Seite 344

TV-Tipp: Tatort: Stau

0

Feierabend in Stuttgart. Alle wollen nach Hause, doch auf dem Weg raus aus der Stadt geht nichts mehr. Der Verkehr steht still. Ein alltägliches Szenario in Baden-Württembergs Landeshauptstadt.

Nicht alltäglich: Am Straßenrand liegt ein totes Mädchen – und die Spur zum Täter führt in den Stau. Der neue Stuttgart-«Tatort» «Stau» beschäftigt sich nicht nur mit einem der größten Probleme der Schwabenmetropole. Er spielt auch dort.

«Entweder wir finden ihn im Stau oder gar nicht», sagt Kommissar Sebastian Bootz (Felix Klare) zu seinem Kollegen Thorsten Lannert (Richy Müller) und meint damit den Fahrer, der für den Tod des Mädchens verantwortlich ist. War es Unfallflucht oder Mord? Es scheint zwar einen Zeugen zu geben, doch der erweist sich als reichlich unzuverlässig: ein Dreijähriger, der neben dem Unfallort mit seiner alleinerziehenden Mutter wohnt. Während Bootz versucht, aus dem Kleinen etwas herauszubekommen, ermittelt Lannert im Stau. Und damit inmitten von sehr gereizten Menschen.

Wer steckt hinter dem Tod des Mädchens? Der junge Vater mit seinem schlafenden Kind, der dem Kommissar weismachen will, nicht am Tatort vorbeigefahren zu sein – es aber doch getan hat? Das Ehepaar auf dem Weg zur Paarberatung? Die Geschäftsfrau mit ihrem genervten Chauffeur? Der Fahrer eines Krankentransporters, der mitten im Stau anfängt zu kiffen? Oder doch die junge Mutter, deren Tochter auf der Fahrt viel zu laut Musik hören will? Gleich mehrere Wagen haben Kratzer. Die Nerven der wartenden Autofahrer liegen zunehmend blank – und ihre Aggressionen richten sich bald gegen die Polizei.

Mit dem neuen Fall gibt Regisseur Dietrich Brüggemann beim SWR sein «Tatort»-Debüt. Bekannt ist er vor allem für Kinofilme wie «Kreuzweg» oder «3 Zimmer Küche Bad». Die Idee zum «Tatort» kam ihm in der Situation, von der er nun tatsächlich erzählt: im Stau auf der Stuttgarter Weinsteige.

«Wir drehten ‚Kreuzweg‘ im Stuttgarter Raum, fuhren viel in der Gegend umher und standen dauernd im Stau», sagt Brüggemann in einem Interview mit dem SWR. «Geschlagene zwei Stunden» habe er da auf der Weinsteige gestanden, «mit herrlichem Blick über die nächtliche Stadt, ziemlich genau an der Stelle, die wir jetzt im Film erzählen.»

Brüggemann sagt «erzählen», denn tatsächlich wurde der Krimi nicht in Stuttgart gedreht und schon gar nicht in einem echten Stau. Die Szenen, die dort zu sehen sind, entstanden in einer Messehalle in Freiburg – mit 100 Metern Mauer auf der einen und 80 Metern Bluescreen für die Kulisse der nächtlichen Stadt auf der anderen Seite. Weitere Szenen wurden im November 2016 außerdem in Baden-Baden gedreht.

Die Suche nach dem Täter im Stau gerät zu einem packenden Kammerspiel. Etwas überdreht ist vielleicht der genervte Mob der Wartenden, der irgendwann in klassischer Wutbürger-Manier «Wir wollen raus!» skandiert.

Der «Tatort» ist bekannt dafür, aktuelle gesellschaftliche Themen aufzugreifen und das gelingt mit «Stau» einmal mehr. Einer aktuellen Erhebung zufolge ist Stuttgart die staureichste Stadt Deutschlands, gefolgt von Köln, Hamburg und Nürnberg. Eine andere Studie sieht die Stadt zumindest auf Rang 2 vor München.

Erst jüngst schlug die Stuttgarter Wirtschaft wegen anhaltender Verkehrsprobleme Alarm. Im Sommer stellte die Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Studie vor, nach der Autos in Stuttgart abends im Berufsverkehr im Schnitt nur mit 28 Stundenkilometern unterwegs sind. Jobsuchende würden vom Image der Stadt abgeschreckt, warnte die Kammer. Der neue «Tatort» dürfte das eher befeuern als ändern.

Doch gelingt es den Ermittlern noch rechtzeitig, den Fall zu lösen? «Da fährt er davon, unser Täter», sagt Lannert, als sich der Stau schließlich auflöst. Doch er irrt sich…

Read more on Source

Polarlichter über Deutschland möglich

0

Polarlichter könnten in den kommenden Nächten über Deutschland zu sehen sein. Sie entstehen nach starken Sonneneruptionen vom Mittwoch. Dafür müsste allerdings das Wetter mitspielen.
Read more on Source

Dettmann mit Finnland bei EM raus

0

Der frühere Basketball-Bundestrainer Henrik Dettmann ist mit Finnland im EM-Achtelfinale ausgeschieden. In der türkischen Metropole Istanbul verlor der Vorrunden-Gastgeber 57:70 (29:48) gegen Italien, das in der Runde der letzten Acht auf Serbien oder Ungarn trifft.

Bester Werfer der Azzurri, in der Gruppenphase in Tel Aviv/Israel Gegner der deutschen Mannschaft, war Marco Belinelli mit 22 Punkten.

Topscorer im Team des Finnen Dettmann (59), von 1997 bis 2003 Bundestrainer, war Petteri Koponen (13). Im Duell der ehemaligen Titelträger setzte sich am Abend Griechenland durch. 

Slowenien gibt sich keine Blöße

Der zweimalige Europameister schlug den dreimaligen Europameister Litauen etwas überraschend mit 77:64 (37:30). Die zuvor bei der 40. EuroBasket wenig überzeugenden Griechen spielen nun gegen den Sieger des letzten Achtelfinales zwischen Russland und Kroatien.

Zuvor hatte Slowenien nach einer überlegenen Vorstellung als erste Mannschaft das Ticket für das Viertelfinale gebucht.

Das Team um NBA-Profi Goran Dragic von Miami Heat schlug Außenseiter Ukraine im Achtelfinale 79:55 (42:27), in der Runde der letzten Acht geht es gegen Lettland oder Montenegro.

Bester Akteur der Slowenen, die alle fünf Vorrundenspiele in Helsinki/Finnland gewonnen hatten, war Anthony Randolph mit 21 Punkten. Deutschlands Gruppengegner Ukraine war erst auf den letzten Drücker weitergekommen.

Read more on Source

Futsal-Highlight LIVE auf SPORT1

0

Heimspiel für die deutsche Futsal-Nationalmannschaft: Beim Vier-Nationen-Turnier am 10. und 11. September in Neu-Ulm möchte die junge Futsal-Auswahl des DFB mit ihrem neuen Bundestrainer Marcel Loosveld den ersten Titel bei einem internationalen Turnier einfahren.

SPORT1 ist in der ratiopharm arena mittendrin und präsentiert sowohl das deutsche Halbfinale am Sonntag als auch das Spiel um Platz drei und das Finale am Montag live und exklusiv im Free-TV. Die Übertragung aus Neu-Ulm begleiten Moderatorin Nele Schenker und Kommentator Nico Seepe. Als Experte und Co-Kommentator ist Nils Klems, ehemaliger Futsal-Nationalspieler und Vizekapitän, im Einsatz. Zum Auftakt trifft Deutschland im Halbfinale auf die Türkei. SPORT1 überträgt live ab 14:55 Uhr – mit Ex-Fußball-Profi Cacau als prominenten Halbzeitgast.

Sichern Sie sich jetzt noch Ihre Tickets für das Event unter www.dfb.de/tickets

Am Montag  steht ab 17:55 Uhr das Spiel um Platz 3 sowie ab 20:25 Uhr das Finale auf dem Programm. Zusätzlich zur Liveübertragung im Free-TV zeigt SPORT1 das komplette Vier-Nationen-Turnier mit Deutschland, Türkei, Belgien und der Schweiz auch im kostenlosen Livestream auf SPORT1.de (alleSendezeitenin der Übersicht).

Standortbestimmung mit neuem Bundestrainer

Seit Januar 2017 ist Marcel Loosveld als  Bundestrainer der deutschen Futsal-Nationalmannschaft im Amt. Beim Vier-Nationen-Turnier in Neu-Ulm sieht der Niederländer seine Mannschaft nun erstmals unter Wettbewerbsbedingungen. Dabei setzt Loosveld auf einen Kader mit einigen Debütanten, aber auch erfahrenen Spielern wie Kapitän Timo Heinze, einst Mitspieler von Mats Hummels in der zweiten Mannschaft des FC Bayern München. Loosveld, der von 2009 bis 2016 die niederländische Futsal-Nationalmannschaft trainierte, kann bei seinem Pflichtspiel-Debüt direkt Geschichte schreiben: In der ratiopharm arena winkt der erste internationale Titel für die im Dezember 2015 ins Leben gerufene Nationalmannschaft.

Futsal auf SPORT1 

SPORT1 begleitet Futsal als Partner des DFB auf seinen Plattformen: Die ersten beiden offiziellen Länderspiele des Futsal-Nationalteams gegen England waren im Oktober und November 2016 live auf SPORT1 zu sehen: 290.000 Zuschauer ab 3 Jahren (Z3+) verfolgten im Schnitt den historischen Auftakt und sahen so auch den 5:3-Premierenerfolg der deutschen Mannschaft. Im Januar folgten drei weitere Partien des Futsal-Nationalteams im Rahmen der EM-Vorqualifikation – ebenfalls live auf SPORT1 im Free-TV und im kostenlosen Livestream auf SPORT1.de, ehe im April das Finale um die Deutsche Futsal-Meisterschaft live im Free-TV zu sehen war.

Die Sendezeiten des Futsal-Vier-Nationen-Turniers im Überblick:

Read more on Source

Tobias Zielony Ausstellung im Von der Heydt Museum Wuppertal

0

Mit seinen schonungslos einfühlsamen Porträts der Techno-Generation wurde der Fotokünstler Tobias Zielony international bekannt. Nun stellt er erstmals in seiner Geburtsstadt Wuppertal aus. In einem Gebäude, in dem er als Jugendlicher gefeiert hat. Wir haben ihn beim Aufbau besucht.
Read more on Source

Amnesie nach Treppensturz: Wer bin ich? Wie Max Rinneberg in wenigen Minuten sein Gedächtnis verlor

0

Wenn wir uns Bilder aus unserer Vergangenheit ansehen, wissen wir alle meist noch, wann und wo diese Aufnahmen gemacht wurden. Nicht so Max Rinneberg. Denn: Der 26-Jährige weiß nicht mehr, wer er einmal war. Seine komplette Vergangenheit – ausgelöscht!

Max Rinneberg hat sein Gedächtnis verloren. Alle alten Erinnerungen, die ganzen ersten 17 Jahre seines Lebens, sind einfach weg. Wahrscheinlich unwiederbringlich: Max als Kind beim Spielen, Max im Urlaub mit seinen Eltern oder am Weihnachtsabend mit seiner Schwester, dass er Zelten gegangen war, dass er eine Zahnspange getragen hatte – oder dass er einmal Langstreckenläufer und auch Fan vom FC Bayern-München war. Er weiß von all dem nichts mehr. „Es ist halt nur ein Bild. Durch die Geschichte dazu wird es ein wenig lebendiger. Aber es fehlt die Bindung“, sagt Max, der selbst beim Blick in den Spiegel einen Fremden sieht. „Ich versuche etwas in dem Gesicht zu erkennen. Aber mich blicken da eher leere Augen an.“

„Als ich die fremde Frau fragte, wer sie sei, sagte sie: ‚Ich bin deine Mutter‘.“

Es war eine kleine Unachtsamkeit, die für Max Rinneberg alles änderte. Es passierte auf dem Kirchplatz, im unterfränkischen Kleinostheim. Der damals 17-Jährige war mit Freunden auf einer Party, als er heimging, stolperte er über ein paar Stufen auf dem Platz und fiel hin. Seine Schwester Christina fand ihn 20 Minuten später bewusstlos dort liegen. Als sie ihm aufhalf, wusste er schon nicht mehr, wer das Mädchen war: „Er hat mich angeschrien, was ich denn mache, was er hier mache, wieso sein Kopf und Knie weh tue, wer ich bin, was ich von ihm wolle… In dem Moment war klar, dass da irgendwas nicht stimmt“, erinnert Christina sich.

Als Max Rinneberg am nächsten Tag in der Klinik zu sich kam, war sein Leben futsch. Er hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, dem 17-Jährigen fehlten jegliche Erinnerungen. „Es ging die Tür auf und eine Frau und ein Mann kamen herein. Sie stellten sich an mein Bett und die Frau nahm meine Hand. Als ich fragte, wer sie denn sei, bekam ich die Antwort: ‚Ich bin deine Mutter‘.“

Die Ärzte diagnostizierten eine so genannte „retrograde Amnesie“ im Zuge seines Schädel-Hirn-Traumas, verursacht durch ein extremes Stresserlebnis des Gehirns.

KASTEN Hintergründe zur Amnesie von Max Rinneberg 

Irgendwo einfach ein neues Leben beginnen

Max‘ Unfall liegt knapp neun Jahre zurück. Damals versuchte der einst begeisterte Sportler und zielstrebige Steuerfachgehilfe an sein altes Leben anzuknüpfen. Doch was er vorher tat – sein alter Job, seine Hobbys – erschien ihm plötzlich alles öde. Auch alle Menschen in seinem früheren Leben waren für ihn wildfremd. Seine Schwester, seine Eltern, Freunde und Kollegen – alle hofften darauf, dass Max wieder der Alte würde. Auch er. Doch das trat nicht mehr ein. Max Rinneberg hatte das Gefühl, das Leben eines anderen zu führen. Die Folge: Er verlor den Halt, fühlte sich identitätslos und zog sich immer weiter zurück. Er haderte damit, nicht mehr der alte Max zu sein – der, den seine Mutter kennt und vermisst. „Sie sieht mich an, aber sie sieht noch den alten Max. Sie hat ja die ganzen Erinnerungen von damals“, so Max Rinnberg. „Dann sagt sie, dass sie manchmal gerne wieder mit dem alten Max sprechen würde. Aber das kann ich ihr nicht geben; das tut mir auch weh.“

Und so beschloss Max Rinneberg, irgendwo einfach ein neues Leben anzufangen: In Osttirol arbeitet er jetzt als Barkeeper in einem Golf-Hotel. Denn Max ist jetzt ein ganz anderer, ein Neuer: Nicht nur, dass er inzwischen eingefleischter Dortmund-Fan ist und den FC Bayern verabscheut. Der ehemalige Marathonläufer spielt heute lieber Golf, trägt Fliegen und raucht am liebsten kubanische Zigarren. Seinen Freundeskreis hat er komplett gewechselt. Der Preis für das neue Leben: ein 15 Quadratmeter großes Zimmer mit integriertem Bad. Mehr brauche er aber auch nicht, sagt Max.

INFO Buch Max RinnebergNeun Jahre nach seinem lebensveränderden Sturz hat der 26-Jährige mittlerweile sich und eine neue Identität gefunden. Fotos aus der alten Zeit meidet er jetzt bewusst. Bis heute sind seine Erinnerungen nicht zurückgekommen – laut Ärzten und Hirnforschungsexperten sind die Chancen dafür auch eher gering. Max sieht das ohnehin mit gemischten Gefühlen: „Ohne die Erinnerungen bin ich heute, wer ich bin. Selbst wenn ich morgen aufwachen würde und wüsste wieder alles – ich weiß nicht, wie ich reagieren würde. Weil es ja doch komplett unterschiedliche Menschen sind. Gerade keine Erinnerungen zu haben, hat mich so geprägt, wie ich heute bin.“ 

Read more on Source

Becker weist Kritik an Zverev zurück

0

Boris Becker hat die Kritik an den Davis-Cup-Absagen von Alexander und Mischa Zverev zurückgewiesen und Gerüchte über finanzielle Forderungen der Brüder ausdrücklich dementiert.

„Weder beim anstehenden Play-off-Spiel in Portugal noch bei der Relegation in Berlin gegen Polen 2016 ging es ums Geld. Es ist eine falsche Aussage zu behaupten, dass Sascha oder Mischa nicht spielen, weil kein sechsstelliger Betrag gezahlt wurde“, sagte Becker am Rande der US Open in New York und meinte: „Ich bin überzeugt, dass wir in der Zukunft beide wieder für Deutschland im Einsatz sehen.“

Die negativen Stimmen über den angehenden Weltranglistenvierten Alexander „Sascha“ Zverev konnte der neue Head of Men’s Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB) keineswegs nachvollziehen.

Becker fordert: „Müssen Zverev pflegen“

„Es ist wirklich nicht so, dass Sascha das Herz nicht am rechten Fleck hat oder sich nicht als Deutscher fühlt“, sagte Becker und verwies auf die Bedeutung des Hamburgers: „Hoffentlich gewinnen wir den Davis Cup auch irgendwann, aber das können wir nur mit Sascha Zverev. Wir müssen ihn pflegen.“

Alexander Zverev hatte seine Teilnahme am Relegationsspiel des DTB-Teams in Lissabon (15. bis 17. September) abgesagt, weil ihm sein Manager Patricio Apey mit Blick auf die noch anstehenden Aufgaben bis zum Saisonende dazu geraten hatte. 

Becker über Zverevs Prioritäten

Becker machte keinen Hehl daraus, dass er dies nachvollziehen könne. „Ich in meiner Rolle sehe das größere Bild: Wir brauchen Sascha Zverev in Zukunft“, betonte der dreimalige Wimbledonsieger.

Selbstverständlich sind für ihn etwaige Davis-Cup-Einsätze des zweimaligen Masters-Siegers von 2017 nicht. „Wenn Sascha spielt, dann freuen wir uns. Er will die Nummer eins der Welt werden, er will ein Grand-Slam-Turnier gewinnen – da muss er wie jeder Weltklassespieler manchmal leider andere Prioritäten setzen“, sagte Becker.

Der bei den US Open als Experte arbeitende Becker weiß um den Einfluss von Berater Apey auf Zverev. „Irgendwann aber wird Sascha all diese Entscheidungen alleine treffen. Vielleicht noch nicht jetzt mit 20 Jahren, aber dann mit 22, 23 Jahren“, meinte die ehemalige Nummer eins der Welt.

Read more on Source

Hannovers Höhenflug im Handball: Selbst Breitenreiter gratuliert

0

Beim Blick auf die Tabelle wird den Partycrashern von Hannover-Burgdorf fast ein bisschen schwindelig. Die aufmüpfigen Niedersachsen haben mit ihrem Coup von Kiel den nächsten großen Favoriten geschockt und mit nunmehr 6:0-Punkten völlig überraschend die Tabellenführung der Handball-Bundesliga übernommen.

„Das war ein richtig geiles Spiel. Wir haben noch nie in Kiel etwas mitnehmen können und deswegen werden wir diesen Sieg jetzt auch genießen“, sagte der mit 11 Treffern (bei 14 Versuchen) überragende Kai Häfner nach dem 31:29 beim Rekordmeister und sprach von einem „sensationellen Start, den man so bei dem Programm nicht erwarten konnte“.

Wohl wahr: Geschlagene acht Monate und vier Tage hatte Hannover kein Ligaspiel mehr gewonnen, ehe zum Saisonauftakt Vizemeister Flensburg (32:29) entzaubert wurde. Am Donnerstagabend vermasselten die Recken nun Kiels Trainer Alfred Gislason die Party zum 58. Geburtstag.

Neben dem neuen Spitzenreiter Hannover (6:0 Punkte) bleiben die Füchse Berlin (4:0) das zweite ungeschlagene Bundesliga-Team. Die Hauptstädter siegten angeführt von Nationalspieler Steffen Fäth (zehn Tore) und dank eines starken Schlussspurtes 30:26 (13:13) beim SC Magdeburg (Die Tabelle der Handball Bundesliga).

Andre Breitenreiter gratuliert

Der Isländer Gislason ärgerte sich nach der ersten Saison-Niederlage über einige strittige Schiedsrichter-Entscheidungen, würdigte die Spielweise der „Recken“ aber als „sehr schlau und taktisch clever“. Für den THW war es die erste Liga-Heimpleite im Kalenderjahr 2017 – die Überraschung sorgte auch bei Andre Breitenreiter, Coach der Bundesliga-Fußballer von Hannover 96, für Jubel. „Ich habe Benjamin Chatton gestern noch eine Nachricht geschrieben und die Mannschaft beglückwünscht“, sagte Breitenreiter am Freitag.

Auf Kieler Seite herrschte dagegen Enttäuschung. „Wir waren in der Abwehr einfach nicht präsent“, sagte Christian Zeitz: „Wenn du hinten keine Tore verhinderst, kannst du vorne so viele Tore machen, wie du willst, aber es reicht nicht.“

Hannovers wundersame Wandlung kommt indes nicht von ungefähr. Nach der katastrophalen Rückrunde der Vorsaison mit 16 Spielen ohne Sieg zog TSV-Geschäftsführer Chatton im Sommer die Reißleine und installierte mit dem international renommierten Trainer Carlos Ortega erstmals einen Spanier auf der Kommandobrücke des Klubs.

„Er hat eine klare Idee, wie man Handball spielt, und versucht, sie zu vermitteln“, sagt Chatton.

Häfner überragt

Dies gelingt bislang vorzüglich. Zusammen mit Co-Trainer Iker Romero, Ex-Weltmeister und langjähriger Bundesliga-Spieler der Füchse Berlin, brachte Ortega den Spaß am Handball in die niedersächsische Landeshauptstadt zurück und verordnete dem Team eine zupackende Defensive.

Vorne läuft aktuell vor allem der neue Kapitän Häfner zur Höchstform auf. Der 28-Jährige hat nach drei Spielen schon 23 Tore auf seinem Konto. Nur Robert Weber vom SC Magdeburg hat öfter getroffen – Allerdings mit einem Spiel mehr. 

Zwar ist das aktuelle Tabellenbild nur eine Momentaufnahme. Doch mit Blick auf die kommenden Aufgaben scheint es durchaus möglich, dass sich Hannover erst einmal oben festsetzt. Am Sonntag geht es zunächst zur TuS N-Lübbecke, dann gastiert der SC Magdeburg bei den Niedersachsen. Kiel steht bei der MT Melsungen dagegen vor der nächsten kniffeligen Aufgabe.

Löwen rehabilitieren sich

Die Rhein-Neckar Löwen gewannen nur vier Tage nach der Niederlage bei Vizemeister SG Flensburg-Handewitt mit 37:22 (20:11) gegen den TSV GWD Minden.

Die Löwen schlossen dank des zweiten Saisonsieges nach Punkten zu Kiel, Berlin, Flensburg und fünf weiteren Mannschaften auf. Bester Werfer war Spielmacher Andy Schmid mit neun Treffern.

Aufsteiger TV Hüttenberg holte beim 23:23 (10:13) bei der HSG Wetzlar nach drei Niederlagen zum Auftakt dank einer starken Schlussviertelstunde den ersten Punkt.

Die Spiele im Stenogramm:

HSG Wetzlar – TV Hüttenberg 23:23 (13:10)
Tore: Björnsen (5/4), Cavor (4), Ferraz (3), Mirkulovski (3), Kohlbacher (2), Kneer (2), Kvist (2), Holst (1/1) für Wetzlar – Lipovina (5), Sklenvak (4), Wernig (4/2), Rompf (4), Zörb (1), Fernandes (1), Johannsson (1), Mappes (1), Hofmann (1), Lambrecht (1) für Hüttenberg
Zuschauer: 4421 (ausverkauft)

Rhein-Neckar Löwen – TSV GWD Minden 37:22 (20:11)
Tore: Schmid (9/6), Tollbring (8), Larsen (4), Groetzki (4), Reinkind (3), Pekeler (2), Rnic (2), Radivojevic (2), Baena Gonzalez (2), Taleski (1) für Rhein-Neckar – Doder (4), Cederholm (4), Bilbija (4), Rambo (3/2), Korte (2), Svitlica (2), Staar (1/1), Gullerud (1) Michalczik (1) für Minden
Zuschauer: 4639

THW Kiel – TSV Hannover-Burgdorf 29:31 (14:16)
Tore: Ekberg (7/3), Weinhold (6), Nilsson (4), Bilyk (3), Zeitz (2), Frend Ofors (2), Wiencek (2), Dahmke (2), Zarabec (1) für Kiel – Häfner (11), Mortensen (6/5), Olsen (6), Pevnov (3), Patrail (2), Böhm (1), Brozovic (1), Kastening (1) für Hannover
Zuschauer: 10.285

SC Magdeburg – Füchse Berlin 26:30 (13:13)
Tore: Weber (7/2), Christiansen (5), Musche (4), Musa (3), O’Sullivan (3), Bezjak (2), Damgaard (2) für Magdeburg – Fäth (10), Zachrisson (6), Struck (4), Nenadic (4/1), Schmidt (2), Wiede (1), Gojun (1), Kopljar (1), Plaza Jimenez (1) für Berlin
Zuschauer: 6472

Read more on Source

Kritik von deutschen Experten – Trinkwasser-Studie zu Mikroplastik „nicht glaubwürdig“

0

Eine Untersuchung im Auftrag einer Journalistengruppe hat ergeben, dass unser Trinkwasser angeblich mit Mikroplastik belastet ist. Deutsche Experten melden jedoch erhebliche Zweifel an.
Read more on Source

PC-Wahl: Warum Hacks in die Öffentlichkeit gehören

0

Nach der Veröffentlichung von IT-Sicherheitslücken werden Hacker und Medien immer wieder gefragt, ob sie damit nicht Kriminellen helfen. Das Gegenteil ist der Fall.
Read more on Source

BLEIBEN SIE IN VERBINDUNG

1,896NachfolgerFolgen
424NachfolgerFolgen

NEUESTE BEWERTUNGEN

Der frühere Weltmeister Leon Spinks ist gestorben

Der Amerikaner Leon Spinks, der die Boxlegende Muhammad Ali als einen von vielen besiegte, ist an Krebs gestorben. Der frühere Boxweltmeister im Schwergewicht...

REDAKTIONSTIPP