Japan: Statt zum Arzt auf die Toilette

Das in Japan öffentliche Toiletten einen hochwertigen Standard haben, hat sich ja mittlerweile auch bis zu uns herumgesprochen. Dort sind Klo-Applikationen, wie beheizbare WC-Sitze, Massagedüsen oder Gesäßtrockner ganz normal.  Aber jetzt soll der  Toilettenbesuch sogar Routineuntersuchungen beim Arzt ersetzen. Diese Meldung hat rundumkiel dann doch näher interessiert. Unglaublich, aber wahr. In Japan ist das tatsächlich zu kaufen.

Bild: Dieter Schütz - pixelio.de

Die Hightech-Toilette des japanischen Herstellers Toto bestimmt Urinwerte, ermittelt den Blutdruck,  die Körper- temperatur und das Gewicht des Benutzers noch während der „Sitzung“.

Die Idee dazu hatte der Inhaber eines Bauunternehmens, der im Krankenhaus beobachtete, wie Patienten auf ihre Untersuchungen warteten. „Zumindest die Routineuntersuchungen können die Menschen doch auch zu Hause alleine durchführen“, dachte sich Akiho Suzuki und gab die Konstruktion der intelligenten Toilette für Daheim in Auftrag, denn schließlich kann dann die Zeit auf dem Klo sinnvoll, sprich für die eigene Gesundheit, genutzt werden.

Wie sie funktioniert? Ganz einfach: In einem Behältnis wird Urin aufgefangen und gleich der Zuckergehalt und die Temperatur bestimmt. Der Blutdruck wird mit Hilfe eines Armbandes ermittelt und die Messwerte  farbig an die Wand projiziert.  Per Email können die Daten dem behandelnden Arzt  übermittelt werden.

In Japan steht Hygiene offensichtlich genau so hoch im Kurs wie die Begeisterung für Technik. Kein Wunder also, dass auch Toiletten immer aufwendiger gestaltet und produziert werden. Für den europäischen Geschmack ist diese Entwicklung allerdings eher ungewöhnlich, findet rundumkiel.

Übrigens: Die intelligenten Gesundheits-Klos werden tatsächlich verkauft, wie Dnews berichtet. Zum Preis von rund 4000 Euro, vorwiegend an ältere Kunden. Der Hersteller hofft allerdings, nach und nach auch jüngere Käufer für sein Produkt zu interessieren. Na dann… rundumkiel wünscht dazu viel Erfolg und allzeit gute Geschäfte…

13 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. …..das passt zu den Asiaten. So verrückt sind die! Darauf würde ich mich aber lieber nicht verlassen. Ich bin gespannt, wann dieses bei uns auf den Markt kommt, dann geht es zu wie in den Bankfilialen……nur noch Automaten für alle Angelegenheiten, kein Personal mehr. So werden die Ärzte dann auch nach und nach ersetzt. Lassen wir uns jetzt bald von Robotern operieren? Schreckliche Zukunftsvision.
    Lieben Gruss

  2. Sehr spannende Zukunftsvision… der Preis dürfte noch nach unten gehen, aber ansonsten finde ich das gar nicht so schlecht, das spart doch die Waage im Bad – ein Schmutzfänger weniger und dafür viele Zusatzinformationen ;-)

  3. Exakt davon habe ich auch gestern gehört. Zu köstlich!
    Als Nachsatz wurde im Bericht noch vermerkt: endlich ein Klug-Scheißer-Klo auf dem Markt. Lach!

    Lieben Freitagsgruß
    Erdbeere

  4. @Simone: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieses Produkt in Europa eine Chance hätte… Und die Mediziner würde Sturm dagegen laufen…

    @GZi: Na, ich weiß nicht… irgendwo hat Technik auch ihre Grenzen – ich möchte so eine Toilette nicht haben…

    @Erdbeere: lol! Klugscheißer-Klo hatte ich nicht gelesen… Ich kann mir übrigens auch nicht vorstellen, dass die ermittelten Werte wirklich medizinisch verwertbar sind. Nehmen wir mal den Blutdruck: Je nach Umfang der “Sitzung” kann der ja auch tüchtig ansteigen… :D :D :D

  5. @rundumkiel: Kann ich mir denken, dass Du die nicht haben willst, weil Du da dann keinen Bogen drum machen kannst ;-)

  6. Die Idee ist doch eigentlich gar nicht so schlecht, könnte auch Ersparnisse im Gesundheitssystem bringen, wenn nicht mehr jeder zum Blutdruckmessen & Co gleich zu Arzt rennt :D

  7. Tja, wahrscheinlich würden sich die Krankenkassen freuen. Schließlich hätten sie dann doch einige Kosten gespart, denke ich. Aber ich möchte so ein Ding auch nicht haben. Die Vorstellung, dass bei jeder “Sitzung” mir vielleicht gesagt wird, was alles nicht mit mir in Ordnung ist … Ne, ne, das muss ich nicht haben …
    Sei lieb gegrüßt
    Iris

  8. @Felix: Trotzdem – ich finde das Ganze skuril und kurios…

    @Lilie: Liebe Iris, ob die Krankenkassen sich da wirklich freuen weiß ich nicht – das wird nicht lange dauern und die Menschen wollen dann ihre Toiletten über Versichertenkarte kaufen…

    @tonari: lol! Das ist dann die einfache Variante…!

  9. Hmm ich finde die Idee eigentlich super. Sie ersetzt ja keinen Arzt, sondern nur die Vorsorgerennerei, die dann anderen Leuten mit weniger dickem Geldbeutel bei wirklich wichtigen Dingen lange Wartezeiten beschert. Ich glaub ich würde mir sowas kaufen ;)

  10. @Arctica: Im Ernst? Damit würdest du der Hit auf jeder Party sein, wenn du über dein Check-up-Klo berichtest… :D

  11. Also ich finde das überhaupt nicht kurios, im Gegenteil: Die deutsche Zurückhaltung oder sogar gar Abscheu vor diesem aus deutscher Sicht “unschönen” Thema finde ich viel bedenklicher. Ich bin seit einem Jahr stolzer Besitzer einer japanischen Hightech-Toilette und kann nur sagen: Es hat sich gelohnt! Ich möchte keinen Tag mehr ohne dieses wunderbare, technische Wunderwerk auskommen. Natürlich ist es eher eine “Standardversion” mit den üblichen Funktionen, wie z. B. beheizte Klobrille, einstellbarer Massagestrahl, Enema-Funktion, wählbarer Wassertemperatur, Warmluftfön etc. pp. Aber allein das Gefühl, danach nur noch ein ein paar Tropfen Wasser abzuwischen ist einfach nur herrlich! Diese Toiletten in Verbindung mit deutschem 4-lagigem Toilettenpapier (nicht dem einlagigen, dünnen japanischen, wohlgemerkt ;) ) ist nicht zu toppen.

    Aber mal weiter gedacht: Im Alter sind Menschen oft vermehrt diversen Einschränkungen unterworfen, u. A. auch in der Gelenkigkeit. Ob nun Übergewicht oder eine verknöcherte Wirbelsäule oder was auch immer dazu führt: Es könnte notwendig werden, dass man sich nach dem Geschäft von seinem Partner oder einer ausgebildeten Servicekraft den Hintern säubern lassen muss. Welche eine Schmach! Hier können solche Toiletten ein großes Stück Lebensgefühl wiederbringen, indem der Betroffene nicht mehr unbedingt auf diese Hilfe angewiesen ist.

    Und wenn, wie in dem Artikel oben beschrieben, diese Funktionen noch erweitert werden, indem gewisse Werte gemessen und gleich an einen Arzt übermittelt werden können (wobei ich mir eine verschlüsselte Mail wünschen würde…), der im Ernstfall schnell auf etwaig auftretende Probleme reagieren könnte, finde ich das einfach nur fortschrittlich und zukunftsweisend.

    Ich wünsche mir, dass die Preise für die “Standardfunktionen” in Deutschland durch mehr Wettbewerb in ähnliche Bereiche sinken, wie sie in Japan üblich sind (Vergleich: Japanisches Modell / Geberit = Faktor 10) und dass Fachbetriebe, die solche Anlagen anschließen sollen, nicht nur ausschließlich und vollkommen unverständlicherweise auf Geberit verweisen (was wohl dahinterstecken mag?), sondern auch andere Modelle und Hersteller, auch aus Fernost, zulassen.

    Ich für meinen Teil bin froh, die Entscheidung zu einer Toilette mit einer solchen Funktion getroffen zu haben und ich sehe in meinem Bekanntenkreis, dass immer mehr den Gedanken an eine solche Anschaffung zulassen, wenn sie erst einmal die Scheu vor dem Thema verloren und die Vorteile einer solchen Toilette erfahren haben.

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