Mit großem Orchester: Balbina: Nach dem Grübeln kommt das Fragen

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«Warum lassen Maiglöckchen den Kopf hängen? Warum ist ein Brikett aus dem, was ich bin? Und warum schwimmt der Himmel immer in Pfützen? Was weiß ich denn schon?» Wenn Balbina Musik macht, wird es grundsätzlich. Manche finden das banal, andere genial.

Nach ihrem Debüt-Album «Über das Grübeln» (2015) präsentiert die 33 Jahre alte Berlinerin nun eine neue Sammlung mit dichterischen Alltagsbeobachtungen, doppelbödigen Wortspielen und einer ganz besonderen Begleitung: «Fragen über Fragen» hat sie zusammen mit dem Sofia Symphonic Orchestra aufgenommen.

Eine erste Kostprobe des neuen Arrangements bekamen ihre Fans bereits Anfang Januar bei einem exklusiven Konzert im großen Sendesaal des rbb in Berlin: Begleitet vom Deutschen Filmorchester Babelsberg bot Balbina bei dieser Gelegenheit auch einen ersten Einblick in ihre Bühnen-Inszenierung und das immer wieder eigenwillige Outfit. Beides hält sie für extrem wichtig, «damit die Lieder ihr Bett kriegen, in das sie sich reinlegen können», wie sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagt.

Was ist neu? Das Debüt «Über das Grübeln» drehte sich vor allem um Balbinas Gefühlswelt, ihre Empfindungen. Nun schaut sie sich ihre Umwelt genauer an, thematisiert Alltagserlebnisse, Beobachtungen – und natürlich geht es auch hier um Grundsätzliches: Freude, Wut und Glück. 

Eindeutige Antworten oder Erklärungen sind nicht das Ziel: «Ich gebe sehr wenig Antworten, ich stelle lieber Fragen», so Balbina weiter. Sie höre zum Beispiel sehr gern Kindern beim Fragen zu, «weil das die ursprünglichste und ehrlichste Art ist, Fragen zu stellen». Häufig sei die Suche nach der Antwort schlicht wichtiger als die Antwort selbst.

Mal hymnisch, mal ganz zurückgenommen, mal rasend: Die Orchester-Begleitung passt gut zum Balbina-Gesamtkonzept. Allerdings wird es bei der Ende März startenden Tour kein Orchester auf der Bühne geben, das wäre zu aufwendig. Doch Balbina verspricht, es werde «die Essenz der Musik» zu hören sein, wie sie am Anfang geklungen habe. Denn die Komposition wurde zunächst am Klavier vertont, das Orchester kam am Ende hinzu.

Wenn Balbina fragt, nachbohrt und ergründet, gehört wie auf ihrem ersten Album auch immer eine gute Portion Melancholie mit dazu. Und manchmal ist es dann auch gut mit der Fragerei. In «Das Sinnlos» dichtet Balbina treffend: «Vor lauter Fragen nach dem Elementaren, vergess’ ich mal eben zu leben … Und jetzt lehn’ ich mich einfach zurück und finde den Augenblick ganz entzückend.»

Balbina startet ihre Tour am 28.3. in Leipzig – mit Stationen u.a. in Dresden (29.3.), Stuttgart (31.3.), München (1.4.), Wien (3.4.), Köln (7.4.), Hamburg (12.4.), Berlin (13.4).

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