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Familie Ritter aus Köthen: Angst vor den eigenen Söhnen: Warum sich Karin Ritter jetzt mit einem Hilferuf an stern TV wandte

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Rechtes Gedankengut, Verwahrlosung, Gewalt, Drogen – all das scheint sich seit Generationen bei den Ritters zu wiederholen, ebenso wie die Haftstrafen, die die Söhne von Familienoberhaupt Karin Ritter bereits mehrfach verbüßen mussten.

Als stern TV René (12), Norman (9), Andy (8) und Christopher (7) 1994 das erste Mal traf, hatten die Grundschüler gerade die Wohnung einer Nachbarin verwüstet und die Frau mit einem Baseballschläger malträtiert. Ihren unreflektierten Hass auf Ausländer und Nazi-Parolen posaunten die Kinder schon damals groß heraus. 

stern TV hat die Entwicklung der Familie seitdem in zahlreichen Reportagen dokumentiert. Die Probleme und ungeordneten Verhältnisse haben sich bis in die nächste Generation fortgesetzt. Insgesamt hat sich wenig für die Ritters geändert. Vor allem Karin Ritter beklagt sich, dass ihre Söhne so unkontrollierbar und aggressiv geworden sind. „Man schämt sich dafür“, sagt sie. „Aber wenn die Jungs Scheiße machen und Schwarzfahren und klauen und rauben und was weiß ich nicht alles – dafür kann ich nichts. Die sind alt genug und die sind für ihr Leben selber verantwortlich.“

Schwere Vorwürfe gegen die eigenen Söhne

Vor wenigen Tagen hat sich die 64-Jährige mit einem Hilferuf an stern TV gewandt: Sie und ihre 18-jährige Enkelin Jasmin, die derzeit bei ihr in der Obdachlosenunterkunft in der Augustenstraße lebt, würden von ihren Söhnen Norman und Christopher massiv bedroht. Auch gehe es mit dem Einbau der lange geforderten sanitären Einrichtungen nicht voran, weil die gewaltbereiten Brüder auch die Bauarbeiter bedroht haben sollen. „Das geht schon sechs Wochen so“, klagt Karin Ritter. Immer wieder würde vor allem Norman über die Stränge schlagen, meist „besoffen“ und sehr aggressiv: „Silvester hatte der dem Bernd Ritter, was mein Geschiedener ist, ’ne Schnapsflasche über’n Schädel gezogen.“ Die Ritter-Söhne hätten zudem Jasmins Handy zerstört und die Fensterscheibe mit einer Bierflasche eingeschlagen; die Beiden würden sie und ihre Enkelin auch regelmäßig schlagen, sagt Karin Ritter. „Wir dürfen nicht auf die Toilette, wir dürfen nicht runter, wir dürfen keinen Müll entsorgen. Die schmeißen hier die Bierflaschen rein. Hier haben sie die Fensterscheibe kaputt geschmissen.“ Karin Ritter sagt, ihr selbst habe Norman gedroht, „dass er mich aus’m Fenster schmeißen will.“ Daraufhin habe sie bei der Staatsanwaltschaft angerufen. Norman müsse ohnehin wieder ins Gefängnis, so die Mutter der Ritters. „Ich weiß nicht, was er da gemacht hat. Er muss über 400 Euro Geldstrafe bezahlen, dann kommt ’ne gefährliche Körperverletzung dazu. Und dann haben wir beide Anzeige gegen ihn gemacht: Bedrohung, Sachbeschädigung, Morddrohung.“ Laut Köthener Polizei hat es in der Augustenstraße allein seit April 31 Einsätze gegeben. Fast jeden Tag.

Ein Blick zurück: Wie konnte es so weit kommen?

Als stern TV die Ritters vor gut 24 Jahren erstmals traf, hatte Karin Ritter sechs Kinder von drei verschiedenen Männern. Die Söhne zeigten schon deutliche rechtsextreme Tendenzen, waren gewalttätig. Die Nachbarin, dessen Wohnung sie zerstört hatten, sagte damals: „Das liegt am Elternhaus. Die Mutter müsste mit bestraft werden, die Mutter müssten sie ranziehen! Die Mutter hat nur mit den Skinheads zu tun.“

Karin Ritter war zu der Zeit immer wieder mit extremistischen Parolen auffällig geworden und bereits wegen Volksverhetzung vorbestraft. Sie war im Grunde ihr ganzes Leben arbeitslos, lebte stets von Sozialhilfe. Schon 1994 wohnten die Ritters in einer Obdachlosenunterkunft in Köthen. Neonazis gingen bei ihnen ein und aus. Die Kinder schauten sich das Gebärden und die Parolen einfach ab, vermutete auch die Lehrerin seinerzeit im Interview: „Weil sie sehr viel Unschönes, wenig Liebevolles zu Hause sehen. Was wir in der Schule vermitteln wollen, reicht nicht aus, um das zu bereinigen, was am Nachmittag und am Abend vorgelebt wird.“

Das wurde aus den Söhnen der Familie Ritter

Wer ist Karin Ritter?

Kurz nach dem ersten stern TV-Bericht, kamen die Ritter-Brüder für mehrere Jahre in verschiedene Kinderheime. Und dennoch: In der Zwischenzeit mussten sie allesamt mehrere Haftstrafen antreten. „Ich hasse meine Jungs. Ich verfluche sie. Alle zwei da unten“, sagt Karin Ritter heute über ihre Söhne Norman und Christopher. Sie selbst habe aus ihrer Sicht eigentlich eine gute Kindheit gehabt. „Meine Kindheit die war so. Wir sind freitags abgehauen und sind montags früh erst wiedergekommen. Und weil wir Party machen waren, kam die Mutter morgens rein mit ’nem Topf Wasser rein und hat das ins Gesicht gekippt. Und gesagt: ‚Wer Party machen kann, der kann auch arbeiten gehen‘,“ erinnert sich die 64-Jährige. Ihr Vater sei Lebensmittellieferant in Köthen gewesen; die Mutter hätte sich um sie und ihre fünf Geschwister gekümmert. Ihre Schwester lebe heute noch in Köthen, sagt Karin Ritter. Ihre Brüder seien mittlerweile alle verstorben.

Welche Perspektive hatte Karin Ritter in ihrer Jugend? „Wir waren zu Hause sechs Kinder. Der Kleine war gehbehindert. Meine Mutter ist arbeiten gegangen und ich hab auf den kleinen Junge aufgepasst, hab zu Hause sauber gemacht.“ Danach habe sie als Raumpflegerin, in der Konditorei und in der Molkerei gejobbt. „Ich hab dann gar keinen Beruf gelernt.“

Familie Ritter 10-2012Zerbricht die Ritter-Familie jetzt endgültig?

Karin Ritter war in ihrer eigenen Familie stets das Familienoberhaupt. Von ihren drei Ehemännern ist der zweite tot, der dritte, inzwischen geschiedene, lebt krank und verwahrlost ebenfalls in einer der Obdachlosenwohnungen in der Augustenstraße. Seit ihrem 18 Geburtstag lebt auch Enkelin Jasmin bei Karin Ritter, „weil sie mich nie geschlagen hat“, erklärt das Mädchen. Die Mutter Karina Ritter, eine der beiden Töchter von Karin Ritter, war mit ihren sieben Kindern so überfordert, dass das Jugendamt Jasmin und ihre Geschwister 2009 endgültig von ihrer Mutter trennte und in einem Heim unterbrachte. Heute sagt Jasmin: „Man ist zwar in der falschen Familie geboren, aber man muss damit umgehen können.“ Die acht Jahre im Heim hätten sie vernünftiger gemacht, meint die 18-Jährige. „Ich bin nicht so wie die.“

Die Familie Ritter scheint jetzt endgültig auseinander zu brechen. Christopher, Norman und Andy sagen uns, dass sie so schnell möglich aus der Obdachlosenunterkunft ausziehen wollen – weg von ihrer Mutter. Und auch Karin Ritter wünsche sich nichts mehr, als in Frieden woanders zu leben. Ohne ihre gewalttätigen Söhne Norman und Christopher: „Aber wir sind auf Suche. Wir wollen hier weg. Die Jasmin hat mir was von der Zeitung gegeben und hat vier Wohnungen angekreuzt.“ Doch sie hätte einfach keine Chance auf eine andere Wohnung, behauptet sie. Schuld daran seien die Ausländer: „Die brauchen bloß die Schnauze aufzumachen, die kriegen ’ne Wohnung hier. Die kriegen schöne Wohnungen. Und was kriegen wir? Wir sind Ritters – wir kriegen keine!“

Familie Ritter aus Köthen (Update) 8.50

Familie Ritter 9-2011

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WDR 5 schenkt Ihnen das WDR Funkhausorchester

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Bad Boys fertigen Team ihres Ex-Coachs ab

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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat beim Wiedersehen mit dem früheren Bundestrainer Dagur Sigurdsson einen deutlichen Sieg gefeiert.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gewann am Dienstag ein Testspiel beim von Sigurdsson trainierten Nationalteam Japans klar mit 37:24 (21:11). Am Samstag (8 Uhr MESZ) spielt die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop zum Abschluss seiner Japan-Reise erneut gegen die Asiaten.

Bester Werfer des DHB-Teams vor 2000 Zuschauern in der ausverkauften Halle von Tokushima war Patrick Groetzki von Vizemeister Rhein-Neckar Löwen mit sechs Toren.

Prokop übt Kritik

Trotz des deutlichen Sieges übte Prokop Kritik. „Mit der zweiten Halbzeit sind wir nicht zufrieden. Der Unterschied zur ersten Halbzeit war mehr, als mir lieb war“, sagte der Trainer.

In der ersten Hälfte sei seine Mannschaft „sehr konzentriert und konsequent“ gewesen. „In der zweiten Halbzeit haben wir die Konzentration in der Abwehr etwas verloren“, so Prokop weiter.

Das Urteil von Kapitän Uwe Gensheimer fiel hingegen versöhnlicher aus. „In der zweiten Halbzeit hatten wir den ein oder anderen Fehlpass zu viel, aber alles in allem können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein, glaube ich“, sagte der 31-Jährige.

Heinevetter glänzt

Eine Woche nach der deutlichen Niederlage gegen Vizeweltmeister Norwegen (25:30) zeigte sich das deutsche Team sehr entschlossen. Schon nach 16 Minuten führten die Gäste mit 11:4. Der Isländer Sigurdsson, der Deutschland 2016 sensationell zum EM-Titel und anschließend zu Olympia-Bronze geführt hatte, sah sich daraufhin schon zu einer ersten Auszeit gezwungen, nachdem sein Team knapp zehn Minuten ohne Treffer geblieben war.

Immer wieder fanden die Japaner im stark aufgelegten Torhüter Silvio Heinevetter ihren Meister, auf der Gegenseite stellte der Berliner Fabian Wiede nach 23 Minuten eine Zehn-Tore-Führung her (17:7). 

Prokop wechselte nach der Halbzeit zahlreich durch, sämtliche 19 Spieler im Kader kamen im Laufe der Partie zum Einsatz. Die Gastgeber hielten dadurch nach dem Seitenwechsel besser mit. Dennoch baute Deutschland den Vorsprung weiter aus, auch der eingewechselte Torwart Andreas Wolff überzeugte.

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Der Insektengarten

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Der eigene Hausgarten als Paradies für faszinierende Insekten: Karl Heinz Niehus aus Löhne und der Insektenkundler Werner Schulze zeigen, welche Pflanzen und Strukturen ein Naturgarten braucht, damit Insekten darauf fliegen. Autor/-in: Mike Schaefer
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Alonso heiß auf Le-Mans-Sieg

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Es ist eines der legendärsten Rennen im Motorsport: Die 24 Stunden von Le Mans. Am Wochenende geht es bei der 86. Auflage des Langstreckenklassikers um den Titel.

Mit Fernando Alonso und Jenson Button rasen auch zwei frühere Formel-1-Weltmeister über den 13,629 km langen Kurs im Nordwesten Frankreichs.

24h Le Mans: Alonso will Sieg mit Toyota

Besonders Alonso werden dabei beste Siegchancen eingeräumt. Der Spanier will im 1000 PS starken Toyota TS050 seiner Erfolgssammlung einen weiteren großen Titel hinzufügen – gemeinsam mit seinen beiden Teamkollegen Sebastian Buemi (Schweiz) und Kazuki Nakajima (Japan).

Bereits am Mittwoch im ersten Qualifying zeigte das Trio, dass mit ihm für das Rennen, das am Samstag um 15 Uhr startet, zu rechnen ist.

In 3:17,270 Minuten setzte Alonsos japanischer Kollege Nakajima gleich die Bestzeit. Dahinter platzierte sich mit einem weiteren Toyota das Schwesterauto um den ebenfalls ehemaligen Formel-1-Piloten Kamui Kobayashi (Die Highlights des 24-Stunden-Rennens am Montag ab 23 Uhr im TV auf SPORT1). 

Damit hat Toyota erst einmal die provisorische Pole inne.

Gewinnt Alonso in Le Mans, fehlt ihm nur noch ein Sieg zur sogenannten Triple Crown. Diese inoffizielle Wertung listet alle Rennfahrer auf, die bei drei der wohl prestigeträchtigsten Rennen im Motorsport erfolgreich waren: Dem Indy 500, dem Formel-1-Grand-Prix von Monaco und eben den 24 Stunden von Le Mans.

Bislang gelang dies nur der britischen Rennsportlegende Graham Hill.  

Alonso gewann Generalprobe

Der zweifache Monaco-Sieger Alonso schickt sich nun an, den zweiten Schritt auf dem Weg zur Legende zu gehen. Dass er auch Langstrecke kann, bewies Alonso bei seinem WEC-Debüt im Mai. Beim Sechs-Stunden-Rennen im belgischen Spa triumphierte der spanische Pilot ebenfalls im Toyota.   

Ex-McLaren-Teamkollege Button bleibt dagegen nur die Rolle des Herausforderers.  „Wenn Toyota das Rennen verliert, haben sie einen Riesenfehler gemacht“, weiß Button um die geringe Chance, Alonso zu stoppen.

Zehn Deutsche in Le Mans dabei

„Aber während viele Teams in Le Mans auf Ankommen fahren, spüre ich in meinem Team, dass sie gewinnen wollen. Und die Möglichkeit dazu ist da“, zeigt sich der Engländer angriffslustig, der sich in Le Mans mit dem russischen Duo Vitaly Petrov und Michail Aljoschin das Cockpit des BR-AER teilt.

Auch deutsche Fahrer sind 2018 auf dem Circuit de la Sarthe wieder reichlich vertreten. Angeführt von Vorjahressieger Timo Bernhard, der in einem der vier Werks-Porsche 911 RSR in der hart umkämpften GT-Klasse an den Start geht, begeben sich neun weitere Deutsche in das Langstrecken-Spektakel.

Wie kann ich das 24-Stunden-Rennen im Fernsehen verfolgen?

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans wird über die volle Distanz vom Start am Samstag um 15 Uhr bis zum Zieleinlauf 24 Stunden später live im Free-TV von Eurosport und im Eurosport Player gezeigt. SPORT1 begleitet das Rennen mit einem LIVETICKER auf SPORT1.de

Der Zeitplan der 24h von Le Mans im Überblick:

Donnerstag, 14. Juni:

19 Uhr: Zweites Qualifying (Eurosport)

22 Uhr: Drittes Qualifying (Eurosport)

Samstag, 16. Juni:

9 Uhr: Warm Up (Eurosport)

15 Uhr: Start 24-Stunden-Rennen von Le Mans (Eurosport)

Sonntag, 17. Juni

15 Uhr: Ende 24-Stunden-Rennen von Le Mans

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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: WM 2018: Es gibt kein richtiges Jubeln im falschen

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Selten war es verkehrter, sich auf eine große Sportveranstaltung zu freuen als heute. Da ist die Meldung, dass Dopingexperte Hajo Seppelt wegen Sicherheitsbedenken nicht nach Russland reist, fast nur noch eine Randnotiz. Wirklich, es gibt objektiv keinen Anlass, den nächsten Lidl zu plündern, sich schwarzrotgolden anzumalen und den heimischen Balkon auf Cottbus-Niveau hochzuflaggen,

Wer nochmal so richtig in Stimmung kommen möchte, dem sei direkt das heutige Eröffnungsspiel empfohlen: Russland gegen Saudi Arabien. Das Sommerfest der Menschenrechte. Die schönste Begegnung seit Trump und Kim.

Wer nach dem Panini-Bild des Grauens mit Erdogan ernsthaft behauptet, der Fußball dürfe „sich nicht für politische Zwecke missbrauchen lassen“, hat die letzten 40 Jahre vermutlich auf einem Baum in Vanuatu gelebt.

kurzbio beisenherzSchon immer haben Diktatoren, Despoten, Tyrannen Weltmeisterschaften (und/oder Olympische Spiele) genutzt, um sich als gütige Landesväter zu präsentieren. Indirekt unterstützt von Fans, Funktionären oder Spielern wie zum Beispiel Berti Vogts, der in Argentinien 1978 „keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen“ hatte. Was wenig überraschend ist. Wer mit Beton an den Beinen überm Meer abgeworfen wird, taucht danach relativ selten auf einem Trainingsgelände auf.

Heute präsentieren sich deutsche Nationalspieler lächelnd mit Autokraten wie Erdogan, die Ägypter um Mo Salah scharwenzeln dekorativ wie Corgies um den tschetschenischen Tyrannen Kadyrow (selbst für Putin so etwas wie Putin) herum – Kim Jong Un muss fast enttäuscht gewesen sein, dass ihm statt Messi nur ein schlecht gekämmter Orang Utan geschickt wurde. Der Kapitän der mexikanischen Nationalelf ist mutmaßlicher Geldwäscher der Drogenmafia und seine Teamkollegen nehmen ihn nur deshalb nicht ins Gebet, weil sie zu beschäftigt sind, sich bei ihren Frauen für eine Orgie mit 30 Prostituierten zu entschuldigen.

Es ist wirklich jämmerlich.  Dabei möchte man diesen Typen doch zujubeln. Immer vorne dabei, wenn es um moralische Erosion geht: Die FIFA, jener dubiose Verein, der dem IOC oder SPECTRE in nichts nachsteht und von dem man bei jeder Präsidentenwahl erwartet, es möge künftig transparenter und ehrlicher zugehen, bis man feststellt: Es wird immer schlimmer.

Aber was willst du auch von einer Organisation erwarten, die ein Turnier grundsätzlich nur an ein Land vergibt, das Steuerfreiheit garantiert und für die Moral eine verdammt schwache Währung ist?

Tollen Fußball? Spielen auch die Franzosen

micky-erdogan_12.30Wir lieben Fußball. Jau. Is richtig. Wofür tun wir uns das eigentlich an? Warum zittern und feiern wir mit einer Mannschaft, mit deren Akteuren uns eigentlich NICHTS verbindet? Außer der Nationalität vielleicht.

Ein im Grunde genommen sehr schwaches Argument, zu einer spezifischen Gruppe zu halten, wenn man genauer hinsieht. Im Italienurlaub macht man ja auch einen großen Bogen um die Mitgermanen. Warum also hier plötzlich die große Zuneigung? Wenn es der tolle Fußball ist, kann man ja auch mit den Franzosen fiebern.

Nur mit den wenigsten der Akteure, die da unten auf dem Feld agieren, würde man privat seine Zeit verbringen wollen. Mit denen, die ihnen von den Rängen zujubeln, übrigens auch. Mit denen, die sie auspfeifen, noch weniger.

Wie kann man Nestlé boykottieren und gleichzeitig DIESES Turnier schauen? Es gibt kein richtiges Jubeln im falschen. Und das Schlimmste daran: Sobald der Anpfiff ertönt, werde ich all das vergessen haben und nur noch gucken, gucken, gucken. Jubeln, schreien, zittern.

Fußball – eine Perle im Scheißhaufen

Aufregen wird mich höchstens noch, dass Jogi in der 70. Minute nicht Sané bringen kann – die Krim, Assad, die toten Regimekritiker habe ich zu dem Zeitpunkt längst vergessen. Hajo wer? Fußball. Ein unordentliches Gefühl. Wundervolle Irrationalität. Eine Perle im Scheißhaufen. War immer so, wird immer so sein. Ich bin schwach. Ich schäme mich. Bis Toni Kroos in den Winkel trifft. Dann bin ich wieder wer.

Fußball ist wie Sex. Macht am meisten Spaß, wenn der Kopf aus ist. Das Turnier boykottieren kann ich immer noch, wenn wir im Achtelfinale ausgeschieden sind. Dann aber mit Schwung!

Ach, wär ich doch bloß Curling-Fan.13-Russland WM Training Fans DFB-Elf

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Özdemir verurteilt Pfiffe gegen Gündogan

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Grünen-Politiker Cem Özdemir wirbt in der „Erdogan-Äffäre“ von Ilkay Gündogan und Mesut Özil um Ruhe. „Der berechtigte Ärger über Gündogan und Özil ist verstanden worden“, sagte der 52-Jährige der Frankfurter Rundschau: „Die Fotos mit Erdogan lösen jetzt leider diese Loyalitätsdebatte aus. Das ärgert mich tierisch, weil es uns zurückwirft. Es ist außerdem Wasser auf die Mühlen der AfD. Die wollen bestimmen, wer dazugehört und wer nicht, und bürgern die beiden verbal aus.“

Özil und Gündogan hatten sich im Vorfeld der WM-Vorbereitung öffentlichkeitswirksam mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen, was für enorme Aufregung gesorgt hatte. Beim folgenden Länderspiel wurde Gündogan bei seiner Einwechselung vom Publikum ausgepfiffen.

„Das finde ich falsch“, sagte Özdemir: „Denn man buht damit ja die gesamte Nationalmannschaft aus. Man sollte grundsätzlich die eigenen Spieler nicht ausbuhen und eigentlich auch andere nicht. Es ist jedenfalls so, dass Pfiffe nichts bringen und allen schaden.“

Lobend hob Özdemir den derzeit verletzten Nationalspieler Emre Can hervor, der sich trotz Einladung nicht mit Erdogan getroffen hatte. „Über ihn reden wir zu wenig, er hat sich nicht für Erdogans-Wahlkampftheater hergegeben“, sagte der Politiker: „Er ist ein echtes Vorbild.“

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Meister-Entscheidung vertagt! ALBA ringt Bayern nieder

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Keine Meisterparty für Bayern München: Alba Berlin den ersten von zwei Matchbällen abgewehrt und den Pokalsieger mit 72:68 (29:34) niedergerungen.

Damit mussten die Bayern den Ausgleich in der best-of-five-Serie hinnehmen. Die Titelentscheidung ist auf Samstag vertagt (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER). Im entscheidenden fünften Duell genießen die Bayern wieder den Heimvorteil.

Bayern will Double

Hauptrundensieger Bayern München kämpft um den vierten Meistertitel nach 1954, 1955 und 2014 und das erste Basketball-Double der Vereinsgeschichte.

Der frühere Serienmeister Alba will in München seine zehnjährige Durststrecke beenden und den neunten Meistertitel gewinnen. Marcel Schmelzer von Borussia Dortmund fiebert bei diesem Traum eifrig mit.

Beste Werfer der Münchner, die ihren vierten Meistertitel nach 1954, 1955 und 2014 anpeilen, waren Jared Cunningham und Danilo Barthel (jeweils elf Punkte). Alba darf auch dank Niels Giffey weiter von der neunten Meisterschaft träumen. Der Nationalspieler steuerte 20 Punkte bei.

Hektisch und unpräzise

11.722 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena sahen zu Beginn ein äußert umkämpftes, körperbetontes und hitziges Duell zweier ebenbürtiger Mannschaften. Die Anfangsphase war geprägt von vielen Fouls, unter dem Korb agierten beide Offensivreihen oft zu hektisch und unpräzise.

Bezeichnend: Die Bayern trafen im ersten Viertel aus dem Feld nur zwanzig Prozent ihrer Versuche, einzig dank einer guten Freiwurfquote lagen sie knapp in Führung (14:12).

Die von Dejan Radonjic trainierten Münchner taten sich wie in der zweiten Halbzeit des dritten Duells am vergangenen Sonntag schwer. Berlin agierte in der Defensive weitgehend stabil, konnte sich seinerseits aber nicht absetzen.

Barthel bester Bayer

Als wichtige Stütze der Bayern erwies sich erneut Nationalspieler Danilo Barthel, der in kritischen Phasen mit Distanzwürfen punktete. Bei Berlin überragte Small Forward Niels Giffey, der sein Team in der ersten Halbzeit mit einer perfekten Quote aus dem Feld im Spiel hielt.

„Es liegt jetzt an uns, den Heimvorteil besser zu nutzen, als wir das im zweiten Finalspiel getan haben“, hatte Alba-Guard Spencer Butterfield im Vorfeld mit Blick auf die 69:96-Heimniederlage in der Vorwoche gesagt.

Butterfield und Co. nahmen sich diese Vorgabe auch nach der Pause zu Herzen.

ALBA konzentriert

Das Team von Trainer Aito Garcia Reneses ließ sich von Führungen der Gäste nicht aus dem Konzept bringen und überzeugte in dieser Phase mit guter Rebound-Arbeit.

Das Schlussviertel des defensivbetonten Duells geriet dann zur Nervenschlacht. Angepeitscht vom lautstarken Berliner Publikum lief Alba lange einem geringen Rückstand hinterher. 1:28 Minuten vor Schluss glückte die erste Führung (67:66), die Alba auch nicht mehr aus der Hand gab.

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Bartoli-Comeback geplatzt

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Die ehemalige Wimbledonsiegerin Marion Bartoli hat ihre Pläne für ein Comeback auf dem Tennisplatz wieder verworfen. Als Grund für die Kehrtwende führte die Französin Schulterprobleme an. Stattdessen will sich die 33-Jährige künftig als Trainerin versuchen.

„Ich konnte das notwendige Trainingspensum wegen der Schmerzen in der rechten Schulter nicht erfüllen“, twitterte Marion Bartoli, die 2013 auf dem heiligen Rasen in Wimbledon im Endspiel die Berlinerin Sabine Lisicki bezwungen hatte, am Mittwoch.

Im vergangenen Dezember hatte sie mitgeteilt, dass sie auf den Platz zurückkehren wolle.

Bartoli gewann insgesamt acht Turniere auf der WTA-Tour, ihre höchste Platzierung in der Weltrangliste war 2012 Position sieben. Bei der vergangenen French Open war sie als Kommentatorin engagiert worden.

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