Es erinnert rundumkiel ein bisschen an seine frühe Jugend, als heimlich allererste Zigaretten gekauft und dann natürlich auch geraucht wurden. Heimlich rauchen ist auch heute noch aktuell. Zumindest so ähnlich: In Bayern beispielsweise kann man jetzt, trotz des ab 01.08.2010 bestehenden Rauchverbotes in Gaststätten, mit Hilfe des Genießerclubs in geschlossener Gesellschaft, darten, kartenspielen, kickern und, wen wunderts, rauchen.
Ähnlich wie beim Bloggen trifft man, so der BVGG Genießerclaub in seiner Pressemeldung, Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte. Wobei Gleichgesinnte hier wohl genießende Raucher sind, vermutet rundumkiel. Und Ideen für mögliche Anlässe der genießerclubmäßig organisierten geschlossenen Gesellschaften (ohne die geht es nämlich nicht, wenn alles seine Ordnung haben soll…) liefern die Fans des blauen Dunstes gleich mit: Geburtstage, Namenstage, Hochzeitstage, irgendetwas hat ja eigentlich jeder zu feiern.
Da wird sich schon was finden, denkt sich rundumkiel, den es nicht besonders wundert, dass das bayerische Gesundheitsministerium die Genießerclubs doch eher misstrauisch beobachtet und “Tricksereien” nicht dulden wird, so Markus Söder (CSU).
Die bayerischen “Genießer” bleiben da scheinbar gelassen, denn sie wollen, nach eigener Aussage, nicht das Gesetz umgehen, sondern den Wirten helfen, es einzuhalten, damit sie (Originalzitat aus der Pressemeldung) ihre Gäste nicht wie einen Hund zum Rauchen vor die Tür schicken müssen.
Stopp! Hier stimmt doch irgendetwas nicht. Wer schickt denn Hunde zum Rauchen vor die Tür? Die meisten Hunde sind doch Nichtraucher. Oder etwa nicht? Und noch was: Die gehen doch gerne vor die Tür. Zumindest auf den rundumkielschen Herrn Hund Anton trifft das zu. Der kann das meistens gar nicht abwarten und spurtet wie ein Irrwisch durch den Garten.
Vielleicht sollten wir Menschen von den Tieren lernen. Die gründen jedenfalls keine Vereine, um zu rauchen oder, wie es wohl korrekt heißen soll: zu genießen. Und die meisten Hunde halten sich auch an bestehende Regeln. Herr Hund Anton darf beispielsweise nicht aufs Sofa, auch wenn er es noch so gerne möchte. Ein Glück, dass er nicht lesen kann und mit anderen Tieren schlecht vernetzt ist, sonst würde er womöglich noch einen “Ich-darf-doch-aufs-Sofa-Club” gründen und in geschlossener Gesellschaft den eigentlich verbotenen Hundeplatz genießen.







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Tja, wo einen die Sucht eben so hintreibt. Und irgendwie tun einem die armen Raucher ja auch ein bißchen Leid. Werden wie exotische Tiere in einen Raum gesperrt, wo sie sich dann gegenseitig einräuchern können. Zum Glück gibt es ja genug Schlupflöcher, die auch der gute Herr Söder nicht alle finden kann. Und wwas ja bekannt ist: Räucherware hält sich längerr. So hat dann auch noch der Staat was von den Rauchern.
)
Twitter: rundumkiel
12 August 2010 um 07:55
@lola: Also, mir tun die Raucher nicht wirklich leid. Ich finde auch, dass wir in Deutschland schon ein wenig merkwürdig mit dem ganzen Thema umgehen. In vielen europäischen Ländern ist Raucherschutz und ein gutes Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern nahezu kein Problem. Aber in einem hast du natürlich recht: Räucherware hält sich länger… aber wer will einen Raucher schon essen???
Besonderen Schutz genießen in unserem Land Minderheiten und solche die nicht in der Lage sind für sich selbst effektiv zu entscheiden, wie etwa Kinder. Kurz: Unmündige.
Nun haben die Nichtraucher sich ein Gesetz geschaffen indem sie ihre Unmündigkeit festzementiert haben, nachdem sie es zuvor Jahrelang nicht schafften mündig und selbstverantwortlich zu entscheiden ob sie ihr Geld in Raucher- oder Nichtraucherbereichen lassen wollen.
Was soll man dazu sagen, als jemand der nur Leidtragender ist? Ich habe meine Mündigkeit, jeden Abend aufs neue selbst zu entscheiden in welchen Club und welches Restaurant ich gehe, sehr genossen hat. Danke dass ihr mich in eurem Wahn gleichgeschaltet habt, weil ihr in Eurem Tun und handeln nur eure eigene soziale Inkompetenz gefunden habt. Vielleicht hätte man rechtzeitig die Nichtraucher aus den Raucherbereichen aussperren müssen um sie zu schützen. Dann wäre auch wirtschaftlich das Verhältnis zurecht gerückt worden, wie es ja angeblich ist … ausser diejenigen die Abgestimmt haben, sind garnicht diejenigen die wirklich weggehen.
Twitter: rundumkiel
14 August 2010 um 17:26
Hm… danke für deinen Kommentar – aber so richtig verstehe ich ihn leider nicht… Aber vielleicht stehe ich auch nur auf der Leitung…
Tja, die armen Raucher. Leider gehöre auch ich dazu, aber irgentwann werde auch ich es schaffen damit aufzuhören.
Mir tun die Wirte der Gastätten leid, die aufgrund des neuen Gesetzes bestimmt Umsatzverluste zu verzeichnen haben. Viele Kunden möchten nunmal nicht zum rauchen vor die Tür gehen.
Twitter: rundumkiel
20 August 2010 um 23:50
@Pe-Su-Ki: Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Gastwirte wirklich dauerhaft Umsatzeinbußen haben. In anderen europäischen Ländern ist das ja auch nicht so. Und ich gehe doch nicht nur zum Rauchen dort hin. Jedenfalls denke ich nicht, dass “Genießerclubs” eine Zukunft haben…