Wohlverdienter Urlaub



von rundumkiel am 11. November 2009

in Allgemein

“Dann gehe ich jetzt mal in den wohlverdienten Urlaub”. Das ist normaler Büroalltag, oft und immer wieder gehört. Zum Glück nicht in meiner Firma, aber kürzlich erhielt ich eine eher etwas “bürokratisch” anmutende Email mit der Schlussfloskel: “Ich bin jetzt erstmal nicht zu erreichen, ich gehe in den wohlverdienten Urlaub.”

Das wirft Fragen auf: Wann ist ein Urlaub denn wohlverdient? Gibt es auch Urlaub, der nicht wohlverdient ist oder wurde? Vielleicht sozusagen ein heimlicher Urlaub? Oder gar ein Unverdienter? Was muss denn so Besonderes geleistet werden, damit der Urlaub am Ende auch wohlverdient ist? Überstunden? Stress? Viel Arbeit? Fleiß? Bloße Anwesenheit? Ich weiß es nicht.

Eventuell gibt es ja auch Abstufungen. Sozusagen feine abteilungs- oder arbeitsplatzbezogene Differenzierungen . Also, die aus der Marketingabteilung sitzt ja nur rum und hat ihren Urlaub wohl nicht verdient. Halt! Ist das schon die Lösung? Eher nicht, würde ich sagen. Außerdem bewerteten in dem von mir beschriebenen Fall ja  nicht andere, sondern eben der Wohlverdienturlauber selbst seinen Urlaub mit der Qulitätsdimension wohlverdient . Das ist dann schon etwas anderes.

Vielleicht schämt der Wohlverdienturlauber sich ja auch dafür, dass er seinen Urlaub jetzt nimmt und begründet diese unglaubliche Handlungsweise dann eben damit, dass er ihn als wohlverdient deklariert. Könnte ja sein, wie in Japan vielleicht, wo es nicht üblich ist, den vertraglich zustehenden Urlaub auch tatsächlich in vollem Umfang in Anspruch zu nehmen. Möglich ist das ja.

Oder ist es vielleicht so, dass es wirklich eine vollkommen überflüssige Floskel ist? Möglich! Aber ich sagte ja bereits: Ich weiß es nicht…

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Schonzeit 12 November 2009 um 00:35

selbst zu beurteilen, was man verdient und was nicht wirkt immer unpassend und anmaßend. Daher ist der wohlverdiente Urlaub nichts weiter als eine nichtssagende Floskel, da man von sich selbst ja immer überzeugt sein sollte.

Wünschen einem andere Spaß im wohlverdienten Urlaub, dann ist die Welt schon wieder ne ganz andere. Dann gibt jemand Auskunft über die Qualität des Anderen… manchmal, wenn man es nicht einfach auch so dahinsagt.

Ach… eigentlich ist das alles belanglos und überflüssig.

DeserTStorM 12 November 2009 um 10:06

Ich find das ist nur eine unnütze Floskel. Eigentlich soll impliziert werden “Ich habe so viel gearbeitet und war ja soooo sehr fleißig, dass ich mir den Urlaub ganz super mega extra sehr verdient habe”

Ist aber nicht so. :-)

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