Weil die Genossenschaft in ihrem Kerngeschäft, den Supermärkten, längst an Wachstumsgrenzen gestossen ist, investiert sie viel Geld und Energie in den Gesundheitsbereich. Das Tempo ist hoch: 2007 betrieb die Migros lediglich 16 Fitnesscenter, heute sind es 84 mehr. Vor anderthalb Jahren schwang sich der orangefarbene Riese zudem zum Big Player im Bereich Medizin auf und übernahm 70 Prozent der Santémed. Inzwischen betreibt die Migros in der Schweiz rund 36 Gesundheitszentren und Gemeinschaftspraxen.

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Oscars 2017 im Live-Ticker – Wir kommentieren die wichtigste Filmpreis-Verleihung

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Oscars-2017-Live-Ticker

Unter vielen Gesichtspunkten wird die 89. Verleihung der Oscars 2017 ein besonderes Ereignis. Der Publikumshit La La Land geht mit dem Rekord von 14 Oscar-Nominierungen an den Start. Ebenfalls so viele Nominierungen konnten bisher nur zwei weitere Filme einfahren: Alles über Eva (1950) und Titanic (1997). Das letzterer Film schlussendlich auch mit elf Oscars ausgezeichnet wurde, mag als gutes Omen für die Musical-Nummer mit Ryan Gosling und Emma Stone gelten.

Alle Nominierten der Oscars 2017

Die Augen richten sich in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film in diesem Jahr allerdings auch wieder auf Deutschland, immerhin geht der Hoffnungsträger Toni Erdmann ins Rennen um die Gold-Statue. Der Film von Maren Ade kam nicht nur hierzulande sehr gut an, sondern wurde auch von den internationalen Presse-Stimmen äußerst wohlwollend aufgenommen. Ein weiterer Punkt, der auch bei der Oscar-Verleihung 2017 definitiv mehrfach zur Sprache kommen wird, ist der amtierende US-Präsident Donald Trump, der mit seinen bisherigen Entscheidungen und Meinungen auch in Hollywood auf Widerstand stoßen dürfte.

Über all die Entwicklungen halten wir euch in unserem Live-Ticker zu den Oscars 2017 auf dem Laufenden. Seid dabei und schlagt euch mit uns gemeinsam die Nacht um die Ohren!

Oscars 2017 im Live-Ticker

Start: In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 2017 – ab 00:30 Uhr

Wieder einmal stellt sich die Frage, ob die Oscars uns überraschen oder die klaren Favoriten gewinnen werden. Spätestens am Montag gegen 6 Uhr in der Früh werden wir diesbezüglich mehr wissen. Durch die 89. Oscar-Verleihung führt als Moderator der Talkshow-Master Jimmy Kimmel, dessen berühmte Show-Einlagen – etwa seine ewige Fehde mit Schauspieler Matt Damon – bei einem breiten Publikum sehr beliebt sind. Zudem moderierte Kimmel schon zweimal die Emmys (2012, 2016) und konnte dabei seinen Humor, der bei solch einer Veranstaltung natürlich enorm wichtig ist, unter Beweis stellen.

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PICA-POD: Anpassungsfähiger Mini Tripod für die Kamera

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Der Standard für gute Videos und deren Qualität ist besonders in den letzten Jahren ungemein gestiegen. Für begeisternde Blicke von anderen reicht es meist nicht mehr, nur die Kamera zu zücken und einfach mal drauflos zu probieren. Das Problem ist, man hat vieles mittlerweile einfach gesehen. Durch Plattformen wie YouTube hat selbst das Amateurvideo von heute einen neuen Stellenwert.

Für gute Foto- und Videoaufnahmen sind nun also fast zwingend eine weitere Paletten Equipment und Zubehör nötig. Dieses jedoch zu organisieren und kompakt und effizient einsetzen zu können ist nicht so leicht, wie man es sich wünschen würde. Erst kürzlich stellte ich den DreamGrip vor, der diese Aufgabe speziell für Filmemacher vereinfacht und heute soll es um den PICA-POD gehen, der einem ähnlichen Vorhaben, in einem anderen Design nachgeht.

PICA-POD – Potenzial eines Tripod

Das Kickstarterprodukt aus Hong Kong vom Start-Up Pica Gear stellt sich als Dreibeinstativ mit diversen Umbaumöglichkeiten vor. Neben dem Kopf, auf den sich je nach Wunsch alles von der Actioncam, über 360° Kameras bis zur Spiegelreflexkamera anbauen lässt. Das Herzstück ist jedoch das Gestell selbst. Hier lassen sich eine Vielzahl von Modulen anheften, die das Anbringen von weiterem Zubehör am Stativ zulassen.

Die dadurch entstehenden Kombinationsmöglichkeiten sind dann der Clou am PICA-POD. Es lassen sich somit problemlos Mikrofone und zusätzliche Leuchten montieren, die nicht extra gehalten werden müssen – was gerade bei der Arbeit mit kleineren Kameras wie Actioncams praktisch ist, da diese nicht die typischen Anschlüsse einer Spiegelreflexkamera besitzen. Ebenfalls lassen sich zusätzliche Ladegeräte mittragen oder Tablets und Smartphones angebracht werden, die als extra Display dienen oder für eine Live-Videobearbeitung genutzt werden können.

LOVE auf Kickstarter kaufen

Das Projekt wird derzeit auf Kickstarter finanziert und hat sein Ziel von 125.000 Hong-Kong-Dollar bereits überschritten. Umgerechnet entspricht dies etwa 15.000 US-Dollar. Die letzten Early-Bird-Versionen lassen sich derzeit noch für etwas 75 Euro ergattern. Ansonsten soll das Gerät aber auch in Massenproduktion gehen, wobei dann mit einem deutlichen Preisanstieg zu rechnen wäre. Alles Weitere findet ihr auf der Kampagnenseite von PICA-POD. Im Folgenden haben wir euch nun das dazugehörige Kampagnen-Video eingebunden, das euch die Idee hinter PICA POD etwas näher bringt und erklärt.

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Loic Duval nimmt Fahrt auf: „Fühlt sich gut an!“

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Mit intensiver Arbeit bereitet sich Audi-DTM-Neuzugang Loic Duval auf seine erste Saison in der deutschen Tourenwagenserie vor. Der Franzose ist wohl einer der erfahrensten Rookies, die jemals in die DTM gekommen sind. Duval hat in seiner Vita unter anderem Titelgewinne in der Formel Nippon, der japanischen Super-GT-Serie und der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) stehen, zudem siegte er 2013 bei den 24 Stunden von Le Mans.

Die DTM hat jedoch eigene Gesetze. Das mussten schon vor Duval zahlreiche Piloten schmerzhaft erfahren, die als Formel-1-Stars in die Szene kamen. Dem Franzosen ist dies bewusst. Entsprechend konzentriert und konsequent nutzte er seinen Einsatz im Testträger von Audi bei den aktuellen Probefahrten in Portimao. „Es lief bestens. Wir haben das geplante Programm komplett abspulen können“, berichtet Duval nach seinen Fahrten am Mittwochvormittag in Portugal.

„Ich habe am Morgen mit frischen Reifen angefangen. Danach standen Longruns auf dem Plan, um ein besseres Verständnis für den Abbau der Pneus über die Distanz zu bekommen. Das ist in den DTM-Rennen sehr, sehr wichtig“, sagt der 34-jährige aus Chartres, der bislang festes Mitglied des LMP1-Kaders der Ingolstädter gewesen war. Duval ist der einzige Fahrer, den Audi nach dem Ende des WEC-Programms in die DTM brachte.

„Zum Abschluss des Vormittags gab es noch einmal frische Gummis für mich, damit ich in den Qualifying-Rhythmus kommen konnte. Außerdem habe ich noch ein paar Startübungen gemacht“, schildert der Familienvater aus Chartres. „Ich bin glücklich mit dem Auto, ich hatte wirklich ein gutes Gefühl. Es war außerdem gut und wichtig, eng mit dem Ingenieur zusammen zu arbeiten, der mich durch das gesamte Jahr begleiten wird.“ Duvals Auto wird im Phoenix-Team von Laurent Fedacou betreut.

© Motorsport-Total.com

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Devid Striesow als Reformator: „Martin Luther war eine manisch-depressive Persönlichkeit“

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Devid Striesow betritt die Bühne des Hamburger Schauspielhauses. Ein Stuhl, ein Tisch, eine Lampe. Striesow lächelt, sagt „Hallo“ , setzt sich und trägt Texte von Robert Walser vor. Komische, verschrobene, sprachgewaltige Preziosen. Den meisten Applaus gibt es nach einem Text mit dem Titel „Nervös“. Ein Mann rechtfertigt sich darin für seine Nervosität. Und das tut er äußerst nervös.

Man hat das Gefühl, dass Striesow über sich selbst spricht. Mann und Text werden eins: „Aber nervös bin ich ein wenig, zweifellos bin ich das ein wenig, sehr wahrscheinlich bin ich das ein wenig, möglicherweise bin ich das ein wenig. Ich hoffe, dass ich ein wenig nervös bin. Nein, ich hoffe es nicht, so etwas hofft man nicht, aber ich fürchte es, ja, ich fürchte es.“

Am nächsten Morgen treffen wir Devid Striesow in seinem Hotel zum Interview. Ein freundlicher, zugewandter, mittelgroßer Mann. Ganz gut in Form. Striesow trainiert regelmäßig an Geräten. Er setzt sich und lächelt. Dieses Lächeln kann alles bedeuten: Spott, Freude, Zustimmung, Distanziertheit, Verweigerung. Striesow kann einen in Grund und Boden lächeln.

Devid Striesow spielt Martin Luther

Bald ist der Schauspieler im Fernsehen als Martin Luther zu erleben. Wie ein deutscher Depardieu predigt, schimpft und kämpft sich Striesow wuchtig und körperbetont durch den ARD-Film „Katharina Luther“ (Mittwoch, 22. Februar, 20.15 Uhr, ARD). Ein zerrissener Mann, der gegen den Papst, den Teufel und immer auch gegen sich selbst gekämpft hat. Ein hochenergetisches Genie.

Die Bezeichnung passt auch zu Striesow. 2006 bekam er die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. Darüber öffentlich reden will er heute nicht mehr. Aber der Begriff steht im Raum. Devid Striesow ist ein äußerst lebhafter Gesprächspartner. Immer wieder springt er auf, gestikuliert, erklärt Gesagtes mit dem ganzen Körper. Wenn er über das Degenfechten auf der Bühne spricht, muss er einfach aufstehen und einem fiktiven Gegner zeigen, dass er schneller ist. Schauspieler, das betont er immer wieder, sei der ideale Beruf für ihn. Da kann er sich austoben, auspowern, einbringen.

Striesow in einem Bürojob? Unmöglich! Spontan imitiert er den Sachbearbeiter einer Versicherung, wühlt murmelnd und fahrig in fiktiven Dokumenten, findet nichts, verliert dekorativ die Fassung. Nein, dieser Mann bei der Volksfürsorge – das ginge nicht.

1_Katharina_LutherHerr Striesow, Sie kommen aus einem atheistischen Elternhaus. Was hat Sie daran interessiert, Martin Luther zu spielen?

Sein bipolarer Charakter. Luther war eine manisch-depressive Persönlichkeit. Der lebte viele Jahre in einer komplett verwahrlosten Klosteranlage in Wittenberg. Dort hauste er wie ein Messie zwischen all seinen Büchern und Schriften. Luther war zu diesem Zeitpunkt schon berühmt, der große Reformator der Kirche, ein Popstar seiner Zeit. Er war aber auch ein zerrissener Mensch, dessen Leben erst durch seine Frau Katharina eine äußere Ordnung bekam.

War Luthers manisches Wesen eine Voraussetzung für seinen enormen Schaffensdrang?

Ganz sicher. Seine hohe Energie versetzte ihn erst in die Lage, so ungeheuer produktiv zu sein. Luther arbeitete oft so lange an seinen Schriften, bis er in seiner Kammer vor Erschöpfung zusammenbrach.

Was trieb Luther derart voran?

Für ihn ging es immer auch um Leben und Tod. Die Figur des Teufels war ihm eine real existierende Bedrohung. Eine lauernde Macht, die einen beständigen Schatten auf sein Leben warf. Das musste ich auch erst einmal kapieren. Wenn man wie ich als Kind nicht lernt, was mit Glauben gemeint ist, kann man das später nicht mehr aufholen.

Sie wuchsen als Sohn eines Elektrikers und einer Kinderkrankenschwester in Rostock auf. Warum lehnten Ihre Eltern die Kirche ab?

Das waren gar nicht nur meine Eltern, das war eigentlich die ganze Gesellschaft in der DDR. Die Kirche galt als rückständig. Sie existierte, wurde aber ausgeblendet. In meiner Klasse waren nur zwei Mitschüler, die in der evangelischen Kirche waren. Die anderen, so wie ich auch, waren alle bei der FDJ.

Empfinden Sie die Abwesenheit des Glaubens in Ihrer Jugend heute als Mangel?

Ach, nee, so war das eben. Heute würde ich mich aber schon als einen spirituellen Menschen bezeichnen.

Was bedeutet das?

Ich glaube, dass es eine höhere Energie gibt, die nicht sichtbar ist und die Dinge lenkt. Weihnachten war ich in einer katholischen englischsprachigen Messe. Das war sehr schön. Ich mag die Rituale, die Atmosphäre, aber ich bleibe doch immer nur ein Besucher. Ich sympathisiere mehr mit dem Buddhismus als mit dem Christentum, weil ich das Gefühl habe, dort wird weniger ausgegrenzt.

Sie sind ein Buddhist mit christlichem Überbau …

Ja, so in etwa, wie es Hape Kerkeling mal von sich gesagt hat.

Schon bevor Sie Hape Kerkeling in seiner Bestsellerverfilmung „Ich bin dann mal weg“ spielten, waren Sie von seinem Sinnsucher-Pilgerbuch angerührt. Warum?

Ich habe da eine Verbindung gespürt, eine ähnliche Blutgruppe. Hape ist ein hochenergetischer Typ. So wie ich das auch bin. Hape war erst 28, als er „Kein Pardon“ gemacht hat. Eine wahnsinnig gute Komödie!

Sie drehen oft auch wie ein Besessener einen Film nach dem anderem …

Ach, nee, stimmt so gar nicht mehr. Ich habe jetzt drei Monate gar nichts gemacht. Neulich wurde mir mein Handy geklaut. Seit acht Wochen schon habe ich kein eigenes mehr.

Und macht Sie das nervös?

Nein, überhaupt nicht, weil ich es hasse zu telefonieren. Darum verschiebe ich es immer wieder, mir ein neues zu kaufen.

So entspannt schienen Sie aber nicht immer. Es gab Jahre, da drehten Sie zwölf Filme hintereinander.

Das waren einfach tolle Projekte! Und wir haben 2008 für „Die Fälscher“ sogar den Oscar nach Hause getragen. Manchmal waren es auch zwei Filme gleichzeitig. Den einen habe ich nachts in Hamburg gedreht, den anderen tagsüber am nächsten Tag in Potsdam.

Klingt anstrengend.

Nein, es ist ein riesiger Spaß. Es gibt Kollegen, die sagen: Schauspiel muss eine Tortur sein. Drehen ist wie Krieg. Alles Unsinn! Es ist Lebenszeit, und die muss Spaß machen. Du weinst, du schreist, du flippst, du brichst zusammen vor der Kamera, aber du musst immer Spaß daran haben. Alles andere ist Psychotherapie, weg damit. Das können die Leute ihrem Analytiker erzählen.

Wann entdeckten Sie den Spaß am Spiel?

Recht spät. Schauspielerei hat mich lange nicht interessiert. Ich wollte Musiker werden, als ich jung war. Meine erste Gruppe war eine Singegruppe der Dieselmotorenwerke in Rostock. Später hatte ich meine eigene Band. Wir machten auf Pogues, Punk, gemischt mit irischem Folk.

Wie gut waren Sie?

Ach Gott, ich bin froh, damit nicht weitergemacht zu haben. Ich hätte im Musikstudium meinen Ansprüchen ganz sicher nicht genügt. Klavier von der Partitur zu spielen – das war mir einfach zu hoch. Das mit dem konsequenten und manchmal eben stupiden Üben war nicht so meine Sache.

Wie kamen Sie zum Schauspiel?

Ich wollte nach dem Zivildienst in Rostock nach Berlin, um die Großstadt zu erkunden. Damals sah ich Klaus Maria Brandauer als Mephisto. Das hat mir die Augen geöffnet. Wie der spielte! Und dazu diese Welt. Die Bühne, das Verruchte, die Scheinwerfer. Das hat mich angezogen.

Sie landeten auf der renommierten Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin. Dort sagte man Ihnen: „Striesow, den Hamlet wirst du niemals spielen! Such dir mal eine volkstümliche Ecke.“ Eine Kränkung?

Das war eine klare Ansage. Die haben mir nichts vom Pferd erzählt. Der Hamlet war dann später gleich die zweite große Rolle am Theater.

Gab es nie Momente des Selbstzweifels?

Doch, natürlich. Schauspiel hat für mich etwas sehr Kindliches. Du lässt dich wie ein Kind in eine Sandkiste fallen und erschaffst dir eine eigene Realität. Ich wollte auf die Bühne, herumspielen – und dachte, damit ist der Job erledigt. War natürlich nicht so. Die wollten mich ausbilden, worauf ich erst mal keinen Bock hatte.

Sie wollten alles hinwerfen?

Ich bin nach Rostock zurückgefahren. Wollte wieder mit meiner alten Band spielen. Der Schauspieler Thomas Thieme hat mir den Beruf zum Glück aus einer anderen, seiner praktischen Perspektive gezeigt.

Wie groß war damals Ihr Ehrgeiz?

Ich war wie ein junger Hund, der an der Tür scharrt und nach draußen will. Das Leben wartet, und ich wollte als Schauspieler alles bedienen.

Anthony Hopkins soll einmal gesagt haben: Schauspieler müssen nur zwei Dinge können – den Text und pünktlich sein.

Das ist auf jeden Fall ganz wichtig, und beides gelingt jedem nur mäßig. Hopkins ist natürlich ein ganz Großer. Als Hannibal Lecter steht der wortlos in einem Glaskasten, und nur von seinem Blick bekommt man eine Todesangst. Das musst du erst mal hinbekommen.

Sie haben gesagt, der Beruf des Schauspielers sei Ihre Rettung gewesen. Warum?

Ich bin intuitiv in diesem Beruf gelandet. Devid Striesow als Bibliothekar oder bei einer Versicherung – das hätte nicht funktioniert.

Wieso nicht?

Als ich jung war, bin ich in den Probepausen immer herumgesprungen. Bam, bam, bam. Die anderen haben gesagt: „Devid, komm doch mal runter. Was ist denn los?“ Dann habe ich gesagt: „Kommt ihr doch erst mal rauf!“ Ich wollte die Spannung halten.

Sie wirken wie jemand, der stark unter Strom steht. Wie oft gehen Ihnen die Dinge nicht schnell genug?

Das war früher schwieriger. Da musste ich aufpassen, dass ich mein Gegenüber nicht immer unterbreche, weil ich gedanklich schon eine Ecke weiter war.

2013 wollte Sie Woody Allen für seinen Film „Magic in the Moonlight“ engagieren …

… und mir wurde ausgerichtet, dass er sich alle meine Kinofilme zur Vorbereitung angeschaut hatte. Wow, dachte ich, was für eine Vorstellung! Der große Woody Allen sitzt im Wohnzimmer und schaut dir beim Spielen zu. Mehr geht nicht. Leider hatte ich keine Zeit und musste ihm absagen.

Jeder andere Schauspieler würde sich ein Bein ausreißen, um mit Woody Allen zu drehen.

Ach, klar wäre das wahnsinnig toll gewesen, aber das Leben geht weiter. Ratz, batz, weg geht die Welle.

Ihr ältester Sohn Ludwig arbeitet inzwischen selbst als Schauspieler.

Und das macht er sehr gut. Ich schaue ihm gern zu. Er ordnet das Spiel auch ganz klar dem Spaß unter. So wie ich.

Den Spaß verbinden Sie nicht selten mit extremem Ehrgeiz. 2009 nahmen Sie für eine Rolle 23 Kilo innerhalb von sieben Wochen ab.

Ich wog damals 90 Kilo und sah beschissen aus. Dünne Arme und Beine, vorn so eine Wampe. Der Regisseur Tom Tykwer engagierte einen Fitnesstrainer. Bei unserem ersten Treffen sagte der: Damit dieses Trainingsprogramm Erfolg hat, braucht man einen, der bereit ist, seinen Kopf leer zu schalten.

Wie schwer war es?

Das war nur hart, nur Mist, aber das Ergebnis war geil. Die organisierten mir irgendwann einen Fahrer, weil ich so ausgelaugt war und mit meinem Bus gegen einen Pfahl fuhr, weil ich nicht mehr klar denken konnte. Schwimmen, Krafttraining, Judo-Unterricht, keine Kohlenhydrate mehr, da wirst du plemplem im Kopf. Am Ende waren 23 Kilo weg, und ich hatte vier Kilo Muskelmasse dazugewonnen.

Was ist davon geblieben?

Einen Trainer habe ich immer noch. Und mit dem Sport habe ich seitdem nicht mehr aufgehört, aber ich bin gelassener geworden. Wenn ich mal einen Rotwein trinke, trainiere ich zwei Tage nicht. Heute höre ich mehr auf meinen Körper. Ich meditiere und praktiziere Yoga, so regelmäßig, wie es mir möglich ist. Das vermisse ich wirklich sehr, wenn es aus Zeitgründen nicht stattfinden kann.

Sie sind jetzt 43 und haben bereits in mehr als 120 Filmen mitgespielt. Sie haben viele Preise gewonnen. Hat der Erfolg Sie entspannter gemacht?

Nein, weil Erfolg keine dauerhafte Sicherheit und Zufriedenheit bringt. Ich brauche die Energie, das Spiel, die Anerkennung des Publikums, aber bitte nicht die Berieselung, den Stillstand, das Angekommensein. Alles muss immer gehen.

Die ARD zeigt „Katharina Luther“ am 22. Februar um 20.15 Uhr. 

GoT Outtakes 17.00

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Menschen werden deutlich älter – aber nicht überall

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Wer im Jahr 2030 geboren wird, wird im Durchschnitt 90 Jahre alt – das hat eine Studie britischer Forscher ergeben. Doch nicht überall werden die Menschen gleich alt.
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Auschreitungen im Pokal: Hafstrafe für Fan

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Ein Basketballfan ist nach den Ausschreitungen beim griechischen Pokalfinale zwischen Panathinaikos Athen und Aris Saloniki (68:59) zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Außerdem muss der 34-Jährige 550 Euro Geldstrafe zahlen und darf zwei Jahre lang keine Arena besuchen. Der Panathinaikos-Anhänger hatte eine Rauchbombe auf das Spielfeld geworfen.

Vor und nach dem Spiel hatten Fans in der Nick-Galis-Halle von Athen Bengalos gezündet sowie Plastiksitze aus der Verankerung gerissen und sie den herbeieilenden Sicherheitskräften entgegengeschleudert. Die Polizei nahm elf Randalierer in Gewahrsam, verletzt wurde niemand.

Das Endspiel begann mit einstündiger Verspätung. Panathinaikos trat erst an, nachdem die Forderung des Klubs auf Reduzierung der Zuschauerzahl auf 1100 Fans pro Verein erfüllt worden war. Die Halle fasst 5200 Besucher. Athen gewann zum sechsten Mal in Folge und zum insgesamt 18. Mal den Pokal. 

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