Opa! Ooooopaaaaa!



von rundumkiel am 5. März 2010

in Gesundheit

rundumkiel denkt sich manchmal wie es wohl sein wird, wenn er alt ist. Das wird ja  (hoffentlich) irgendwann so weit sein und dann möchte rundumkiel gerne möglichst fit am Alltagsleben teilnehmen. Vor allem will rundumkiel alles mitgkriegen und nicht lästig werden, wenn er nicht mehr so klar hören kann wie jetzt. Logisch, jeder kann sich vermutlich an Situationen mit Schwerhörigen erinnern, die zum Teil lustig und auch kurios anmuten. Wenn Opa nicht mehr richtig hört, dann ergeben sich häufig komische Situationen. Allerdings nicht für Opa selbst, denn der hat schlichtweg Verständigungsprobleme.

Foto sparkie - www.pixelio.de

“Hören ist Lebensfreude”, heißt eine aktuelle Kampagne der Deutschen Seniorenliga. Sie soll die öffentliche Akzeptanz stärken. Gerade die Altersschwerhörigkeit wird oft verharmlost oder gar ins Lächerliche gezogen. Da grinsen dann alle während der Kaffeetafel den Opa fröhlich an, wenn er mal wieder nicht so richtig hören will – oder eben kann. rundumkiel kann sich noch an seine frühe Kindheit erinnern, wo er mit seinen Freunden am Tisch immer leiser wurde, der Opa dann so nach und nach sein Hörgerät nachjustierte, bis wir der Meinung waren, nun sei es an der Zeit, mit doppelter Lautstärke den Opa auf Drehzahl zu bringen. Zugegeben, das war gemein. Aber Kinder sind eben leider manchmal so.

Zurück zum Thema: Gerade die Altersschwerhörigkeit kommt nicht über Nacht, deshalb nehmen die betroffenen Menschen das auch nicht differenziert wahr. Die Hörleistung wird immer schlechter, die unangenehmen Situationen häufen sich. Am Ende stehen soziale Isolation und Depressionen. Dabei gibt es fast immer einfache und gut finanzierbare Lösungen. Niemand muss in Deutschland durch Alterschwerhörigkeit sozial ausgegrenzt werden. Also: Wenn Opa meistens Oooooopaaaaaa gerufen werden muss, dann sollte ein Gespräch mit dem Hausarzt oder ein Besuch bei einem Hörgeräteakkustiker erfolgen. Damit aus Oooooopaaaaaa wieder Opa wird, rät rundumkiel

Quelle: Ärztezeitung


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Miki 5 März 2010 um 20:12

Ich kenne aber einige Oooopas, die zwar ein schickes (weil teuer selbst gekauftes-weil Kasse nur Murks bezahlt-nächstes Thema) Hörgerät haben und es trotzdem nicht tragen. Auch die Umgebungsgeräusche werden verstärkt, auch Frequenzen, die wir normal nicht wahrnehmen und dann ist die Ruhe wohl besser erträglich als so ein Geräusche-Dschungel…
aber hörn wir mal….

GZi
Twitter:
5 März 2010 um 21:57

Da bist Du hier ja genau an der richtigen Adresse mit Deinem nächsten Thema :-) Aber ich kenne auch solche Menschen, die sich durch übersteuerte Geräusche gestört fühlen. Aber wahrscheinlich liegt es daran, dass die Dinger nicht richtig eingestellt sind und man sich mit dem Fremdkörper auch zu wenig Eingewöhnungszeit gibt und dadurch einen Teufelskreislauf in Gang setzt (so wie ich das mit meiner brille mache: auf, ab, auf, ab … wo war sie noch gleich? ;-) )

Anna-Lena 5 März 2010 um 22:22

Wusstest du das? Wenn Opa nicht hören kann, ist Fühlen keine Schande :-) .
Schönes Wochenende
Euch beiden.
Anna-Lena

LIlie 6 März 2010 um 18:30

Oh je, ein Thema, dass in unsere Familie derzeit ganz aktuell ist. Meine Eltern hören beide nicht gut, haben sich aber bisher standhaft geweigert zum HNO zu gehen. Denn, wir sprechen ja nur zu leise :shock:
Jetzt ist es aber endlich soweit, sie sind den ersten Schritt gegangen *puh* war auch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit …
Lieben Gruß
Iris

Grauzelle 6 März 2010 um 19:49

Erinnert mich gerade irgendwie an meine Oma. Dialog: Ich: “Oma, bleib gesund.” Oma (mit Hörgerät auf off): “Wir wollens ja nicht hoffen” Du hast Recht, es gibt sehr gute Möglichkeiten, aber was nützt das beste Hörgerät, wenn es ausgeschaltet ist. ;-)

rundumkiel
Twitter:
7 März 2010 um 10:55

@Miki + GZi: Ich glaube auch, dass es an der Einstellung liegt. Und vielleicht auch an der Bereitschaft, es wirklich zu akzeptieren und zu benutzen. Jedenfalls ist Nichthören schon ein soziales Problem. Von der Sicherheit ganz zu schweigen…

@Anna-Lena: …aber es hilft nicht so richtig durch den Alltag…

@Lilie: Liebe Iris, das ist sicher auch nicht einfach, diesen Schritt zu tun. Hoffentlich sind sie dann auch zufrieden mit der Versorgung…

@Grauzelle: Wenn Oma das Hörgerät auf “off” hat ist leider teilweise eben auch die ganze Oma “off” – das ist schon blöd…

Anabell 9 Januar 2012 um 14:54

Hehe, dazu kann ich auch noch was sagen. Durch ein Projekt in der Schule habe ich verschiedene Pflegeheime in Kiel besucht. Dort habe ich so einige lustige Sachen erlebt. Einmal wurde ein Hörgerät gefunden und niemand wusste wem es gehört :D Es war sehr lustig mit an zu sehen wie sie de Besitzer ausfindig gemacht haben. Derjenige war wirklich relativ schwerhörig und hatte nichtmal mitbekommen, dass sein Hörgerät weg war. So konnte er die Fragen vom Pfleger auch erstmal nicht verstehen und hat dementsprechend nicht reagiert :P aber letztendlich hat er es doch wiederbekommen.

rundumkiel
Twitter:
10 Januar 2012 um 08:08

@Anabell: vielleicht war der Besitzer des Hörgerätes ja auch ganz froh, einmal so richtig ungestört zu sein… :D Eine schöne Geschichte…

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