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Zwei Last-Second-Dramen in HBL – Löwen souverän

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Am 3. Spieltag der Handball-Bundesliga sind am Mittwochabend zwei Spiele erst in den letzten Sekunden entschieden worden. 

Der TSV GWD Minden setzte sich gegen Die Eulen Ludwigshafen mit 29:28 (16:12) durch und holte sich damit den ersten Saisonsieg. Für den Siegtreffer sorgte Kevin Gulliksen erst drei Sekunden vor Schluss. Die Eulen warten damit wie Aufsteiger SG BBM Bietigheim noch auf den ersten Punkt.

Altmeister Frisch Auf Göppingen, der dem TSV Hannover-Burgdorf beim am Ende wackligen 27:26 (18:13) die erste Niederlage in der noch jungen Spielzeit beibrachte, feierte seinen zweiten Saisonsieg.

Ugalde trifft nur die Latte

Hannovers Cristian Ugalde scheiterte mit seinem Wurf in der Schlusssekunde an der Unterkante der Latte.

Vizemeister Rhein-Neckar Löwen spielte sich derweil wieder an die Tabellenspitze. Die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen machte mit der MT Melsungen kurzen Prozess und setzte sich nach dem souveränen 34:26 (17:13)-Erfolg vor 5866 Zuschauern in der SAP-Arena mit 6:0 Punkten auf Platz eins (DATENCENTER: Die Tabelle).

Schmid mit acht Toren für die Löwen

In Mannheim setzten sich die Rhein-Neckar Löwen nach einem etwas zähen Start (8:8) allmählich ab und ließ in der Folgezeit nichts mehr anbrennen. Torjäger Andy Schmid (8/2) sowie Alexander Petersson und Jannik Kohlbacher (beide 6) waren die besten Schützen beim Sieger. Nationalspieler Julius Kühn und Simon Birkefeldt kamen bei Melsungen als beste Werfer auf je sechs Treffer.

Wie die Löwen sind auch Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt und Deutschlands erster Champions-League-Gewinner SC Magdeburg nach drei Spielen noch ohne Punktverlust. Hinter diesem Trio folgt nach zwei Siegen aus zwei Begegnungen Rekordmeister THW Kiel. Diese drei Mannschaften hatten bereits am Dienstag ihre Aufgaben gemeistert.

In guter Frühform präsentiert sich weiter der Bergische HC. Der Aufsteiger kam durch ein souveränes 35:26 (19:14) gegen den HC Erlangen zum zweiten Saisonsieg.

Der Bergische HC konnte sich bei seinem klaren Erfolg auf seinen Topschützen Tomas Babak verlassen, der siebenmal traf. Sechs Tore erzielten Daniel Fontaine und Arnor Thor Gunnarsson, der allerdings das traurige Ende einer langen Serie verzeichnete. Nach zuvor 17 in Serie verwandelten Siebenmetern in der Saison scheiterte der Rechtsaußen bei seinem 18. Wurf erstmals wieder am Keeper.

Die Spiele im Stenogramm:

FA Göppingen – TSV Hannover-Burgdorf 27:26 (18:13)
Tore: Schiller (9/5), Kneule (5), Heymann (5), Rentschler (4), Kozina (2), Zelenovic (1), Sliskovic (1) für Göppingen – Kastening (8/1), Brozovic (7/1), Cehte (2), Patrail (2), Lehnhoff (2/2), Ugalde (2), Böhm (1), Thiele (1), Pevnov (1) für Hannover
Zuschauer: 4100

TSV GWD Minden – Die Eulen Ludwigshafen 29:28 (16:12)
Tore: Doder (7/2), Gulliksen (6), Cederholm (5), Korte (3), Michalczik (3), Pusica (2), Gullerud (2), Mansson (1) für Minden – Durak (8/4), Valiullin (6), Stüber (5), Müller (4), Feld (3), Buhrer (1/1), Dietrich (1) für Ludwigshafen
Zuschauer: 1735

Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen 34:26 (17:13)
Tore: Schmid (8/1), Petersson (6), Kohlbacher (6), Sigurdsson (6/5), Fäth (4), Goretzki (2), Mensah Larsen (2) für die Rhein-Neckar Löwen – Birkefeldt (6), Kühn (6), Müller (4), Maric (3), Mikkelsen (3/2), Kunkel (2), Pavlovic (2) für Melsungen
Zuschauer: 5866

Bergischer HC – HC Erlangen 35:26 (19:14)
Tore: Babak (7), Gunnarsson (6/2), Boomhouwer (5), Fontaine (5), Darj (3), Majdzinski (3), Petrovsky (2), Arnesson (2), Nippes (1), Criciotoiu (1) für den Bergischen HC – Steinert (8/2), Sellin (5), Mappes (4), Link (4), Schäffer (1), Overby (1), Büdel (1), Bissel (1), Theilinger (1) für Erlangen
Zuschauer: 1822

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Mikroplastik im Leitungswasser

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Vor einigen Monaten hatten Forscher aus den USA Mikroplastik im Trinkwasser gefunden und das hatte auch hierzulande für Wirbel gesorgt. Inzwischen haben deutsche Wissenschaftler nachgemessen – mit ganz anderem Ergebnis. – AutorIn: Volker Mrasek
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Wolff: Gnadenlose Fehleranalyse bei Mercedes

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Im Formel-1-Team von Mercedes wird laut Motorsportchef Toto Wolff untereinander kein Blatt vor den Mund genommen. „Bei uns existiert eine absolute ’no-blame‘-Kultur – wir sind also gnadenlos in der Fehleranalyse“, sagte der Österreicher der Tageszeitung Die Welt: „Unser Motto lautet ‚tough love‘. Das bedeutet, wir sprechen alles aus, was notwendig ist.“

Die Ansprache sei „offen und geradeaus“, aber „ohne zu verletzen“, so Wolff: „Es ist ein guter Weg, um uns alle weiterzuentwickeln, ohne dass es jemanden persönlich trifft oder beschädigt. Es geht nur um das Erreichen eines gemeinsamen Ziels.“

Wolff: Noch keine Entscheidung um den Titel gefallen  

Der Ausgang der WM, in der Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes bei sieben ausstehenden Rennen 30 Punkte Vorsprung auf Sebastian Vettel im Ferrari hat, sei nicht vorherzusagen. „Man kann überhaupt keine Prognosen mehr treffen, weil Ferrari und Mercedes auf Augenhöhe sind“, sagte Wolff.

Der Brite Hamilton ist für Wolff „der beste Formel-1-Fahrer der letzten Jahre“, die Kritik an Vettel findet der 46-Jährige aber „trotzdem nicht ganz gerecht. Er hat den Ehrgeiz, wenn möglich immer zu gewinnen, und bringt die dafür notwendige Aggressivität mit. Dass das manchmal zu Kollisionen führt, ist Teil seiner Art und Weise, ein Formel-1-Auto zu fahren.“

Vettel hatte zuletzt beim Ferrari-Heimrennen in Monza seine Siegchance durch eine frühe Kollision mit Hamilton verspielt.

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„Bachelorette“-Finale: „Dein fucking Ernst?“: Kandidat Daniel entpuppt sich als mieser Verlierer

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Die Haare waren perfekt gegelt, der Anzug saß wie angegossen, es fehlte eigentlich nur noch die finale Rose zum Glück – doch Kandidat Daniel Lott bekam von „Bachelorette“ Nadine Klein eine Abfuhr. Eine Entscheidung, mit der der amtierende Mister Schwaben offenbar so gar nicht gerechnet hatte. Der 27-Jährige entpuppte sich im Finale der RTL-Kuppelshow „Die Bachelorette“ als schlechter Verlierer.

„Bei unserem letzten Treffen hast du mir gesagt, wie ernst es dir ist und hast dich emotional geöffnet. Deswegen fällt es mir unheimlich schwer, dir zu sagen, dass ich mich für Alex entschieden habe“, sagte Klein zu dem Vertriebsingenieur. Dem entglitten prompt die Gesichtszüge und er schimpfte: „Dein Ernst? Dein fucking Ernst?“ Ziemlich beleidigt ergänzte der 27-Jährige dann: „Du weißt, wie sehr du mir ans Herz gewachsen bist. Aber in diesem Moment fange ich an, Distanz zu dir aufzubauen. Ich wünsch euch alles Gute.“

Bei seinem Abgang schlägt Daniel gegen ein Windlicht

RTL-„Bachelorette“ entscheidet sich für Fitnesstrainer Alex 21.50Immerhin konnte sich Daniel noch zu einer letzten Umarmung mit der Bachelorette überwinden, doch bei seinem Abgang stieß er dann wütend ein Windlicht um. Im Auto giftete er weiter. „Ich bin enttäuscht von ihr und habe mich in gewisser Weise auch getäuscht in ihr. Ich bin aber auch enttäuscht von mir selber, dass ich es nicht habe kommen sehen.“ Die Entscheidung für Alex bezeichnete er als „falsch“. Er glaube nicht, dass die beiden eine langfristige Beziehung führen werden. „Trotzdem wünsche ich den beiden alles Gute“, so Daniel.

Auf seinem Instagram-Account wiederholte Lott die Bemerkung, dass er die finale Entscheidung nicht nachvollziehen könne und postete in einer Story ein gebrochenes Herz. „Es hat wohl nicht sein sollen. Ein paar einzigartige Wochen sind vorüber. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, Erfahrungen fürs Leben gesammelt, wunderbare Orte gesehen, viel Action durchlebt, jede Menge gelernt und sehr viel Spaß gehabt! Auch wenn es mit der Liebe am Ende enttäuschenderweise nichts wurde“, schreibt der Schwabe.daniel lott instagramUnd Nadine und Alex? Die veröffentlichten das erste gemeinsame Selfie. „Endlich Schluss mit dem Versteckspiel“, kommentierte die Bachelorette. Und weiter: „Was nun kommt, wird die Zeit zeigen, ich kann nur sagen, dass ich mich sehr darauf freue und die richtige Entscheidung getroffen habe.“nadine klein instagram

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Sonderfall Sane: Der Gesegnete am Scheideweg

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Er hat ihn wieder, seinen Afro-Look. Jene Haarpracht, mit der Leroy Sane (22) in der Vorsaison durch die Premier League dribbelte, die Fans zum Staunen und seinen Trainer ins Schwärmen brachte.

In der DFB-Elf, also nach seiner furiosen Saison und vor seinem bis dato wohl wichtigsten Turnier, probierte es Sane überraschend mit Rasta-Zöpfen. Diese jedoch erzeugten im Trainingslager in Südtirol mehr Aufmerksamkeit als seine Leistung. Denn die stimmte nicht, ebenso wenig seine Einstellung, woraufhin ihn Jogi Löw aus dem finalen WM-Kader strich. Zur Verwunderung vieler.

Jetzt, nach dem WM-Debakel, ist der gebürtige Essener zurück im Kreise der Nationalmannschaft – mit Afro-Look, aber dafür mit altbekannten Problemen.

„Sane kann Weltklasse werden“

„Er ist ein Spieler, der alles mitbringt, um absolut Weltklasse zu werden. Der aber, gefühlt, auch immer mal wieder gesagt bekommen muss, dass er was tun muss“, beschreibt Toni Kroos (28) auf SPORT1-Nachfrage das Dilemma, in welchem sich Sane befindet. Er sei jemand, „bei dessen Körpersprache man manchmal das Gefühl hat, dass gewinnen oder verlieren nicht so schlimm ist“, versucht Kroos seine Meinung zwar höflich, aber doch bemerkenswert deutlich wiederzugeben.

Sane, so scheint es, lässt seit geraumer Zeit schlichtweg die notwendige Einstellung und Professionalität zu seinem Beruf vermissen. Damit scheiterte er bei der Vorbereitung zur WM und jenes Problem macht ihm jetzt auch bei Manchester City zu schaffen. 

In den ersten drei Ligaspielen brachte ihn sein Trainer und Förderer Pep Guardiola nur von der Bank. Von möglichen 270 Minuten Spielzeit bekam der Flügelflitzer (90 Millionen Euro Marktwert) nur 30. Der vorläufige Negativ-Höhepunkt am vergangenen Wochenende: Guardiola strich ihn für das Heimspiel gegen Newcastle United (2:1) aus dem Kader. Der Vorwurf: Mangelnde Einstellung im Training.

Schafft es ausgerechnet Löw, den elfmaligen Nationalspieler (0 Tore) wieder auf den Pfad der maximalen Leistungsbereitschaft zu bringen?

„Sane Qualitäten sind selten“

„Man muss einen Weg finden, ihn zu seiner Topleistung zu bringen. Wenn er die bringen kann, dann wäre er für uns eine Riesen-Bereicherung“, sagt Kroos. Schließlich habe Sane Qualitäten, die im aktuellen Kader der DFB-Elf „relativ selten sind“.

Warum aber kann er vor allem beim DFB diese Topleistung nicht abrufen? Sind möglicherweise all die Vorschusslorbeeren und das Wissen um sein Potenzial sein Problem? Oder verlieh ihm der Titel des wertvollsten Jungstars der vergangenen Premier-League-Saison zu viel Selbstsicherheit?

Nur Sane wird sich diese Frage ehrlich beantworten können. Fakt aber ist, dass sein steiler Karriereweg seit jener Auszeichnung einen Knacks bekam.

Sane wird für den Neustart benötigt

Nun aber wird Sane für den Neustart der in Russland gnadenlos gescheiterten Nationalmannschaft gebraucht – auch heute zum Auftakt der UEFA Nations League gegen Weltmeister Frankreich. Man könnte auch sagen: Die Nationalmannschaft ist auf Sane in Topform dringend angewiesen, weil es diesen Spielertyp im Kader schlichtweg nicht gibt.

„Man muss herausstreichen, dass wir einen Spieler wie Leroy, mit dieser Qualität so nicht nochmal haben“, stellt auch Kroos fest. Maßnahmen wie das Streichen aus dem City-Kader will Kroos indes nicht überbewerten. „Das dient alles dazu, das Beste aus ihm rauszuholen“, sagt Kroos.

Der Madrid-Star spricht vom Herauskitzeln dessen, was im Ex-Schalker schlummert: Die Schnelligkeit, das Durchsetzungsvermögen im Eins gegen Eins, der Spielwitz, die Passstärke und vor allem sein Torabschluss. „Wenn er das zeigt, wäre er eine absolute Waffe für uns. Er hat die Qualität, jeder Mannschaft zu helfen. Auch uns“, prophezeit Kroos, der Sane ausdrücklich als „Teamplayer“ bezeichnet.

Auch so etwas, was ihm nicht unbedingt ausgezeichnet haben soll im DFB-Team. Berichte darüber, dass er es mit Treffpunkten nicht so ernst genommen, im Trainingslager verschlafen und sich durch extravaganten Lifestyle selbst ins Abseits manövriert haben soll, hängen ihm nach.  

Für Löw soll all dies fortan keine Rolle mehr spielen. Vielmehr verkündete der Bundestrainer bei seiner WM-Analyse, dass er mit Sane in Zukunft plant und mit ihm darüber gesprochen habe, dass seine Zeit erst nach der WM kommen werde – und muss. Also jetzt.

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Benzing wechselt zu Besiktas

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Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing (29) wechselt zum türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul. Das gab die Agentur des Forwards bei Facebook bekannt. Benzing hatte in der vergangenen Saison für den Bundesligisten s.Oliver Würzburg gespielt und eine Option zum Ausstieg aus seinem Vertrag genutzt.

„Ich freue mich auf die Herausforderung, mit Besiktas Istanbul den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen. Es wird ein spannendes Jahr mit hohen Ambitionen in der türkischen Liga und natürlich auch in der Champions League“, sagte der 133-malige Nationalspieler. Benzing fehlt wegen des Wechsels am Wochenende beim Supercup in Hamburg.

Benzing bedankte sich bei den Verantwortlichen des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die es ihm ermöglicht hätten, „schnell zu reagieren und nach Istanbul zu reisen, um meinen neuen Job anzutreten“.

Bundestrainer Rödl zeigt Verständnis

Mit Einverständnis des DBB war Benzing am Sonntag abgereist. „Das ist natürlich schade, dass Robin in der jetzigen Phase nicht dabei sein kann. Wir wissen, wie sehr er an der Nationalmannschaft hängt, er ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Teams, und wir hoffen sehr, dass er uns bald wieder helfen kann“, sagte Bundestrainer Henrik Rödl.

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Google: Dieser Konzern ist überall

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Larry Page und Sergey Brin – zwei Namen, die man googeln muss. Vor 20 Jahren gründete das Duo die Suchmaschine Google. Heute regieren sie einen schweigsamen Weltkonzern.
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Milliarden Menschen finden bei Google, was sie wissen wollen. Zum 20. Geburtstag des Konzerns stellt sich die Frage: Verdient er auch heute noch ihr Vertrauen?

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Pech nach dem Glücksspiel: Was von den Millionen blieb: So bitter ist die Realität dieser Lottogewinner

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Unglaubliche 61 Millionen Euro winken derzeit im Eurojackpot. Und obwohl er schon mal Millionen gewann, spielt Achim Bubert weiterhin mit. Er und seine Frau Petra glauben daran, dass sie noch eine zweite Chance bekommen – eine Chance, alles richtig zu machen. Im Juli 1994 knackte das Paar mit seinem Lottoschein den Jackpot im Spiel 77. Gewinnsumme: acht Millionen Mark. Von einer Minute auf die andere waren Petra und Achim Bubert Multimillionäre. Er: ein verschuldeter Zimmermann; sie: eine einfache Angestellte. Es hatte offenbar die Richtigen getroffen. Doch das Geld sollte sie nicht glücklich machen.

So schnell, wie die Millionen gekommen waren, zerrannen sie dem Paar beinahe wieder in den Händen. Achim Bubert kaufte gleich zu Anfang vier Autos: einen Audi A6, ein Cabriolet für seine Frau, dazu zwei Kleinbusse für seinen Handwerksbetrieb. Auch Familie und Freunde sollten ein Stück vom Kuchen abbekommen, die Buberts gaben sich großzügig. Eine Woche nach der Ziehung waren 2,5 Millionen Mark des Gewinns schon weg. „Man hat die Schecks ausgestellt und den Leuten gegeben. Die haben sich alle gefreut. Und am nächsten Tag sind sie zur Bank gegangen und haben das eingelöst. Dabei war unser Lottogeld noch gar nicht auf dem Konto“, erzählt Achim Bubert. Die Bank gab Kredit – und berechnete 22.000 Mark Überziehungsgebühr.

Neid, Gier und ein bisschen Naivität

Als die acht Millionen da waren, kauften die Buberts von den verbliebenen Lottomillionen für sich selbst ein großes Haus in Bad Segeberg – mit einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem sie sich den Traum von einem Pool erfüllten, einen Angelteich mit Tretbooten anlegten und zwei Ponys und einen Esel anschafften. Ihre beiden Söhne bekamen eine eigene Kartbahn gebaut. Später kaufte Achim Bubert noch zwei Ferienhäuser an der Ostsee und zwei Boote, ein kleineres und ein großes für umgerechnet fast 65.000 Euro. „Man lebt wie in einem Traum. Und irgendwie merkt man gar nicht mehr, dass das Geld immer weniger wird“, so Petra Bubert.
Buch Millionen TränenNoch dazu hatte sich die Nachricht von dem Millionengewinn der Buberts in ihrem Ort gleich zu Beginn wie ein Lauffeuer verbreitet. Und plötzlich erlebte die kleine Familie Gier, Neid und Hass – von bereits bedachten Verwandten, von guten und weniger guten Freunden und von vermeintlichen Ratgebern. Jeder hatte einen Wunsch oder eine Idee für ein paar Hunderttausend. Kunden des Handwerksbetriebs der Buberts zahlten ihre Rechnungen nicht mehr, Mitarbeiter klauten – den Lottogewinnern würde das doch wohl nichts ausmachen. Auch die Söhne erlebten im Kindergarten und in der Schule Neid und Missgunst, wurden regelrecht gemobbt, etwa mit Zetteln „Lottoschweine“, Gelderpressungen und anderen Vorfällen.

Der Geldsegen sollte sich bald als Fluch erweisen. Die Lottogewinner Petra und Achim Bubert waren nicht welterfahren, nicht weitsichtig, nicht kritisch genug. Sie glaubten und zahlten, verspekulierten sich mit Aktien und mit Immobilien. Dann ging der Handwerksbetrieb von Achim Bubert pleite. „Hinterher ist man immer schlauer“, kann Achim Bubert heute nur noch sagen. Dabei hätten acht Millionen Mark für das Paar mit zwei Kindern eigentlich genug sein können, um bis heute ein sorgenfreies Leben zu leben. Kaum vorstellbar: Die Buberts müssen jetzt wieder arbeiten, jeden Tag stehen sie in ihrem Laden. Achim Bubert hat noch einmal eine halbe Million Euro in ein Geschäft für Anglerbedarf und Aquarienbesitzer investiert, um eine neue Existenz aufzubauen.

Nur fünf Jahre Lottoglück – und eine verarmte Witwe

Wenige Wochen nach den Buberts gewann auch Lothar Kuzydlowski im August 1994 mit sechs Richtigen 3,9 Millionen Mark. „Lotto-Lothar“ war Deutschlands schillernster Lotto-Millionär. Für den ungelernten Arbeiter und seine Frau war der Gewinn ein unglaublicher Geldsegen! Kuzydlowski fühlte sich plötzlich mächtig, ließ Träume wahr werden. Er kaufte sich gleich zwei Lamborghini, ein Haus mit Tiergehege für seine Frau. Der plötzliche Reichtum stieg ihm regelrecht zu Kopf. Er unternahm Luxusurlaube und lud Freunde und Fremde dazu ein, mit ihm auf der ganzen Welt für Tausende Euro zu feiern. Auf die Frage, wie viel Geld von dem Gewinn noch da seien, sagten sie 1998: „Es reicht bis zum Lebensende locker hin.“ Doch es sollte anders kommen.

Alkoholiker Lothar Kuzydlowski starb schon ein Jahr später an seiner Sucht. Ein Magendurchbruch brachte den 53-Jährigen ins Grab. Nach seinem Tod war auch das Geld für Andrea Kuzydlowski weg, bis heute streitet sie vor Gericht um einen Pflichtteil des Lottorestgeldes. Die Witwe lebt heute auf einem Hof in Niedersachsen, trägt täglich Zeitungen aus, um über die Runden zu kommen. Zusammen mit ihrer kleinen Rente kommt sie auf 700 Euro im Monat. „Wenn er zum Schluss das Geld nicht so verprasst hätte, die letzten anderthalb Jahre bis zu seinem Tod, dann hätten wir bis zum Rentenalter gut damit leben können.“

Hoffnung auf eine zweite Chance

Die Buberts wollen im Rentenalter besser dastehen. Immerhin: Ihr großes Haus haben sie noch, doch das Anwesen verwahrlost. Der Pool wurde seit Jahren nicht benutzt, die Kartbahn zerfällt, das Grundstück ist zu gewuchert. Die Familie ist mit der Pflege des Anwesens überfordert – und auch das Geld fehlt wohl. Derzeit kümmern sie sich um ein neues Projekt: Sie wollen mit Musikvideos im Internet durchstarten. „Natürlich versucht man, mit dem Hobby auch Geld zu machen, sagt Achim Bubert, der extra ein eigenes Tonstudio eingerichtet hat. „Auf unserem Kanal haben wir weit über 200 Videos. Das neueste, was wir jetzt gemacht haben ist ‚Ein Sack Zement'“, erklärt der 55-Jährige. Noch müssen sie auf den großen Durchbruch warten. Deshalb träumen sie davon, noch einmal den Jackpot zu knacken – und dann wollen sie alles anders machen.
 

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