Für Oskar Deutsch ist Asyl-Notverordnung „ein logischer Schritt“

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IKG-Präsident fordert von Regierung mehr Geld für Integration und von moderaten Muslimen Verurteilung von Antisemitismus.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, zeigt Verständnis für die Asyl-Notverordnung der Regierung. „Ich denke, das ist ein logischer Schritt, den die Bundesregierung setzen muss.“

Er verweist auf den Antisemitismus unter Migranten, der für die Kultusgemeinde ein Problem darstellt. Antisemitische Vorfälle durch radikale Muslime nehmen zu. „Es ist uns bewusst, dass Menschen in arabischen Ländern mit Antisemitismus und anti-israelischen Einstellungen aufwachsen. Dazu kommt der einseitige und einschlägige Einfluss von Medien und Schulen“, betont Deutsch.

Er bemängelt, dass moderate Muslime in Österreich – aber auch EU-weit – antisemitischen Tendenzen ihrer Glaubensbrüder nicht damit begegnen, indem sie dagegenhalten: „Das ist genug, das ist mit unserer Religion nicht vereinbar.“ Für Deutsch wäre das „sehr wichtig“.

Null Kontakt

Er bedauert, dass es derzeit weder einen Kontakt noch eine Gesprächsbasis mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und ihrem neuen Obmann Ibrahim Olgun gebe. „Wir hätten vieles zu diskutieren. Für Hasspredigten sollte in Wiens Moscheen kein Platz sein.“Der IKG-Chef erwartet, dass anerkannte Asylwerber in Österreicher „rascher und besser“ integriert werden. „Der Staat muss viel mehr Geld als bisher für Integration in die Hand nehmen. Das wäre eine gute Investition in die Zukunft.“

Holocaust

Er appelliert an die Regierungsverantwortlichen, „mit Flüchtlingen über den Holocaust zu diskutieren, ihnen das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen zu zeigen und ihnen klar zu machen, dass für Antisemitismus kein Platz in der österreichischen Gesellschaft ist“. Auf die Frage, ob er mit der Flüchtlingspolitik der Regierung zufrieden sei, antwortet Deutsch: „Klar muss sein, dass nur Leute ins Land kommen, die schutzbedürftige Kriegsflüchtlinge und nicht Wirtschaftsflüchtlinge sind.“

Eine Bedrohung für die Sicherheit – nicht nur der jüdischen Gemeinde – sieht Deutsch in dschihadistischen Rückkehrern aus Syrien. „Für solche Leute sollte es ein Einreiseverbot nach Europa geben. Die EU braucht eine engere Zusammenarbeit der Geheimdienste und ein Ein- und Ausreiseregister.“Doskozil besucht IsraelAngesprochen auf Österreichs Beziehungen zu Israel kündigt der IKG-Präsident einen Besuch von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil von 13. bis 16. November in Israel an. Er wird den Minister begleiten.

„Die Visite zeigt, dass es in Zeiten wie diesen für Österreich wichtig ist zu wissen, wie man sich verteidigt. Der Minister kommt nach Israel, um Informationen zu sammeln, wie Österreich noch sicherer werden kann. Das finde ich sehr gut.“

Oskar Deutsch ist seit 2012 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, er will das Amt fortführen. „Ich werde 2017 wieder kandidieren.“

Angetreten ist er mit dem Versprechen, die Gemeinde zu öffnen. Das ist ihm gelungen und zeigt sich unter anderem am großen Interesse der Wiener am Tag der Offenen Tür. Auch dieses Jahr wieder gibt es am 18. September die Möglichkeit, die Synagoge und die Räumlichkeiten der IKG zu besuchen. „Beim ersten Mal kamen mehr als 5000 Leute, wir haben mit 1500 gerechnet. Ich bemerkte in der Folge, dass immer mehr Interesse am Judentum besteht.“

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