Mord in der Provinz: Steirerblut

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Der Provinzkrimi ist zum Dauerbrenner geworden. Ob im Allgäu, in Niederbayern oder an der Nordsee – auf dem Land wird im deutschen Fernsehen seit Jahren fleißig gemordet.

Mit «Steirerblut» zeigt die ARD am Samstag (11. März, 20.15 Uhr) einen neuen Regionalkrimi aus Österreich. Eine Journalistin liegt tot in ihrem Auto. Ein Unfall war es offensichtlich nicht. War sie einem Skandal auf der Spur?

Die junge Kommissarin Sandra Mohr (Miriam Stein) vom Landeskriminalamt in Graz soll sich mit dem Fall befassen. Schließlich stammt sie aus dem Dorf in der Steiermark, in dem die Leiche gefunden wurde. «Heimvorteil», findet ihr Chef Sascha Bergmann (Hary Prinz). Nur widerwillig macht sich Mohr auf den Weg in ihre Heimat St. Anna – und in ihre Vergangenheit. An ihrer Seite: Chefinspektor Bergmann.

In St. Anna steht die Gemeinderatswahl bevor. Die Journalistin Eva Kovacs (Julia Cencig) schrieb an einer Enthüllungsstory über Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft. War das ihr Todesurteil? Für den Bürgermeister Matthias Leitgeb (August Schmölzer) jedenfalls hätte der Zeitungsbericht das Aus seiner politischen Karriere bedeuten können.

Das ungleiche Ermittlerduo zickt sich kräftig an. Der über die Jahre sarkastisch gewordene Chef amüsiert sich über den jugendlichen Idealismus seiner Kollegin und spart auch nicht mit Anzüglichkeiten. Mohr lässt sich davon nicht beirren. Stattdessen muss sie sich mit ihrer verbitterten Mutter (Aglaia Szyszkowitz) und ihrem gewalttätigen Halbbruder Mike (Robert Stadlober) auseinandersetzen. Der gerät zunehmend in Verdacht und die Kommissarin in innere Konflikte.

Und dann ist da auch noch Franzi (Magdalena Kronschläger), eine alte Freundin Mohrs. Sie wurde einst von ihrem Vater missbraucht, ein Trauma, das die junge Frau nicht überwunden hat. Franzis Schicksal lässt die Kommissarin nicht kalt.

Gedreht wurde der ORF-Film bereits 2012, die ARD zeigt ihn nun erstmals in Deutschland und hat eine Fortsetzung geplant. Gerade sind in Schladming die Dreharbeiten für «Steirerkind» zu Ende gegangen. Mit dabei: die beiden Hauptdarsteller. Schauspielerin Miriam Stein erinnert sich an die Dreharbeiten zum ersten Teil: «Ich mochte die Atmosphäre, in der der Film spielt, und dass das Privatleben viel mit reinspielt und es nicht nur um den Mordfall geht», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Regisseur Wolfgang Murnberger gelingt es, die Enge und Zwänge des Dorflebens einzufangen und humorvoll mit Klischees zu spielen. Miriam Stein und Hary Prinz überzeugen als gegensätzliches Ermittlerduo. Der mürrische Chefinspektor erkennt, wie sehr die Rückkehr in die Heimat seine junge Kollegin verunsichert. Das trägt dazu bei, ihre Differenzen zu überwinden.

Die Kommissarin habe die dörfliche Enge ja bewusst verlassen, nun werde sie mit den alten Verhaltensmustern konfrontiert, sagte Stein, die selbst in Wien aufgewachsen ist. «Das Dorf ist so ein Mikrokosmos, wo jeder jeden kennt.» Und eigentlich sei Sandra Mohr längst erwachsen, aber wenn sie zur Mutter kommt, müsse sie eben doch wieder die Hausschuhe anziehen wie früher als Kind.

Dass der Film nun nach fünf Jahren mit «Steirerkind» eine Fortsetzung gefunden hat, freut die Schauspielerin. «Das war für uns eine Überraschung.» Gedreht wurde im Februar beim Ski-Weltcup in Schladming vor der Originalkulisse. Im Film verschwindet dann allerdings der Trainer der österreichischen Ski-Nationalmannschaft. Sandra Mohr und Sascha Bergmann müssen ihren zweiten Fall lösen.

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