Angst vorm Zahnarzt oder “Die dunkle Arena”

von rundumkiel am 3. Dezember 2009

in Gesundheit

Foto: Krümel - www.pixelio.de

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rundumkiel hat Angst vorm Zahnarzt. Schon seit seiner Kindheit. Keine Ahnung warum, aber es ist so. Trotzdem geht rundumkiel jedes Jahr dorthin, lässt sich untersuchen, hofft das es nicht weh tut und geht anschließend erleichtert, ja förmlich beschwingt, von dannen. In dem Wissen, dass er jetzt erstmal für 1 Jahr Ruhe hat. Aber diese Ruhe ist jetzt vorbei. Nächste Woche ist es wieder soweit: rundumkiel muss zum Zahnarzt.

Und davor hat, wie schon erwähnt, rundumkiel Angst. Er war nämlich früher einmal sage und schreibe 15 Jahre nicht beim Zahnarzt gewesen. Aus Angst, versteht sich. Am Anfang war es nur Leichtsinn, später sagte sich rundumkiel, er könne ja gehen, wenn´s weh tut. Tat´s aber nicht. Fast 14 Jahre nicht. Die Folge, unausweichlich: Parodontose. Das Zahnfleisch tat weh. Heißes oder Kaltes konnte kaum noch ohne Aufschrei gegessen werden. Selbst einfache Gewürzgurken waren schon ein Problem. Zahnarzt? rundumkiel war der Meinung, das habe noch etwas Zeit.

Aber dann, dann kam der alles entscheidende Moment. rundumkiel sitzt also eines morgens in der Berliner S-Bahn, denn dort wohnte rundumkiel seinerzeit. Er las ein Buch von Mario Puzo. Die dunkle Arena war der Titel. So ganz genau erinnert rundumkiel den Inhalt nicht mehr, aber in dem Buch, es spielte in der Nachkriegszeit, starb eine Frau, weil ihr keine Zahnbehandlung ermöglicht werden konnte. Vermutlich mangels Geld und mangels Zahnärzten. Unterversorgung, schon damals ein Problem. Zu den Symptomen der Frau: Es waren haargenau die gleichen, die auch rundumkiel bei sich selbst diagnostizierte. In allen Einzelheiten! Schweißgebadet, dem gefühlten Tode nah, stieg rundumkiel aus der S-Bahn, schleppte sich mit letzter Kraft in´s Büro an seinen Schreibtisch, nur um sofort einen Termin beim Zahnarzt zu machen und ruckzuck eben dorthin zu enteilen.

Der Zahnarzt entpuppte sich dann als eine russische Zahnärzten, die wohl die schönsten Augen (außer denen von Frau rundumkiel, versteht sich…) hatte, die rundumkiel je gesehen hatte. Er hat leider den Namen vergessen, deshalb nennen wir sie einmal der Einfachheit halber Olga. Olga also, erkannte das Dilemma rundumkiels sofort und stellte neben des üblichen, für solche Behandlungen erforderlichen, Praxispersonals immer noch eine Helferin zusätzlich zum Händchenhalten für rundumkiel ab.

So ging das gute drei Monate, aber dann war rundumkiel wieder topfit zwischen Kinn und Nase und Olga sehr zufrieden mit ihm. Seitdem geht rundumkiel jedes Jahr zum Zahnarzt und putzt Zähne auf höchstem Niveau, nimmt Zahnseide, Interdentalbürstchen, alles, rundumkiel lässt nichts mehr aus. Gebohrt hat der Zahnarzt bestimmt schon seit 15 Jahren nicht mehr. Zahnersatz? Fehlanzeige. Zahnschmerzen? Kennt rundumkiel nicht mehr. Aber Angst vorm Zahnarzt hat er immer noch, aber noch mehr Angst hat er vor der dunklen Arena

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Corinna Bäck 3 Dezember 2009 um 22:13

Aus einer Zahnarztfamilie stammend, freue ich mich über den aufgeschlossenen, ehrlichen Beitrag ;-) ….und übe die Begeisterung die du mir fürs Bloggen heute mitgegeben hast….

rundumkiel
Twitter:
3 Dezember 2009 um 22:18

Willkommen bei rundumkiel, liebe Corinna! Bloggen macht Spaß – du kannst es mir glauben… wünsch dir viel Erfolg morgen…

Lilo 4 Dezember 2009 um 09:08

Das ist ja toll, dass du die Angst überwunden hast! Das freut mich :-)

Ich stecke da noch mittendrin. Aber mit jedem Zahnarztbesuch und mit jeder Veränderung geht es mir besser, ich habe seltener Kopfschmerzen und es ist einfach ein schöneres Gefühl. Meine Zahnärztin hat mich am Mittwoch dazu verdonnert für mich und die Kids eine bzw. zwei elektrische Zahnbürsten zu kaufen. Muss ich nächste Woche noch machen ;-) Sie meinte, sie würde sofort sehen, ob ich immer noch mit einer normalen Zahnbürste putze…. *g*

rundumkiel
Twitter:
5 Dezember 2009 um 19:03

Der Tipp mit der elektrischen Zahnbürste ist sicher gut. Probiers mal aus, du wirst es nicht mehr anders haben wollen. Außerdem: Ängste überwinden ist eben nicht so leicht. Verloren hat man aber erst, wenn man aufgibt, Veränderungen zuzulassen…

Lilo 5 Dezember 2009 um 22:03

Ich hab mir gestern eine elektrische besorgt. Ist noch ein bisschen ungewohnt, aber es wird ;-)

Anna-Lena 25 März 2010 um 22:15

Lieber rundumkiel,

das ist ja eine schöne Beschreibung, wie du zur Zahnpflege bekehrt wurdest.
Ich habe seit Oktober auch eine russische Zahnärztin mit sehr schönen Augen, direkt am Kottbusser Tor. Alle fünf Minuten kann man einen einfahrenden U-Bahnzug vom Behandlungsstuhl aus beobachten, das ist Ablenkung pur und hat mir eine wochenlange Paradontosebehandling sehr erleichtert.

Liebe Grüße, Anna-Lena

rundumkiel
Twitter:
25 März 2010 um 22:23

@Anna-Lena: Vielleicht ist es ja dieselbe Zahnärztin??? Mir fällt leider der Name nicht mehr ein, aber sie war blond…

Anna-Lena 25 März 2010 um 23:10

Blond ist mein auch, sie heißt mit Vornamen NINA, ist um die 60.
Ihre Praxis ist in Kreuzberg.

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