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Digitalisierung: Wenn Programmierer mächtiger als Politiker werden
Facebook, Google und Co. beeinflussen mit ihren Algorithmen das tägliche Leben vieler Menschen. Das schwächt die Demokratie, denn die Bürger können sich kaum wehren.
Mit dem Zug durch Europa: Interrail mit fast 80: Diese drei Seniorinnen erleben das Abenteuer ihres Lebens
Für 235 Mark einen Monat lang mit der Bahn kreuz und quer durch Europa fahren – das war das erste Interrailticket, das 1972 auf den Markt kam. Seitdem haben sich Generationen junger Menschen auf Abenteuerreise begeben: Schlafen im Gepäcknetz, hygienisches Grundprogramm, Reisen in unbekannte Welten. „Interrail war Grenzen sprengen, und das in mehrfacher Hinsicht. Man war weitgehend unbeaufsichtigt und man war mit seinen Freunden zusammen“, so TV-Moderator Günther Jauch über seine eigenen Interrailerfahrungen. An den Verlauf der Reise erinnert er sich noch heute ganz genau: Für Jauch und seine Kumpels ging es von Berlin aus durch die DDR, dann in Richtung Holland. Danach quer durch Frankreich bis zum Traumziel Barcelona. Auch Ex-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel war vor gut 40 Jahren auf Interrailtour. Für ihn sei das „der Inbegriff von Unabhängigkeit“ gewesen, so Gabriel. „Wir haben dann immer die Nachtzüge genommen, damit man sich das Hotel sparen konnte.“
Bis heute ist der Mythos Interrail ungebrochen. In diesem Jahr konnten sich erstmals 18-Jährige um eines von 15.000 von der EU spendierten Interrail-Tickets bewerben. Die Bewerbungsflut war enorm, allein aus Deutschland wollten fast 20.000 Jugendliche auf Interrail-Tour gehen. Insgesamt gab es über 100.000 Bewerbungen. Weitere 10.000 Tickets sollen im Herbst ausgelost werden.
INFO Interrail und DiscoverEU
Tanzend im Nachtzug nach Lissabon
Aber warum sollen eigentlich nur junge Menschen in den Genuss einer solchen Abenteuer-Bahnreise kommen? Auch die drei Seniorinnen Inge Imhof (77), Heidi Rupp (78) und Ingrid Thul (75) fühlen sich noch fit und abenteuerlustig genug für Interrail und sind zwei Wochen quer durch Europa gereist. stern TV hat den Rentnerinnen dafür die 377 Euro-Tickets spendiert. Einzige Bedingung: Sie müssen wie alle Interrailer mit begrenztem Budget auskommen. Es gab nur 700 Euro Taschengeld für jeden. Davon mussten die drei Seniorinnen ihre Unterkünfte, Verpflegung und alles Weitere bezahlen. Das bedeutete: preiswerte Hostels und Übernachtungen auf Klappsofas bei Freunden. Aber auch so manchen Cocktail gönnten die Drei sich.
Einmal Atlantik und zurück, das war die Reiseroute der Rentnerinnen. Von Stuttgart über Paris nach Perpignan in Südfrankreich, dann weiter Madrid, Lissabon und zum Abschluss noch einmal Paris. Vor allem für die 78-jährige Heidi war das ein großes Abenteuer. Sie war 45 Jahre ihres Lebens mit ihrem Mann jedes Jahr – Sommer wie Winter – auf die Nordseeinsel Pellworm gefahren. Sich plötzlich tanzend mit wildfremden jungen Männern im Nachtzug nach Lissabon wiederzufinden: ein ganz neues Lebensgefühl!
Was die drei Frauen auf ihrer Reise durch Südeuropa alles erlebt haben und mit welchen Widrigkeiten sie zu kämpfen hatten, haben Inge, Heidi und Ingrid nach ihrer Rückkehr bei Steffen Hallaschka im Studio erzählt:
stern TV Studio-Talk mit Interrail-Seniorinnen
interrail-karte
WDR 5 schenkt Emmerich das WDR Funkhausorchester
Die September-Tour des WDR Funkhausorchesters hat zwar nur eine Station – aber die konnten Sie bestimmen. Bis 6. Juli hatten Sie die Möglichkeit, uns ungewöhnliche Orte für ein „Hauskonzert“ der besonderen Art vorzuschlagen.
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THW Kiel einigt sich mit Zeitz vor Gericht
Die Ära von Christian Zeitz beim THW Kiel ist endgültig beendet. Der Rekordmeister hat sich mit dem ehemaligen Nationalspieler vor Gericht auf einen Vergleich geeinigt. „Die juristische Lösung beendet ein trauriges Kapitel. Es ist gut, dass jetzt ein Schlussstrich gezogen worden ist“, sagte THW-Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Ziegenbein.
Mit dem Vergleich endet die Zeit des Linkshänders in Kiel rückwirkend zum 30. Juni, die Entschädigung von 75000 Euro entspricht drei aufgerundeten Brutto-Monatsgehältern.
Zeitz einigt sich mit Kiel auf Vergleich
Zeitz hatte seinen Verein verklagt, weil er die Wirksamkeit des vereinbarten Vertragsendes am 30. Juni dieses Jahres bezweifelte. Stattdessen bestand er auf einer unbefristeten Weiterbeschäftigung. Daraufhin hatte der THW Zeitz im Februar dieses Jahres suspendiert. Wie die Kieler Nachrichten berichten, war der THW seinem Spieler mehrfach entgegengekommen, wollte ihm sogar bei einem Start in die berufliche Zukunft unterstützen.
Das Angebot hatte Zeitz aber abgelehnt. Bei seinem Coach Alfred Gislason war der Rückraumspieler damit komplett unten durch. „Zeitz ist die größte menschliche Enttäuschung meiner Karriere“, erklärte der Isländer.
Der frühere Nationalspieler hat in 623 Spielen für den THW 1808 Tore erzielt. Zeitz spielte von 2003 bis 2014 und von 2016 bis 2018 für die Kieler. Er war am Gewinn von neun deutschen Meisterschaften und drei Titeln in der Champions League beteiligt.
Wie gefährlich ist Hochintensiv-Training?
Hochintensiv-Training ist im Moment schwer in Mode. Es handelt sich dabei um eine Trainingskonzept aus dem Bodybuilding und dem Kraftsport. Der Körper wird dabei kurz und heftig belastet. Aber ist das gesund? – AutorIn: Anna Küch
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Paffett will DTM-Führung in Zandvoort ausbauen
Der spannende Titelkampf in der DTM geht in die nächste Runde.
Im niederländischen Zandvoort (1. Rennen ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) tritt Gary Paffett als Führender der Gesamtwertung an. Der Pilot vom Team HWA-Mercedes hat mit 99 Punkten aber nur sechs Zähler mehr auf dem Konto als der zweitplatzierte Edoardo Mortara (ebenfalls HWA-Mercedes).
Nur einen Punkt dahinter rangieren Marco Wittmann und Timo Glock (beide BMW) auf den Plätzen drei und vier. (SERVICE: Die Gesamtwertung der DTM)
„Hoffentlich können wir in Zandvoort unsere Führung ausbauen“, sagte der Brite Paffett: „Noch wichtiger aber ist, dass wir dort gute Resultate erzielen.“
Für den 37-Jährigen gehört die Strecke an der niederländischen Nordseeküste zu den schönsten. „Sie ist sehr anspruchsvoll. Es macht aber sehr viel Spaß, da zu fahren.“
Für die 18-DTM-Piloten ist der 4,307 Kilometer lange Kurs in der Tat eine große Herausforderung. Durch die unmittelbare Lage am Strand wird nicht selten Sand auf die Strecke geweht. Das sorgt für schwierige Bedingungen.
So können Sie das fünfte DTM-Rennwochende LIVE verfolgen:
TV: Sat1 und ORF
Livestream: Motorsport-Total.com und ran.de
Liveticker: SPORT1.de
US-Schauspielerin: Scarlett Johansson springt nach Kontroverse von Rolle ab
Hollywood-Star Scarlett Johansson (33) ist nach anhaltender Kontroverse von dem Film «Rub & Tug» abgesprungen. In dem Biopic unter der Regie von Rupert Sanders sollte sie Dante Gill spielen, der in den 1970er-Jahren in Pittsburghs Unterwelt agierte.
Gill war ein Transmann, also mit weiblichen Körpermerkmalen geboren, der sich als Mann empfand. Dem Magazin «Out» teilte Johansson am Freitag mit, dass sie die Transgender-Gemeinde respektiere und liebe und dass ihr Casting in dieser Rolle «unsensibel» gewesen sei.
Sie verstehe die Kritik von Aktivisten, dass seltene Rollen wie diese an einen Trans-Schauspieler gehen sollten. Es sei wichtig, über Inklusion zu sprechen, sagte Johansson weiter. Die Schauspielerin Trace Lysette («Transparent») zählte zu einer Reihe von Leuten, die die Rollenbesetzung kritisiert hatten.
Hollywood-Produktionen wird oft vorgeworfen, Rollen und Figuren aus anderen Kulturen durch «Weißwaschen» auf ein weißes Publikum zuzuschneiden. Ein ähnlicher Streit entbrannte zuletzt um den Film «Ghost in the Shell», in dem Johansson mit schwarzer Perücke eine japanische Manga-Heldin spielte.
Wie Scholl: Kovac rechnet mit Jugend-Ausbildung ab
Bayerns Trainer Niko Kovac hat ähnlich scharfe Kritik an den Ausbildungsstrukturen im deutschen Fußball geübt wie Mehmet Scholl.
In einer Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beklagt Kovac das Fehlen großer „Individualisten, die enge Spielsituationen überraschend lösen können“.
Er prangert an, dass Spielern hierzulande der Spaß, „einen Gegner zu veräppeln oder für die Galerie zu spielen“ aberzogen werde.
Ein Zustand, den er an der fehlenden Qualität von Trainers festmacht.
Man müsse erst einmal Trainer finden, die in der Lage seien, Kindern und Jugendlichen entsprechende Übungen vorzuführen.
„Das, glaube ich, liegt jedoch nicht in der DNA der allermeisten deutschen Trainer“, schreibt Kovac. „Ich kann aber nur weitergeben, was ich in mir trage. Ob Liebe oder Geld oder die Leidenschaft für Dribblings und Kunststücke am Ball. Deshalb wäre es gut, dieses Fachwissen zu importieren.“
Kovac unterstützt Scholls Kritik
Ähnliches hatte bereits Mehmet Scholl diagnostiziert: Der Ex-Nationalspieler, Europameister von 1996, hatte mehrfach die „Laptop-Trainer“ und Nachwuchsausbildung angeprangert.
Zuletzt im Dezember 2017: „Die Talente müssten abspielen, dürften nicht mehr dribbeln, könnten stattdessen „18 Systeme rückwärts laufen und furzen“, hatte Scholl damals deutlich formuliert.
Unterdessen berichtet Kovac von einer wegweisenden Entscheidung aus Zeiten, als er noch kroatischer Nationaltrainer war.
Wer will, kann dem Bayern-Coach dadurch einen Anteil am Erfolg der Kroaten bei dieser WM zuschreiben.
Konkret geht es um die Rolle von Ivan Rakitic. Der Barca-Star ist neben Kapitän Luka Modric der zweite große Strippenzieher im Mittelfeld.
Während Modric Regie führt, Angriffe initiiert, spielt Rakitic den Dauerläufer. Stopft Löcher, fängt Pässe des Gegners ab, leistet die Knochenarbeit, die er seit Jahren auch in Barcelona verrichtet.
Mit diesen Eigenschaften wurde er zum Star und hochgeschätzten Mitspieler.
Kovac fand neue Position für Rakitic
Dieses Urteil bestand nicht immer über Rakitic. Felix Magath ließ ihn einst auf Schalke ziehen, weil er den Kroaten als Spielgestalter, als Zehner, für untauglich befand.
Rakitic‘ großes Glück war, dass er auf einen Trainer traf, der seine wahren Fähigkeiten erkannte. Es war Niko Kovac.
Der übernahm 2013 die kroatische Nationalmannschaft und stellte Rakitic auf eine neue Position.
In einer Kolumne für die FAZ schreibt Kovac jetzt über die damalige Zeit: „In der Auswahl der Spieler hatte ich ein paar gute Ideen, die sich noch auswirken. Ich habe Recht behalten (…), dass Rakitic kein Zehner ist, sondern ein Sechser oder Achter.“
Die Entscheidung brachte Kovac damals viel Kritik im eigenen Land ein und war einer der Gründe, weshalb er bereits 2015 wieder abgesetzt wurde als Verbandscoach.
Nur hatte er eben eine Entwicklung in Gang gesetzt, die nicht mehr aufzuhalten war. Rakitic blühte als Abräumer auf, erst in Sevilla, später bei Barca. Und mit seinem Aufstieg wuchs auch die Stärke des Nationalteams.
Kroatien kann die Früchte von Kovac‘ Arbeit ernten
Sein Nach-Nachfolger Zlatko Dalic ist jetzt der Mann, der die Früchte von Kovac‘ Aufbauarbeit ernten kann.
Kovac berichtet in seinem Beitrag von einem Telefonat der beiden nach dem Halbfinal-Coup gegen England. Seine Botschaft an Dalic: „Beende mit dem letzten Spiel der WM in Russland, was ich mit dem Eröffnungsspiel der WM 2014 begonnen habe.“
Der Erfolg der Kroaten kommt für Kovac nicht überraschend: „Wir haben viele Weltklassesportler im Fußball, Handball, Basketball, Wasserball, Tennis, Ski alpin, Tischtennis.“
Den Grund dafür sieht er an der Basis. Anders als in Deutschland, schreibt Kovac, „wird Schulsport in Kroatien noch großgeschrieben. Es sind nicht die modernsten Anlagen, die zur Verfügung stehen, aber überall hängen Basketballkörbe, auf den Schulhöfen sind Fußball-Kleinfelder markiert oder Handballfelder. Und die Möglichkeiten werden genutzt.“
Der Werdegang von Weltstars wird nicht selten schon im Kindesalter bestimmt. Auch wenn Ivan Rakitic ein paar Umwege in Kauf nehmen musste.

